Wuppenau
«Die SVP kränkelt»: Wahlschlappe für Partei und bisherigen Gemeinderat – das sagen die Kandidaten

Am Wahlsonntag hat der Souverän von Wuppenau den bisherigen Gemeinderat Walter Anken nicht im Amt bestätigt. Ob er für einen zweiten Wahlgang antritt, ist noch nicht klar.

Sabrina Bächi
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Der Wuppenauer Souverän hat den bisherigen Gemeinderat Walter Anken abgewählt.

Der Wuppenauer Souverän hat den bisherigen Gemeinderat Walter Anken abgewählt.

Bild: Mario Testa

«Für die SVP ist es eine Wahlschlappe.» Reto Gantenbein findet klare Worte für das Abschneiden seiner Partei im Rennen um die Gemeinderatssitze im ländlichen Wuppenau. Drei Bisherige und fünf Neue sind ins Rennen um vier Sitze in der Exekutive angetreten.

Gewählt wurden Patrick Clesle und Katrin Meienhofer als Bisherige. Nicolas Brühwiler schaffte als Neuer den Sprung in die Behörde. Der bisherige Gemeinderat Walter Anken verpasste mit 199 Stimmen das absolute Mehr von 214. Ein klares Verdikt für den SVP-Mann, der bereits seit 20 Jahren Mitglied der Behörde ist.

Reto Gantenbein, SVP-Kandidat.

Reto Gantenbein, SVP-Kandidat.

Bild: PD

SVP-Parteikollege Reto Gantenbein konnte nur 108 Stimmen auf sich vereinen und schneidet damit mit dem zweitschlechtesten Resultat ab. «Die SVP kränkelt offenbar in Wuppenau – das lässt sich nicht von der Hand weisen. Woran das liegt, müssen wir an unserer nächsten Zusammenkunft besprechen», sagt Gantenbein selbstkritisch. Er habe sich persönlich mehr erhofft. Ob er zum zweiten Wahlgang am 12. März antritt, lässt er noch offen. «Wahrscheinlich aber nicht.»

Sollte Walter Anken noch einmal kandidieren, so würde er sich nicht mehr zur Wahl stellen und stattdessen seinen Parteikollegen unterstützen. «Ich fände es schwierig, wenn zwei Neue im Gemeinderat sind. Vor allem wäre es auch für Walter Anken schade, er hat so viel geleistet für die Gemeinde.»

Ob Anken zum zweiten Wahlgang antritt, ist ebenfalls noch offen. «Es müssen zuerst noch ein paar Fragen geklärt werden», sagt Anken auf Anfrage. Für ihn breche keine Welt zusammen, aber richtig einordnen könne er das Resultat noch nicht. «Wir müssen das analysieren, was passiert ist im Dorf. Es ist nicht gerade so brutal wie in Güttingen, aber ich muss noch einmal darüber schlafen.»

Einer will nochmals, die anderen wissen es noch nicht

Martin Schneider, parteiloser Kandidat.

Martin Schneider, parteiloser Kandidat.

Bild: PD

Martin Schneider will sich in jedem Fall einem zweiten Wahlgang stellen. Er hat am Sonntag 142 Stimmen gemacht. «Ich habe das Resultat so erwartet und meine Ressourcen auch auf einen zweiten Wahlgang aufgespart», sagt er. Er habe keine negativen Rückmeldungen auf seine Kandidatur erhalten, was auch ein Grund sei, weshalb er noch einmal antrete.

Peter Helfenberger, parteiloser Kandidat.

Peter Helfenberger, parteiloser Kandidat.

Bild: Mario Testa

Die beiden anderen Kandidaten, die nicht gewählt wurden, wissen noch nicht sicher, ob sie in einen zweiten Wahlgang wollen. Peter Helfenberger hat lediglich 77 Stimmen erhalten. «Ich habe damit gerechnet, ich bin der Unbequeme in der Gemeinde.» Er sei jedoch der Überzeugung, dass es mindestens zwei neue Mitglieder brauche in der Exekutive. «Sollte nur der bisherige Gemeinderat Walter Anken nochmals antreten, werde ich mich auch zur Wahl stellen, trotz des schlechten Resultats», sagt Helfenberger.

Urs Meier, parteiloser Kandidat.

Urs Meier, parteiloser Kandidat.

Bild: PD

Urs Meier konnte nach SVP-Mann Anken mit 154 das zweitbeste Resultat der fünf Nichtgewählten verbuchen. «Wahrscheinlich werde ich deshalb auch zum zweiten Wahlgang antreten. Sicher bin ich mir aber noch nicht.» Die Bevölkerung habe ihm mit dem guten Resultat das Vertrauen geschenkt, findet er. Sollte er nochmals antreten, werde er wohl noch etwas mehr Wahlwerbung für sich machen.

Intensiver Wahlkampf führte zum Erfolg

Nicolas Brühwiler, neugewählter Gemeinderat von Wuppenau

Nicolas Brühwiler, neugewählter Gemeinderat von Wuppenau

Bild: PD

Der Parteilose Nicolas Brühwiler hat beim ersten Wahlgang den Sprung in die Exekutive mit 222 Stimmen geschafft. Er führt seinen Erfolg unter anderem auf seine starke Präsenz beim Wahlkampf zurück. «Ich habe gute Rückmeldungen erhalten, weil ich am Samstag neun Stunden vor dem Dorfladen gestanden bin. Dort habe ich mit einigen Personen sprechen können und vielleicht genau die paar noch überzeugt, dass es mir fürs absolute Mehr gereicht hat», sagt er. Er glaube zudem, dass seine Fähigkeiten im Bereich Strassenbau und Energie ihm zugutekamen.

Die Stimmbeteiligung in Wuppenau lag bei hohen 55,1 Prozent. Der zweite Wahlgang ist auf den 12. März 2023 angesetzt.