Filmkultur
Frauenfelder Schlosskino vor dem Aus: Stadtrat beantwortet Anfrage von SVP-Gemeinderat

Die angekündigte Schliessung des Schlosskinos per Ende Jahr bewog SVP-Gemeinderat Andres Storrer zu einer Einfachen Anfrage: Er wollte vom Stadtrat wissen, ob dieser das Kino künftig subventionieren will.

Olaf Kühne
Drucken
Das Schlosskino Frauenfeld steht vor seiner Schliessung.

Das Schlosskino Frauenfeld steht vor seiner Schliessung.

Bild: Andrea Stalder

Filmfreunde konnten sich bis anhin nicht beklagen in Frauenfeld. Mit dem Cinema Luna und dem Schlosskino zeigen gleich zwei Häuser ein breites Spektrum des internationalen Filmschaffens.

Entsprechend erstaunte im Sommer die Meldung, dass mit dem Schlosskino just das Kino seine Schliessung bekanntgeben musste, welches auf kommerzielle Blockbuster spezialisiert ist: Seine Betreiberin, die Kino Weinfelden AG, hatte aus finanziellen Gründen den Mietvertrag per Ende des laufenden Jahres gekündigt. Zwar haben laut der Kinobetreiberin längst zwei Gespräche mit Interessenten stattgefunden, die das Ein-Saal-Kino ab 2023 weiterbetreiben wollen.

Andres StorrerGemeinderat SVP

Andres Storrer
Gemeinderat SVP

Bild: PD

Die Schliessungsankündigung rief im Juli dennoch SVP-Gemeinderat Andres Storrer auf den Plan. Mittels Einfacher Anfrage wollte er vom Stadtrat wissen, ob «seitens der Stadt Frauenfeld ein Interesse besteht, diesen Kinobetrieb aufrechtzuerhalten, und was wären allfällige Massnahmen, um dies zu ermöglichen». Zudem fragte Storrer nach der Haltung des Stadtrates bezüglich dieser Schliessung.

Weiter bezog sich Storrer auf die kurz zuvor erfolgte Anschaffung der Bronzeskulptur «Sündarella», welche seit 2020 auf der Promenade steht, und wofür die Stadt 50'000 Franken springen liess.

In seinem Antwortschreiben stellt der Stadtrat nun klar, dass die städtische Beteiligung an den Kosten für «Sündarella» auf ein Gesuch der Kulturkommission hin erfolgt sei und ausschliesslich aus dem explizit für Kunstanschaffungen bestimmten Fonds finanziert wurde.

Hingegen fehle jeglicher gesetzlicher Auftrag, ein Kino zu subventionieren, welches ausschliesslich kommerzielle Filme insbesondere aus Hollywood zeige – so sehr man seitens Stadtrat die Schliessung des Schlosskinos auch bedaure. «Der Stadtrat hofft, dass die jetzigen Betreiber des Schlosskinos und/oder der Besitzer der Liegenschaft eine Lösung finden, damit weiterhin ein Unterhaltungskino betrieben wird», steht weiter in der Antwort.

Cinema Luna erhält 20'000 Franken jährlich

Zudem erklärt die Stadtregierung, weshalb das zweite Frauenfelder Kino, das Cinema Luna, im Gegensatz zum Schlosskino im Rahmen einer Leistungsvereinbarung mit jährlich 20'000 Franken unterstützt wird: «Die staatliche Kinoförderung beschränkt sich auf die Angebotsvielfalt: Je abwechslungsreicher ein Kino sein Programm hinsichtlich Herkunftsländer und Genres zusammenstellt, desto mehr Unterstützung bekommt es.» Hierbei zeichne sich das durch einen Verein betriebene, nicht kommerzielle Cinema Luna dadurch aus, dass es pro Jahr rund 200 Filme aus 40 Ländern zeige.