Glosse
Räbeblatt: Sex mit Pariser und Stunk mit Mohrenkopf

An der Wega werden Mohrenköpfe verschenkt. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Was ist mit kultureller Aneignung im Puff? Der Affeltranger Blaue Aff hat ein Problem.

Satira Bächi
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Ist Sex mit Pariser kulturelle Aneignung?

Ist Sex mit Pariser kulturelle Aneignung?

Bild: fotolia

Wer an der Wega einen Button (Achtung: Korrekte Aussprache ist «Böttn») kauft, darf sich einen «Mohrenkopf» genehmigen. Diese Unachtsamkeit hat in der Region hohe Wellen geworfen und die Diskussionen über Diskriminierung, Rassismus und kulturelle Aneignung weiter angefeuert.

So sei das Riesenrad an der Wega diskriminierend für Kleinwüchsige und die Weisswurst aber wohl der sprachliche Ausgleich zum Mohrenkopf. Auch das Grill-Poulet in der Halle 7 kommt unter die Räder: Veganer fordern eine fleischlose Grillalternative.

Sabrina Bächi, Ressortleiterin Weinfelden, schreibt als Satira die Glosse Räbeblatt.

Sabrina Bächi, Ressortleiterin Weinfelden, schreibt als Satira die Glosse Räbeblatt.

Bild: Andrea Stalder

Jetzt melden sich auch Bordelle zu Wort. Sie berichten von unwilligen Freiern, die Sex mit Parisern als kulturelle Aneignung betrachten. Und die Hündchenstellung gleiche einer Haltung, die nun selbst von den Gegnern der Massentierhaltungsinitiative kritisch betrachtet wird. So hat der «Blaue Aff» sofort umgestellt und beschreibt die Nümmerchen nur noch mit Nummern. Fertig ist's mit Doggystyle, Missionarssex oder 69. Jetzt kann man nur noch Stellung 1, 2 oder 3 wählen. Die Märstetter Rote Villa will nachziehen. Die Wokeness geht hier sogar so weit, das heimelige Rotlicht alsbald mit Grünlicht zu überstrahlen, damit auch keine Farbe zu kurz kommt.

Und Satira Bächi fragt sich, ob sie künftig ihren Freundinnen überhaupt noch erzählen darf, dass der Typ von vergangener Nacht leider nur ein Wienerli zwischen den Beinen hatte. Oder ob das auch schon diskriminierend ist – für die Wienerli natürlich.