Regionalfussball
Erfolgreiches Wochenende für die Toggenburger: Wattwil Bunt, Kirchberg und Ebnat-Kappel holen jeweils drei Punkte

Im Toggenburger Fussball zeichnet sich ein goldener Herbst ab. Wattwil Bunt schafft in der 2. Liga mit dem 4:0 gegen Linth 04 2 den Anschluss ans hintere Mittelfeld. Aufsteiger Kirchberg spielt in der 3. Liga keck mit und bezwingt Münchwilen mit 3:1. Und in der 4. Liga gelingt Ebnat-Kappel im siebten Auftritt der siebte Sieg. Besser geht es fast nicht.

Beat Lanzendorfer
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Jeton Seferi (links) hat wie schon so oft in der Vergangenheit den Torreigen der Wattwiler eröffnet.

Jeton Seferi (links) hat wie schon so oft in der Vergangenheit den Torreigen der Wattwiler eröffnet.

Bild: Beat Lanzendorfer

Wattwil Bunt schafft den zweiten Saisonsieg

Der FC Wattwil Bunt hat sich das Beste zum Schluss des Spiels aufbehalten. Vier Tore in den letzten 15 Minuten bescheren dem Toggenburger Zweitligisten einen verdienten 4:0-Erfolg gegen Linth 04 2.

Nach dem zweiten Saisonsieg und mit den gewonnenen drei Punkten hat die Mannschaft den Anschluss an das Mittelfeld der Tabelle geschafft.

Trainer Jan Rüeger ist hochzufrieden

Bei den Wattwilern waren nach Spielschluss aus verständlichen Gründen nur strahlende Gesichter auszumachen. Allen voran Trainer Jan Rüeger, der sich von der Leistung seiner Mannschaft angetan zeigte: «Wir waren schon in der ersten Halbzeit besser als der Gegner, der Sieg ist hochverdient.» Hätten die Spieler ihr Visier besser eingestellt, wären schon vor dem Seitenwechsel Tore gefallen. Deshalb benötigte es etwas Geduld.

Den Torreigen eröffnete wie so oft der Wattwiler Torjäger Jeton Seferi. Nach 75 Minuten nahm er bei einem Freistoss Anlauf und traf zur Wattwiler Führung. Acht Minuten später war es der erst 17-jährige Michael Scherrer, der mit seinem ersten Tor in der ersten Mannschaft das 2:0 schoss.

Silvio Bahoric besorgt den Höhepunkt des Spiels

Als bereits alles mit dem Schlusspfiff rechnete, gaben die Wattwiler noch zwei Zugaben, die es in sich hatten. Beim 3:0 nahm Edonit Gashi aus 30 Metern Anlauf und liess dem gegnerischen Schlussmann keine Abwehrchance.

Das war es aber noch nicht und es sollte noch besser werden. Beim letzten Höhepunkt des Tages war die Vorarbeit fast schöner als der Treffer selbst. Silvio Bahoric degradierte auf der linken Angriffsseite gleich mehrere Gegenspieler zu Statisten. Sein anschliessend perfekt getimter Pass auf Adrijan Halimi nutzte dieser zum 4:0.

Nach diesem Sieg dürfte bei den Wattwilern zwar keine Euphorie ausbrechen. Die Mannschaft hat sich nach dem Dämpfer gegen Schlusslicht Romanshorn (2:3-Niederlage) aber gefangen und drei wichtige Punkte im Kampf gegen den Ligaerhalt eingefahren. In diesem Stil darf es weitergehen.

Kirchberg kehrt zum Erfolg zurück

Mario Kuhn, links, fertigte mit seinen zwei Toren Münchwilen praktisch im Alleingang ab.

Mario Kuhn, links, fertigte mit seinen zwei Toren Münchwilen praktisch im Alleingang ab.

Bild: Beat Lanzendorfer

Der FC Kirchberg hat die Niederlage in Zuzwil gut weggesteckt und kehrt mit dem 3:1 gegen Münchwilen auf die Erfolgsstrasse zurück. Somit mischt der Aufsteiger weiter munter an der Spitze mit und belegt in der Tabelle hinter Bütschwil und Zuzwil den dritten Zwischenrang.

Mario Kuhn war einmal mehr überragend

Die Warnung von Trainer Domenico Esposito bei der Teambesprechung vor dem Spiel hat gefruchtet: «Ich habe der Mannschaft gesagt, dass der Gegner nicht zu unterschätzen ist, immerhin hat er gegen Zuzwil und Neckertal-Degersheim jeweils einen Punkt geholt. Deshalb freut es mich doppelt, dass meine Jungs meine Vorgaben gut umgesetzt haben und vom Start weg aufs Gas drückten.»

Gäbe es trotzdem etwas zu bemängeln, dann wäre es die Abschlussschwäche. Dazu sagte Esposito: «Wir hätten zur Pause höher als nur 3:0 führen müssen. Allein in der Startphase vergaben wir gleich mehrere hundertprozentige Chancen.»

Es war dann einmal mehr Spielmacher Mario Kuhn, der für die Differenz besorgt war. Das 1:0 und 2:0 erzielte er selber. Beim 3:0 konnte sein Schuss von seinem Gegenspieler nur noch ins eigene Gehäuse befördert werden, weshalb es als Eigentor taxiert wird.

Münchwilen gelingt in der Endphase der Ehrentreffer

Obwohl die Kirchberger im zweiten Abschnitt mit weiteren Toren geizten, brauchten sie sich keine Sorgen zu machen, dass noch etwas anbrennen könnte.

Münchwilen gelang der Anschlusstreffer erst in der 86. Minute. Ansonsten wirkten die Gäste aber ziemlich ideenlos mit wenig Durchschlagskraft nach vorne.

Ebnat-Kappel mit dem siebten Sieg

Ebnat-Kappel bleibt in der 4. Liga allein auf weiter Flur und schafft beim 4:1-Erfolg bei Weinfelden-Bürglen 1a den siebten Dreier in Serie. Trainer Andi Büsser zeigte sich aber durchaus selbstkritisch: «Es war nicht unsere beste Saisonleistung, schön, dass es trotzdem zu drei Punkten gereicht hat.» Dem Gegner attestierte er eine gute Vorstellung, der sich als Schlusslicht bisher unter Wert geschlagen habe.

Es dauerte denn auch bis zur 40. Minute, bis Robin Keller mit dem 1:0 die Defensive des Gegners erstmals knacken konnte. Raffael Büsser und Jonas Diener bauten den Vorsprung nach dem Seitenwechsel aus. Fünf Minuten vor dem Abpfiff gelang Weinfelden vom Elfmeterpunkt der Anschlusstreffer.

Der eingewechselte Janick Forrer stellte kurz vor dem Abpfiff den Dreitore-Vorsprung wieder her. Dazu sagte Trainer Andi Büsser abschliessend mit einem Lachen: «Der kleinste Spieler auf dem Platz hat mit dem Kopf das 4:1 geschossen.»

Bei zwei noch ausstehenden Spielen und fünf Punkten Vorsprung ist den Ebnatern der Herbstmeistertitel kaum noch zu nehmen. Allerdings spielen die Obertoggenburger noch gegen den Tabellenzweiten Wil. Bei einer Niederlage am 22. Oktober könnte es zum Abschluss der Vorrunde gegen Flawil 2 nochmals eng werden.