Bauwerk
«Müssen investieren und modernisieren»: Plättli-Zoo Frauenfeld baut für insgesamt 1,8 Millionen ein neues Betriebsgebäude

Der Plättli-Zoo Frauenfeld bricht seine über 100 Jahre alte Scheune ab und errichtet gleichenorts ein neues Betriebsgebäude mit Garderoben, Lagerräumen, Büros und einer Wohnung. Zoo-Direktor Walter Mauerhofer gibt Auskunft und sagt: «Wir haben gespart.»

Samuel Koch
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Zoo-Direktor Walter Mauerhofer vor dem alten Betriebsgebäude mit Baujahr 1907, das bis aufs gemauerte EG links weicht.

Zoo-Direktor Walter Mauerhofer vor dem alten Betriebsgebäude mit Baujahr 1907, das bis aufs gemauerte EG links weicht.

Bild: Samuel Koch

Wichtigste Eckdaten während 60 Jahren Plättli-Zoo

  • 1958 Die Familie Mauerhofer mit den drei Kindern Rita, Elisabeth und Walter zieht nach dem Kauf ins Restaurant Plättli. Die ersten Tiere kauft Vater Walter senior für die eigenen Kinder.
  • 1968 Nach der Übernahme eines Affen und der Beschaffung von Löwen bekommt der Plättli-Zoo erstmals den Anerkennungspreis der Stadt verliehen, für die grösste Raubtiershow der Welt.
  • 1973 Die weltweit ersten Schimpansen-Zwillinge in Gefangenschaft kommen als Weltsensation im Plättli-Zoo zur Welt.
  • 1993 Generationenwechsel: Von Walter Mauerhofer senior übernehmen neu Walter junior und Elisabeth die Zoo-Führung.
  • 1995 Raubtiervorstellungen werden aus kommerziellen Gründen eingestellt.
  • 1999 Gründung eines Plättli-Zoo-Fördervereins durch Initiator Fredi Hugelshofer, womit über eine Million Franken für Investitionen zusammenkommen.
  • 2013 In der Sendung «Üse Zoo» berichtet das Schweizer Fernsehen mehrmals aus dem Plättli-Zoo, was diesem erneut den städtischen Anerkennungspreis beschert.
  • 2018 Der Plättli-Zoo feiert sein 60-Jahr-Jubiläum mit einem mehrtägigen Festakt.

Der Berberlöwe Louis, die Kamele oder die Wallabys merken nichts. Sie begeistern Tag für Tag Hunderte Besucherinnen und Besucher von Jung bis Alt. Die Gäste des Plättli-Zoos können die Pläne der Verantwortlichen nur erahnen, wenn sie zwischen Parkplatz und Eingang aufs Gebäude der alten Scheune blicken, wo die öffentlichen WCs untergebracht sind. Auf dem Dach zeigen Bauvisiere an, was an der Hertenstrasse 41 in Frauenfeld bald baulich vor sich geht.

Plättli-Zoo Frauenfeld

Die alte Scheune mit Baujahr 1907 soll einem neuen Betriebsgebäude weichen, wie Zoo-Direktor Walter Mauerhofer vor Ort erzählt, der mit seiner Familie den Plättli-Zoo Ende der 50er-Jahre gründete. Er sagt:

«Wir müssen etwas machen, in den Zoo investieren, ihn modernisieren.»
Walter Mauerhofer, Direktor Plättli-Zoo Frauenfeld.

Walter Mauerhofer, Direktor Plättli-Zoo Frauenfeld.

Bild: Samuel Koch

Die Baubewilligung hat die Stadt Frauenfeld vergangene Woche erteilt, wie den Mitteilungen aus dem Stadtrat zu entnehmen ist. Insgesamt investiert der Zoo 1,8 Millionen Franken in das neue Betriebsgebäude, das bis auf das bestehende Erdgeschoss mit WC-Anlagen und einem Aufenthaltsraum fürs Personal komplett neu entsteht. Die darüberliegende Scheune wird komplett abgebrochen, ebenso der Zwischentrakt hinüber zum Schlachthaus, wo der stellvertretende Zooleiter Christoph Wüst lebendige Tiere gerade für Tierfutter für die Zootiere getötet hat.

Die Visualisierung zeigt das neue Betriebsgebäude unter anderem mit WCs, Büros und Wohnung.

Die Visualisierung zeigt das neue Betriebsgebäude unter anderem mit WCs, Büros und Wohnung.

Bild: PD

Neuer Wohnraum für Zoo- und Restaurantbetrieb

Das Bedürfnis für Wohnraum hegt Mauerhofer mit seinem Team auch in den Plänen fürs neue Betriebsgebäude, welches den Wohnraum mit einer bestehenden 2,5-Zimmer-Wohnung über dem Restaurant erweitern soll. Im Dachgeschoss des neuen Betriebsgebäudes entsteht eine 4,5-Zimmer-Wohnung mit Dachterrasse für die Leitung des Zoo- oder Restaurantbetriebs. Im Zoo ist die Nachfolge mit Christoph Wüst aufgegleist. Die Gastronomie übernimmt von Elisabeth Engeler, Mauerhofers Schwester, deren Tochter Nicole Engeler. Es sei unerlässlich, auf dem Gelände wohnen zu können, meint Mauerhofer und ergänzt:

«Für die Sicherheit der Tiere ist eine Betreuung und rasches Handeln bei Notfällen wichtig.»

Dazu hat der Plättli-Zoo erst vor kurzem eine Übung durchgeführt, um für den Zoo-Notfall gerüstet zu sein. Das teilten die Verantwortlichen auf ihrer Facebook-Seite mit.

In einem neuen Untergeschoss sind Garderoben und ein Technikraum geplant, ebenerdig Futter- und Lagerräume. Im Obergeschoss entstehen weitere Büro- und Lagerräume für den Zoo-Betrieb. In der alten Scheune ist auch schon Heu und Stroh untergebracht, aber der Transport sei darin mittlerweile nicht mehr zeitgemäss möglich, sagt Mauerhofer, der noch fast täglich im Betrieb mitarbeitet, auch mit den bereits aufgegleisten Nachfolgern. Er sagt:

«Das Feuer brennt noch für den Zoo, mal muss man etwas flicken, mal etwas handwerken.»

Die Coronapandemie hat dem Zoo zugesetzt, seither läuft es aber wieder gut, «noch besser als vor Corona», meint Mauerhofer. Der Plättli-Zoo blickt auf einem super Saisonstart zurück, trockenes Wetter wie in den letzten Monaten sei hervorragend. Über Umsatzzahlen will Mauerhofer aber nicht sprechen. «Das geht niemanden etwas an», sagt er. Auf die Frage, wie der Plättli-Zoo 1,8 Millionen Franken investieren kann, antwortet er: «Wir haben gut gearbeitet und gespart.»

Der Plättli-Zoo öffnet nach dem Lockdown erstmals wieder. Die Tiere freuen sich sehr über die Besucher und noch mehr über das Futter von ihnen. Der stellvertretende Zooleiter Christoph Wüst gibt dem Papagei Sämi eine halbierte Wallnuss.
24 Bilder

Der Plättli-Zoo öffnet nach dem Lockdown erstmals wieder. Die Tiere freuen sich sehr über die Besucher und noch mehr über das Futter von ihnen. Der stellvertretende Zooleiter Christoph Wüst gibt dem Papagei Sämi eine halbierte Wallnuss.

Andrea Stalder