Wega
Trotz Wetterkapriolen: Sehr viele Besucher kamen an die Wega nach Weinfelden

Fünf Tage Ausnahmezustand in Weinfelden sind vorbei. Die Wega-Leitung zieht eine sehr positive Bilanz und auch laut der Polizei gab es keine grösseren Zwischenfälle. Die Sonderschau der Armee hat polarisiert, kam bei den Besuchern jedoch mehrheitlich sehr gut an.

Mario Testa
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Von Donnerstag bis Montag herrschte oft viel Betrieb in den Weinfelder Gassen an der Wega.

Von Donnerstag bis Montag herrschte oft viel Betrieb in den Weinfelder Gassen an der Wega.

Bild: Mario Testa

«Ich bin sehr zufrieden. Es hatte sehr viele Leute und es herrschte eine super Stimmung. Die Leute wollten einfach wieder raus», sagt Wega-Präsident Heinz Schadegg. Im Gespräch mit den Ausstellern habe sich sein Eindruck von vielen Besucherinnen und Besuchern bestätigt. «Der Öpfelchüechli-Stand, welcher seit 20 Jahren an die Wega kommt, hat noch nie so viel verkauft. Es gab auch andere, welche ausverkauft waren und nachbestellen mussten.» Auch Messeleiter Gregor Wegmüller teilt Schadeggs Einschätzungen. Es herrsche einhellig die Meinung, dass es sehr gut gelaufen ist dieses Jahr.

«Uns hat es sehr gefreut, dass trotz der Wetterkapriolen die Leute so zahlreich kamen. Wir gehen von mindestens 100'000 aus, wenn nicht mehr.»
Smile, it's Wega!

Smile, it's Wega!

Bild: Mario Testa
Zwei F/A 18 der Schweizer Armee fliegen über das Wega-Gelände.

Zwei F/A 18 der Schweizer Armee fliegen über das Wega-Gelände.

Bild: Mario Testa

Eindrücke von der Wega mit blauem Himmel am Montag.

Bild: Mario Testa

Auch dem zwischenzeitlichen Regen kann Wegmüller Positives abgewinnen. «Regen hat den Vorteil, dass dann viele Leute in die Hallen reingehen, und davon haben dann auch die dortigen Aussteller profitiert.» Dass es an der Wega dieses Jahr knapp zehn Prozent weniger Aussteller hatte, sei kaum negativ aufgefallen. «Im grossen Ganzen hat man es kaum gemerkt. Wir haben zwei Hallen etwas verkleinert, dafür gab es grössere Aussenstände. Das hat sich gut ergänzt.»

Bestätigung für den Entscheid zur Durchführung

Der künftige und bisherige Wega-Präsident Beat Bollinger und Heinz Schadegg mit Messeleiter Gregor Wegmüller.

Der künftige und bisherige Wega-Präsident Beat Bollinger und Heinz Schadegg mit Messeleiter Gregor Wegmüller.

Bild: Mario Testa

Wegmüller und Schadegg fühlen sich bestätigt im Entscheid, die Wega nach zwei Jahren Corona-Ausfall wieder durchzuführen. «Wir haben mit den Vorbereitungen ja schon angefangen, bevor überhaupt erste Coronalockerungen stattgefunden hatten», sagt Gregor Wegmüller. «Nun sind wir und die Aussteller happy, hatten wir den Mut, die Messe durchzuführen.»

Am Montagabend werde sich das Wega-Team nun sicher auch ein Bier gönnen und auf die gelungene Messe anstossen, sagt Heinz Schadegg. «Bei mir lässt die Anspannung nun nach.» Sein Nachfolger Beat Bollinger, der während fünf Tagen an Schadeggs Seite mitgegangen war, um sich über seine künftige Aufgabe zu informieren, sagt: «Bei Heinz lässt die Anspannung heute nach, bei mir nimmt sie zu.»

Vorkommnisse habe es an der Wega keine gravierenden gegeben. Das bestätigt am Montagnachmittag auch die Kantonspolizei Thurgau. «Stand jetzt ist die Wega aus Sicht der Kantonspolizei Thurgau ohne grössere Zwischenfälle verlaufen», sagt Mediensprecher Daniel Meili auf Anfrage.

Grosser Rückhalt trotz Kritik an Sonderschau

Die Sonderschau der Armee an der diesjährigen Wega hat sehr viele Besucherinnen und Besucher angelockt, gab aber auch Anlass für Diskussionen. «Wir haben die Aufgaben und Fähigkeiten der Armee dem Publikum nähergebracht und einen Dialog zwischen Armeeangehörigen und dem Publikum ermöglicht.» Dabei konnte sich die Armee auch armeekritischen Besucherinnen und Besuchern, die offen für ein Gespräch waren, erklären, sagt Lorenz Schmid, Chef Medien der Territorialdivision 4. «Diese Form der Begegnung ist durchwegs als positiv zu betrachten.»

Das Wega-Bähnli fährt ausserhalb des Messegeländes seine Runden.

Das Wega-Bähnli fährt ausserhalb des Messegeländes seine Runden.

Bild: Mario Testa
Dutzende Güggeli drehen am Spiess in der Füürwehrbeiz.

Dutzende Güggeli drehen am Spiess in der Füürwehrbeiz.

Bild: Mario Testa
Immer gut besetzt und schön dekoriert: die Dorfbeiz.

Immer gut besetzt und schön dekoriert: die Dorfbeiz.

Bild: Mario Testa

Drei Klassiker an der Wega: Das Bähnli, die Güggeli und die Dorfbeiz.

Bild: Mario Testa

Kritik an der Sonderschau sei gegenüber den Verantwortlichen der Territorialdivision 4, die die Ausstellung verantwortet, keine geäussert worden. Der Konflikt in der Ukraine zeige auch, wie wichtig eine fähige Armee zur Verteidigung eines Landes sei. Es gebe insgesamt 28 kriegerische Auseinandersetzungen weltweit. «Wird nun während der Durchführung der Wega nur aufgrund des Ukraine-Konflikts plötzlich Kritik an der Sonderschau der Armee geübt, marginalisieren die Kritiker damit nur den Schrecken und das Leid in den anderen 27, vielleicht nicht so präsenten Konflikten.»

Kinder und Erwachsene nützen die Gelegenheit und besteigen einen der Panzer in der Sonderschau der Armee.

Kinder und Erwachsene nützen die Gelegenheit und besteigen einen der Panzer in der Sonderschau der Armee.

Bild: Arthur Gamsa

Auch Gregor Wegmüller und Heinz Schadegg mussten Kritik einstecken wegen der Sonderschau. Er habe eine grosse Diskrepanz erlebt zwischen der Kritik in den E-Mails und dem Eindruck vor Ort in der Sonderausstellung, die sehr gut angekommen sei bei den Besucherinnen und Besuchern. Da ändere auch ein Verzicht auf HG-Attrappenwürfe oder Schiesssimulatoren nichts.

«Es gibt die Armee entweder ganz oder gar nicht. Auch im Nachhinein finde ich unseren Entscheid gut.»

Heinz Schadegg, der die Sonderschau schon vor vier Jahren eingefädelt hatte, ergänzt: «Es müssen auch nicht alle einverstanden sein damit, wir leben in einer Demokratie und eine Debatte darf geführt werden.» Und auch Beat Bollinger verteidigt den Entscheid zur Sonderschau. «Wann, wenn nicht jetzt, hat auch eine solche Sonderschau seine Berechtigung. Ich finde sie sehr beeindruckend.»

Kinder der Musikschule Weinfelden zeigen eine Tanzshow auf der TKB-Bühne.

Kinder der Musikschule Weinfelden zeigen eine Tanzshow auf der TKB-Bühne.

Bild: Mario Testa
Ein junger Seifenkisten-Fahrer rast am Sonntag die Bahnhofstrasse hinunter.

Ein junger Seifenkisten-Fahrer rast am Sonntag die Bahnhofstrasse hinunter.

Bild: Mario Testa

Auch die Jugend bekommt ihre Bühne an der Wega.

Bild: Mario Testa