Swiss League
Ein einziger Treffer im Penaltyschiessen entscheidet zu Gunsten des HC Thurgau – in einem Spiel auf tiefem Niveau können nur die Goalies glänzen

Nach torlosem Spiel verwertet Thurgaus Eero Elo als Einziger seinen Penalty zum 1:0-Sieg gegen Basel. Für den HC Thurgau ist es ein Sieg in einer an Höhepunkten und vor allem an Toren äusserst armen Partie.

Thomas Werner
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Auch HCT-Topscorer William Pelletier und Andreas Döpfner gelang während der regulären Spielzeit kein Tor gegen Basel.

Auch HCT-Topscorer William Pelletier und Andreas Döpfner gelang während der regulären Spielzeit kein Tor gegen Basel.

Mario Gaccioli

Die wenigen positiven Fakten eines wenig erbauenden Eishockey-Sonntags vorweg: Erstmals gewinnt Thurgau in dieser Saison dreimal in Folge und steht damit mit fünf Siegen aus den letzten sechs Begegnungen da. Dadurch verbessert sich die Mannschaft von Trainer Markus Åkerblom auf Rang fünf.

«Penaltyschiessen, Penaltyschiessen*, wenigstens die Kleinsten unter den 1634 Zuschauern in der Weinfelder Güttingersreuti hatten ihren Spass. Liebhaber von gepflegtem Eishockey wurden an diesem Spätnachmittag auf der ganzen Linie enttäuscht. Zwei Tage nach dem cleveren Auftritt in Sierre zeigten die Thurgauer ein eher tristes Gesicht. Sie fanden nie aus einer gewissen Blockade in ihrem Angriffsspiel heraus. Ob es daran lag, dass Trainer Christian Weber seine Basler optimal auf die Begegnung mit seinem früheren Klub eingestellt hatte oder die Thurgauer keinen präzisen Plan für dieses Spiel hatten, bleibt ebenso unbeantwortet wie die Frage: Wie lange die Akteure an diesem Spätnachmittag noch hätten spielen können, ohne ein Tor zu erzielen.

Rüegger bewahrt Thurgau vor der Niederlage

50 Sekunden vor Schluss der regulären Spielzeit bewahrte Goalie Bryan Rüegger den HC Thurgau mit seiner magischen Fanghand gar vor einer Niederlage. Yanick Sablatnig war im Slot frei zum Abschluss gekommen. Es war nicht die erste und die nicht letzte tolle Reaktion Rüeggers in dieser Partie. Aber auch sein Gegenüber Andri Henauer zeigte zahlreiche Glanzparaden, einzig Eero Elo gelang es, ihn zu bezwingen – allerdings erst im Penaltyschiessen.

Von Beginn an erinnerte die Partie phasenweise fast ein bisschen an das bei Kindern so beliebte «Chneble». Durchdachte, zusammenhängende Angriffe waren die grosse Ausnahme, die vielen Einzelvorstösse waren nicht von Erfolg gekrönt. Zu viele Zuspiele landeten auf beiden Seiten beim Gegner oder konnten vom Passempfänger nicht wunschgemäss kontrolliert werden. Zwar kamen auf beiden Seiten immer wieder Spieler fast ungestört zu Abschlussgelegenheiten. Meist war aber der Winkel zum Tor wenig erfolgversprechend, meist standen die beiden Goalies mit ihrem guten Stellungsspiel einem Torerfolg im Weg.

Auch im Powerplay entsteht kaum Gefahr

Selbst im Powerplay, welches noch in Sierre sehr effizient genutzt werden konnte, fanden die Thurgauer zu keiner überzeugenden Linie in ihrem Angriffsspiel. So konnten sich die Gastgeber im Schlussdrittel in ihrem letzten Überzahlspiel zwar 111 Sekunden lang im Drittel der Basler festkrallen, der überraschende Pass, der überraschende Abschluss fehlten aber wie in den gesamten 65 Spielminuten.

Thurgau – Basel 1:0 n.P. (0:0, 0:0, 0:0)

Güttingersreuti – 1634 Zuschauer – SR: Fausel/Weber, Micheli/Nater.
Penaltyschiessen: Elo 1:0. Rexha (Rüegger hält). Hobi (Henauer hält). Stukel (Rüegger hält). Loosli (Henauer hält). Brügger (Rüegger hält). Pelletier (Henauer hält). Sablatnig (Rüegger hält). Berri (Henauer hält). Schwarzenbch (Rüegger hält).
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Thurgau, 3-mal 2 Minuten gegen Basel.
Thurgau: Rüegger; Rundqvist, Forrer; Kühni, Gian Janett; Soracreppa, Parati; Senn; Döpfner, Hobi, Pelletier; Stehli, Lehmann, Loosli; Baumann, Hollenstein, Elo; Salamin, Jolliet, Etter; Berri.
Basel: Henauer; Bachofner, Molina; Zubler, Nater; Büsser, Warmbrodt; Pozzorino; Stukel, Brügger, Sablatnig; Dähler, Alihodzic, Berger; Schwab, Rexha, Näf; Schwarzenbach, Kiss, Schnellmann.
Bemerkungen: Thurgau ohne Schmutz, Binias, Knellwolf und Luis Janett (alle verletzt).