Entwicklungshilfe
Verschlechterte Sicherheitslage im Südsudan: Stiftung bricht von Stadt Frauenfeld unterstütztes Projekt ab

Im Rahmen einer Städtepartnerschaft unterstützte Frauenfeld ein Projekt, welches Frauen im Südsudan vor sexueller Gewalt schützen will. Nun hat die zuständige Stiftung das Projekt abgebrochen, die noch nicht eingesetzten Gelder wird sie zurückzahlen.

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Teilnehmerinnen des Projekts «My Body, My Right, My Future» im Südsudan.

Teilnehmerinnen des Projekts «My Body, My Right, My Future» im Südsudan.

Bild: PD / Jok Solomon / Horyzon / Fairpicture

Schaffhausen, Frauenfeld, Winterthur und St.Gallen arbeiten in der Auslandhilfe eng zusammen. Jährlich nehmen die Städte Gesuche von Hilfsprojekten entgegen. Ein Fachgremium prüft diese anhand festgelegter Auswahlkriterien und legt sie den jeweiligen Stadträten zur Entscheidung vor.

2021 hat die Städtepartnerschaft das Projekt «My Body, My Right, My Future» der Stiftung Horyzon in Zusammenarbeit mit der Organisation YWCA Südsudan mit insgesamt 275’000 Franken unterstützt.

Davon entfielen 35‘000 Franken auf Frauenfeld. Das Geld wurde im ersten Quartal 2022 an Horyzon überwiesen. Nun hat die Stiftung die Städte informiert, dass sie das Projekt und die Zusammenarbeit mit YWCA Südsudan vorzeitig beenden wird. Dies, weil Covid-bedingte Reisebeschränkungen und eine Verschlechterung der Sicherheitslage im Südsudan die Projektbegleitung erschwert haben.

Weiter gab es einen Wechsel in der Leitung von YWCA Südsudan, was sich negativ auf die Kommunikation ausgewirkt hat. Ebenfalls zum Projektabbruch führten Schwächen in der Budgetierung des Projektes von Seiten YWCA Südsudan und das Nichteinhalten von Fristen in den Abrechnungsperioden.

Schwerpunkte des Projekts waren die Aufklärung der Mädchen und jungen Frauen und das Aufzeigen von Auswegen, wie sie dem Teufelskreis aus sexueller Gewalt, grosser Armut und mangelnder Schulbildung entfliehen können. Bis zum Projektabbruch wurden 600 Jugendliche zu Themen der sexuellen Gewalt sensibilisiert.

Direktbetroffene dieser Form von Gewalt wurden psychologisch und medizinisch unterstützt. In sogenannten «Gesundheitsclubs» erhielten Jugendliche zudem die Möglichkeit, sich über Themen rund um die sexuelle Gesundheit auszutauschen.

Wie die Stadt Frauenfeld weiter mitteilt, wird die Stiftung die noch nicht eingesetzten Gelder zurückerstatten. (red)