Glosse
«Chlöpf di nöd weg» im Voraus: Worüber man sich nach der Frauenfelder Bundesfeier fremdschämen muss

Murgspritzer: Stadtpräsident Anders Stokholm ist mal wieder die Ruhe in Person, findet TZ-Redaktor Mathias Frei. Denn in Frauenfeld finden zwei Feiern zum 1.August statt, damit auch jene feiern können, die am 2.August wieder frühmorgens arbeiten müssen. Das muss aber nicht bedeuten, dass man zu viel trinkt.

Mathias Frei
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An diesem 1.August gingen keine Raketen in die Luft.

An diesem 1.August gingen keine Raketen in die Luft.

Bild: PD

Das war doch ein beschaulicher 1.August. Ganz ohne Feuerwerk. Und dann müssen doch noch ein paar zünden. Die Rede hier ist nicht von Pyrotechnik in Fussballstadien, sondern von Kommentarschreibern in der Facebook-Timeline von Stapi Anders Stokholm. Da gibt es doch wirklich Leute, die sich darüber enervieren, dass Frauenfeld zweimal feiert: am Vorabend des Nationalfeiertags und dann am 1.August selber. Das sei beschämend, meint einer. Der meint das offenbar ernst. Und das Fremdschämen beginnt.

Mathias Frei.

Mathias Frei.

Bild: Andrea Stalder

Aber Stokholm bleibt gelassen und argumentiert, dass man so in den 1.August hineinfeiern könne. Eine Chance für alle, die am 2.August frühmorgens wieder zur Büez müssten. So liegt am 31.Juli auch ein Gläsli drin – oder zwei. Nicht dass man mich falsch versteht geschweige denn Stapi Stokholm. Es geht nicht darum, dass man sich am Vorabend des 1.August eine private «Chlöpf di weg»-Party gibt. Wegen des Feuerwerkverbots hat es ja nicht geklöpft. Und steil gegangen ist am Sonntagabend hinter der Festhütte höchstens Gemeinderatspräsident Kienast. Aber auch nur in seiner Ansprache.