Märstetten
Das Schicksal der Romene: die einzige Oper im Thurgau feiert Premiere

Die kleinste Oper der Welt feiert die erfolgreiche Premiere der Oper Imeneo von Georg Friedrich Händel in Märstetten.

Werner Lenzin
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Sopranistin Merle Bader aus Frankfurt hauchte der Hauptfigur mit ihrer Darbietung und Stimme Leben ein.

Sopranistin Merle Bader aus Frankfurt hauchte der Hauptfigur mit ihrer Darbietung und Stimme Leben ein.

Bild: Werner Lenzin

Alle 70 Stühle sind besetzt an diesem Sommerabend in der Oper Märstetten. Der musikalische Leiter Jürg Trippel sitzt am Dirigentenpult hinter dem Publikum. Er ist ein wichtiger Teil des Ganzen. «Vor zehn Jahren entschloss ich mich, den ehemaligen Torkel und meine spätere Pferdescheune in eine Oper umzubauen», erinnert sich der 69-jährige Lehrer, der schon als Knabe musikalisch von seiner Mutter gefördert wurde.

Trippel hat sich zusammen mit Regisseurin Barbara Sturzenegger für diese grosszügige Partitur von Georg Friedrich Händel entschieden. Es gelang ihnen, das Werk den Gegebenheiten der Oper Märstetten, der einzigen im Thurgau, anzupassen und dabei kleine inhaltliche Änderungen vorzunehmen.

Im Zentrum stand dabei die Frage: Was ist machbar auf dieser Bühne? Auszügen aus der Gesamtpartitur standen Solisten, Chor und Musikern in der Folge für ihre individuellen Proben zur Verfügung. Abschliessend haben die beiden das Ganze mit allen Beteiligten inklusive Schauspieler zu einem musikalischen Guss zusammengebaut.

Das Herauszögern des Entscheids

Die Regisseurin Barbara Sturzenegger hat es ausgezeichnet gelöst, das Schicksal der Romene und das Herauszögern ihres Entscheids, auf die Bühne zu bringen. Gewinnbringend war auch der Auftritt von Chormitwirkenden als Schauspieler. Im Verlaufe der Oper erhielten sie die Rolle der Betrachtenden.

Einen nachhaltigen Eindruck hinterliess der erstmalige Auftritt an der Oper Märstetten der jungen Sopranistin Merle Bader aus Frankfurt als Romene. Das vielschichtige Werk wurde in italienischer Sprache gesungen. «Klein, aber fein», bezeichnet Besucher Urs Rufener aus Pfyn seinen Eindruck der Aufführung.