Europacup
Volley Amriswil bodigt deutschen Bundesligaklub Herrsching auf seinem Weg durch Europa

Volley Amriswil setzt sich im CEV-Cup-Rückspiel gegen Herrsching nach einem 0:2-Satzrückstand in extremis durch und trifft nun in der Hauptrunde des Wettbewerbs auf Partizan Belgrad aus Serbien. Die Partie im Amriswiler Tellenfeld verfolgte auf der Tribüne auch FCSG-Trainer Peter Zeidler.

Bernhard Windler
Drucken
Amriswils Diagonalangreifer Jhon Wendt (ganz rechts) sieht sich mit einer Herrschinger Wand aus drei Gegenspielern konfrontiert.

Amriswils Diagonalangreifer Jhon Wendt (ganz rechts) sieht sich mit einer Herrschinger Wand aus drei Gegenspielern konfrontiert.

Mario Gaccioli

Am vergangenen Mittwoch hatte Schweizer Meister Amriswil das Hinspiel gegen den Bundesligisten Herrsching in München 3:2 gewonnen. Am Mittwoch vor über 600 Zuschauerinnen und Zuschauern im heimischen Tellenfeld hätte deshalb jede Art von Sieg fürs Weiterkommen gereicht. Mit einer 2:3-Niederlage sollte ein Golden Set gespielt werden. Und genau diese Konstellation traf im Rückspiel ein.

Herrsching ging sein erstes Europacup-Auswärtsspiel überhaupt sehr zielstrebig an. Die Bayern führten von Beginn weg, und als Amriswil mit 14:13 kurz den Lead hatte, brauchte es nur einen kurzen Effort des Bundesligaklubs und schon lag er mit vier Punkten vorne. Der 25:22-Satzgewinn der Gäste war folgerichtig.

Mit dem Rücken zur Wand alles aus dem Team geholt

Im zweiten Satz führten die Herrschinger deutlich. Erst nach dem 15:19 besann sich Amriswil auf seine Stärken und kam bei 20:20 zum Gleichstand. Doch auch dieser Satz sollte eine knappe Beute der Gäste werden (25:23). Die Amriswiler standen nach zwei verlorenen Sätzen mit dem Rücken zur Wand, und auch im dritten Durchgang lief vorerst alles gegen sie. Ab Satzmitte aber glich sich das Spiel aus. In der entscheidenden Phase war es dann Jhon Wendt, der zuerst einen Zweipunktevorsprung herausholte und nach dem erneuten Ausgleich wieder punktete. Dass Amriswils zweiter Satzball zum 25:23-Satzgewinn führte, war einem Aufschlagfehler Stjin van Tilburgs zu verdanken.

FC-St.Gallen-Trainer Peter Zeidler (mittlere Reihe, Vierter von links) verfolgt das Spiel an der Seite des früheren Fussball-Funktionärs Guido Cornella (rechts von ihm), des FCSG-Verwaltungsrats Peter Germann (links von ihm mit Frau Conny Germann) und neben dem ehemaligen Volley-Amriswil-Präsidenten Dominik Joos (ganz links in der Reihe).

FC-St.Gallen-Trainer Peter Zeidler (mittlere Reihe, Vierter von links) verfolgt das Spiel an der Seite des früheren Fussball-Funktionärs Guido Cornella (rechts von ihm), des FCSG-Verwaltungsrats Peter Germann (links von ihm mit Frau Conny Germann) und neben dem ehemaligen Volley-Amriswil-Präsidenten Dominik Joos (ganz links in der Reihe).

Mario Gaccioli

Im vierten Satz ging der Schweizer Meister dank ausgezeichnetem Spiel 8:6 in Führung. Bei 14:9 glaubte man sich schon mindestens im Golden Set, und auch bei 22:19 sah es noch ganz rosig aus für Amriswil. Als dann die Thurgauer jedoch zwei Satzbälle vergaben und Herrsching zu einem Matchball kam, war das Ausscheiden aus dem CEV-Cup sehr nahe.

Versöhnlicher Abend für Abouelsoud Eid

Mit einem Blockout-Ball rettete Björn Höhne sein Team, und Mischa von Burg sowie erneut Höhne schafften den frenetisch bejubelten Satzausgleich (27:25). Doch es ging in die Verlängerung, nachdem Herrsching den fünften Satz gleich mit 15:6 für sich entschieden hatte.

Abouelsoud Eid (rechts) hämmert einen Ball an Herrschings Block vorbei.

Abouelsoud Eid (rechts) hämmert einen Ball an Herrschings Block vorbei.

Mario Gaccioli

Obwohl die Amriswiler auch im Golden Set die wichtige Aufschlagwahl verloren, fielen diesmal die Bälle mehrheitlich ins Herrschinger Feld. Immer wieder Wendt, aber auch der omnipräsente Höhne brachten ihr Team bis zum Seitenwechsel 8:6 in Führung. Als dann Mischa von Burg bei 9:7 den sonst fast unfehlbaren Polen Borris blockte, lag der Sieg nahe. Bei 14:11 blockte Abouelsoud Eid van Tilburgs Angriffsball. Es war dem Ägypter zu gönnen, den Matchball verwertet zu haben, war er doch den ganzen Abend nie auf Touren gekommen.

Zum Ende der Stressphase mit elf Spielen innert vier Wochen belohnte sich Volley Amriswil mit der Qualifikation für die CEV-Cup-Sechzehntelfinals. Dort trifft es auf Partizan Belgrad. Das Heimspiel steigt am Mittwoch, 9. November. Das Rückspiel in Serbien folgt eine Woche später am 16. November.

Amriswil – Herrsching (GER) 2:3 (22:25, 23:25, 25:23, 27:25, 6:15)
Amriswil gewinnt den Golden Set 15:11

Tellenfeld – 610 Zuschauer.
Amriswil: Imhoff, Filippov, Höhne, von Burg, Wendt, Eid, Diem (Libero).
Herrsching: Ilic, Walker Shaw, Sagstetter, Borris, van Tilburg, Hurt, Graven (Libero).