Salenstein
Sportliches Spucken in Salenstein: In der Kirschgemeinde fliegen die Steine

Am Samstag lockte das Chriesifest in Salenstein zahlreiche Besucher an. Bei bestem Wetter drehte sich alles um die kleine Doppelfrucht und es wurden Spitzenleistungen erzielt.

Viviane Vogel
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Eine Teilnehmerin des Chriesistei-Spuckwettbewerbs lässt den kleinen Stein fliegen.

Eine Teilnehmerin des Chriesistei-Spuckwettbewerbs lässt den kleinen Stein fliegen.

Bild: Viviane Vogel

Ein halbes Kilogramm Chriesi, so viel isst Herr und Frau Schweizer durchschnittlich im Jahr. Verglichen mit den beliebten Äpfeln, von denen rund 16 Kilogramm verschlungen werden, hat die kleine Steinfrucht noch einiges aufzuholen. Dafür wird am diesjährigen Chriesifest in Salenstein gesorgt, wo am Samstag Arenenberger Infotafeln Fakten über die Frucht auflisten. «Natürlich geht es nach aussen hauptsächlich um Chriesi», sagt Luca Hanimann, der eine Schicht beim Chriesi-Bähnli übernommen hat.

Luca Hanimann, Helfer.

Luca Hanimann, Helfer.

Bild: Viviane Vogel
«Für uns Salensteiner ist es primär ein grosses Wiedersehen, wo wir alle zusammenkommen und uns austauschen.»

In der Kirschengemeinde ist heute für alle etwas da. Es gibt Einblicke in das Handwerk eines Kirschenbauern und eines Schnapsbrenners. Es gibt zahlreiche Delikatessen, wie zum Beispiel eine «Chriesiwurst». Und die Kleinsten können sich das Gesicht schminken lassen.

Samuel Ilg gewinnt das Wettspucken mit einer Weite von 14,8 Metern. Zuvor erreichte er gar die Weite von 17 Metern.

Samuel Ilg gewinnt das Wettspucken mit einer Weite von 14,8 Metern. Zuvor erreichte er gar die Weite von 17 Metern.

Bild: Viviane Vogel

Was alle Altersgruppen gleichermassen anlockt, ist die neunte «Chriesistei-Spuckmeisterschaft», die den ganzen Nachmittag ausgetragen wird. «Der Anlauf ist wichtig», erklärt Titelverteidiger Nicolas Egger. «Ausserdem sollte der Stein schön glatt sein und ja kein Fruchtfleisch mehr dran haben.» Die Höhe muss zudem stimmen – wird der Stein zu hoch gespuckt, schliddert er nach seinem Aufprall nicht schön weiter.

Auf dem Seerücken gibt es einige Spuck-Experten

Der Weitspuckmeister hat noch einen Geheimtipp. «Ich suche mir immer die kleinsten Kirschen. Je kleiner, desto höher die Chance auf einen runden Stein.» Wenn es keine Ecken und Kanten hat, kann der Stein weiter rollen. Das scheint auch Samuel Ilg verstanden zu haben. Er schafft in der Vorrunde rekordverdächtige 17 Meter. An den Ostschweizer Rekord kommt er dennoch nicht heran – der liegt bei über 18 Metern.

Kurt Baumann misst die Weite der Chriesisteine auf der von ihm konstruierten Landebahn.

Kurt Baumann misst die Weite der Chriesisteine auf der von ihm konstruierten Landebahn.

Bild: Viviane Vogel

Kurt Baumann ist Herr der Messlatte und Mitglied des Organisationskomitees. «Das ist eine gute Sache, die wir hier haben», sagt er. Die Idee für den Wettkampf stammt aus Luzern, aber er hat die Landebahn konstruiert.

«Viele Kirschenbauern sind auch im Turnverein, da hat die Idee eines Chriesifests schnell eine Eigendynamik entwickelt.»

Unterdessen ist es ein wichtiges Fest in der Region. «Heute haben mich die vielen Besucher überrascht, die sogar schon vormittags gekommen sind», sagt Fränzi Hutterli. «Es ist mehr als nur ein Dorffest, weil die Leute auch von hinter dem Seerücken herkommen.»

Rangliste

Am Ende der Spuckmeisterschaft gewinnt Laurice Egger bei den Kindern mit über 13 Metern. Renate Knopp überholt alle Frauen mit mehr als 11,5 Metern. Bei den Männern wird der Sieg in den Zentimetern entschieden. Mit 14,8 Metern räumt Samuel Ilg den Pokal ab. (viv)