Bildung
«Umgang mit Robotern sehr faszinierend»: Innovative Informatikwoche an der Kantonsschule Frauenfeld

Es liegt auf der Hand: Eine Vervierfachung der Informatiklektionen im Gymnasium muss Spuren hinterlassen. Wie vielfältig und kreativ dies geschehen kann, zeigt die Kanti Frauenfeld mit ihrer neu konzipierten Informatikwoche.

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Unter Anleitung des Cybathlon-Teams der ETH Zürich: Arbeit und Spass mit selbst gestalteten und programmierten Exoskeletten.

Unter Anleitung des Cybathlon-Teams der ETH Zürich: Arbeit und Spass mit selbst gestalteten und programmierten Exoskeletten.

Bild: PD

Die Schülerinnen und Schüler der zweiten gymnasialen Klassen der Kanti Frauenfeld hatten die Qual der Wahl: Interessengeleitet stellten sie ihr individuelles Informatikwochen-Programm aus insgesamt 14 Teilprojekten zusammen.

Creative Coding: Kunst – programmiert mit Python.

Creative Coding: Kunst – programmiert mit Python.

Bild: PD

Entstanden ist ein Mosaik aus Aktivitäten, die sich den grossen Fragen der Digitalität widmeten: Welche Daten hinterlassen wir und wer wertet diese wofür aus? Wird uns das Schreiben künftig von Augmented-Writing-Tools abgenommen? Wie reagieren wir auf cyberkriminelle Aktivitäten? Wie werden Roboter programmiert und eingesetzt? Wie spielen Technik und Natur zusammen? Wie können dreidimensionale Objekte oder Sensoren programmiert und produziert werden? Wie verändert künstliche Intelligenz das Leben? Wie setzt man geografische Informationssysteme ein? Gestalten Algorithmen die Kunst und Musik der Zukunft?

Interesse, Motivation und Neugier

Arbeit mit einem geografischen Informationssystem (GIS).

Arbeit mit einem geografischen Informationssystem (GIS).

Bild: PD

Damit wird klar: Fragen der Informatik durchdringen den Alltag, sind gesellschaftlich höchst relevant und betreffen alle. Die neue Informatikwoche trägt diesem Umstand mit einem transdisziplinären Ansatz Rechnung. Rund 30 Lehrpersonen aus allen Fachrichtungen sowie zahlreiche Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung brachten ihre Perspektive ein, um den Schülerinnen und Schülern eine vertiefte Auseinandersetzung zu ermöglichen. Mit Interesse, Neugier und Motivation gaben sich die Schülerinnen und Schüler in die Themen ein. Nicht selten so intensiv, dass selbst wiederholte Aufforderungen, auch an die Pause zu denken, ins Leere liefen. Stella Gassmann von der Klasse 2md sagte:

«Die Fragen nach der Ethik in Bezug auf künstliche Intelligenz haben mich sehr interessiert. Auch fand ich den Umgang mit den beiden Robotern der HSG sehr faszinierend.»
Exkursion ans Institut für Bildungsmanagement der Uni St.Gallen: Ein Gespräch mit Lexi, dem Sprachroboter.

Exkursion ans Institut für Bildungsmanagement der Uni St.Gallen: Ein Gespräch mit Lexi, dem Sprachroboter.

Bild: PD

Mit der ab Schuljahr 20/21 gültigen Stundentafel des Gymnasiums wurde das Fach Informatik als obligatorisches Fach eingeführt. Gleichzeitig wurde die Lektionenanzahl von einer Jahresstunde auf vier Jahresstunden erhöht. Die Kantonsschule Frauenfeld gestaltet einen Teil des Informatikunterrichts als transdisziplinäre Sonderwoche, in welcher die gesellschaftliche Relevanz der Informatik im Zentrum steht. (red)