Wandertipp
Unberührte Naturperle: Von Unterwasser an den Gräppelensee

Auf dieser Wanderung gibt es einiges zu sehen. Da wären einerseits die berühmten Thur-Wasserfälle, andererseits das traumhafte Panorama aus Churfirsten und Alpstein. Und nach steilem Anstieg wird man mit dem Gräppelensee auf 1307 Metern Höhe belohnt.

Alain Rutishauser
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Der Gräppelensee liegt in einem geschützten Flachmoorgebiet in Wildhaus-Alt St.Johann.

Der Gräppelensee liegt in einem geschützten Flachmoorgebiet in Wildhaus-Alt St.Johann.

Bild: Alain Rutishauser

Infos zur Wanderung

Start: Unterwasser, Post
Ziel: Unterwasser, Post
Strecke: 10,7 km
Wanderzeit: 3h 30min
Aufstieg: 621 Meter
Abstieg: 619 Meter
Ausrüstung: Gutes Schuhwerk, Wanderung nicht für Kinderwagen geeignet.
Gaststätten: Restaurant Älpli (Betriebsferien im November)
Öffentlicher Verkehr: Postauto bis Unterwasser, Post
Parkplätze: Unterwasser, Post, Restaurant Älpli
Kartenmaterial: Landkarte: 1:25000

Ausgangs- und Endpunkt der Wanderung ist die Haltestelle Post in Unterwasser. Nebenan hat es auch Parkplätze.

Ausgangs- und Endpunkt der Wanderung ist die Haltestelle Post in Unterwasser. Nebenan hat es auch Parkplätze.

Bild: Alain Rutishauser
10 Minuten bis zu den Thur-Wasserfällen, 1h 50 Minuten bis zum Gräppelensee.

10 Minuten bis zu den Thur-Wasserfällen, 1h 50 Minuten bis zum Gräppelensee.

1. Unterwasser, Post Die Postautohaltestelle in Unterwasser ist der Ausgangspunkt dieser Wanderung. Nebenan, beim Hotel Post, hat es zudem Parkplätze.

Auf dem Wegweiser hinter der Haltestelle ist der Weg vorgegeben. Das erste Ziel sind die Thur-Wasserfälle. Dort wartet bereits die erste Überraschung.

2. Thurfälle Denn wo sonst das Wasser der Thur tosend im Flussbett aufschlägt und sich durch das erodierte Gestein schlängelt, ist es derzeit mucksmäuschenstill. Keine Wasserfälle, kein Wasser, kein Grund zur Sorge? Nein, denn erfahrungsgemäss liegen die Thur-Wasserfälle jährlich rund zwei Monate trocken. Mehr zu diesem Phänomen kann man hier nachlesen.

Bei den Thur-Wasserfällen hat es zudem eine Feuerstelle.

Die Thurfälle sind derzeit ausgetrocknet. Dies ist laut Experten rund zwei Monate jährlich der Fall.

Die Thurfälle sind derzeit ausgetrocknet. Dies ist laut Experten rund zwei Monate jährlich der Fall.

Bilder: Alain Rutishauser
Robert Näf, ein Anwohner aus Unterwasser, sagt aber, dass sich bei Regen die Thur schnell wieder füllt: «Bei heftigen Gewittern im Alpstein können wir fast zuschauen, wie der Fluss ansteigt.»

Robert Näf, ein Anwohner aus Unterwasser, sagt aber, dass sich bei Regen die Thur schnell wieder füllt: «Bei heftigen Gewittern im Alpstein können wir fast zuschauen, wie der Fluss ansteigt.»

3. Älpli Nach den Thur-Wasserfällen führt ein steiler Weg durch den Wald, dem Drecktöbeli, hinauf zum Chüeboden. Dort liegt, mit wunderschöner Aussicht auf den Säntis, das Restaurant Älpli auf 1030 Metern Höhe. Hier bietet sich eine erste Rast an, immerhin ist man nun bereits Dreiviertelstunden marschiert und hat nach dem steilen Anstieg bereits die ersten Schweissperlen auf der Stirn.

Das Älpli hat im November allerdings Betriebsferien. Danach hat es täglich ab 9 Uhr geöffnet, montags und dienstags hat das Älpli jeweils geschlossen.

Ein steil ansteigender Weg führt hinauf zum Chüeboden und dem Restaurant Älpli. Geradeaus sieht man den Säntis, der Wanderinnen und Wanderer die meiste Zeit des Wegs begleiten wird.

Ein steil ansteigender Weg führt hinauf zum Chüeboden und dem Restaurant Älpli. Geradeaus sieht man den Säntis, der Wanderinnen und Wanderer die meiste Zeit des Wegs begleiten wird.

Bilder: Alain Rutishauser
Links am Älpli vorbei, geht der Weg weiter hinauf zum Gräppelensee, noch eine Stunde und 15 Minuten.

Links am Älpli vorbei, geht der Weg weiter hinauf zum Gräppelensee, noch eine Stunde und 15 Minuten.

Fortan kehrt man dem Alpstein den Rücken zu und darf stattdessen die Churfirsten bestaunen.

Fortan kehrt man dem Alpstein den Rücken zu und darf stattdessen die Churfirsten bestaunen.

4. Halden Weiterhin geht es aufwärts, allerdings nicht mehr gar so steil wie von den Thurfällen zum Chüeboden hinauf. Man erreicht die 1100 Höhenmeter und einen Wegweiser, der zwei Wege hinauf zum Gräppelensee anzeigt. Wir wählen den Wegweiser «Gräppelensee via Chees» der rechts die Wiese hinauf führt. Nun beginnt der zweite steile Anstieg dieser Wanderung.

Der steile Anstieg führt hinauf zum Chees, danach ist es nicht mehr weit bis zum Gräppelensee. Geradeaus grüsst einmal mehr der Säntis.

Der steile Anstieg führt hinauf zum Chees, danach ist es nicht mehr weit bis zum Gräppelensee. Geradeaus grüsst einmal mehr der Säntis.

Bilder: Alain Rutishauser
Zwischendurch lohnt es sich, kurz innezuhalten und die Aussicht zu geniessen, beispielsweise auf diesem Bänkli. In der Box daneben ist ein Feldstecher deponiert, um die Landschaft aus der Nähe zu betrachten.

Zwischendurch lohnt es sich, kurz innezuhalten und die Aussicht zu geniessen, beispielsweise auf diesem Bänkli. In der Box daneben ist ein Feldstecher deponiert, um die Landschaft aus der Nähe zu betrachten.

5. Chees Nun befindet man sich ganz nah am Chüebodenberg auf 1370 Metern über Meer. Der Weg wird allmählich eben. Durch das sumpfige Hochplateau Oberlaui sind es noch rund 20 Minuten Fussmarsch, bevor man den Gräppelensee erreicht.

6. Gräppelensee Nun, in einer Mulde zwischen Mittelberg und Lütispitz, liegt der Gräppelensee auf 1307 Metern über Meer. Nach Osten spiegelt sich der Wildhauser Schafberg im klaren Wasser des Gräppelensees. Es ist mucksmäuschenstill, nur eine Gruppe Bergdohlen zwitschert sich vergnügt zu, einige Wanderinnen und Wanderer plaudern und lachen. Dies liegt daran, dass der Gräppelensee nur zu Fuss erreicht werden kann, auf der Alpstrasse, die zum See hinführt, herrscht Fahrverbot.

Im See kann gebadet werden, ausserdem sind um das Ufer mehrere Bänkli platziert. Am südlichen Ufer des Sees befinden sich zwei Feuerstellen. Das Ufer kann umrundet werden, allerdings ist der Weg sumpfig und nass, da sich der Gräppelensee in einem geschützten Flachmoorgebiet befindet.

Der Gräppelensee mit dem Wildhauser Schafberg im Hintergrund.

Der Gräppelensee mit dem Wildhauser Schafberg im Hintergrund.

Bild: Alain Rutishauser

7. Gübel Nach einer ausgiebigen Verschnauf- oder Mittagspause steht der dritte und letzte steile Aufstieg an, allerdings dauert dieser nur noch knapp zehn Minuten, hinauf zum Chrinn auf 1350 Metern über Meer.

Fortan geht es steil bergab durch den Wald und auf einer Wiese hinunter nach Halden. In einer Viertelstunde legt man knapp 200 Höhenmeter abwärts zurück.

Nach einem kurzen Aufstieg geht es nun hinunter zurück nach Unterwasser. Geradeaus präsentieren sich Hinterrugg und Chäserrugg sowie rechts ein Teil des Schibenstoll.

Nach einem kurzen Aufstieg geht es nun hinunter zurück nach Unterwasser. Geradeaus präsentieren sich Hinterrugg und Chäserrugg sowie rechts ein Teil des Schibenstoll.

Bild: Alain Rutishauser

8. Halden Auf der Wiese nach dem Wald gelangt man an einen Wegweiser. Rechts geht ein Weg nach Alt-St.Johann, wir biegen allerdings links ab, zurück nach Unterwasser. Bei Halden kommen wir an derselben Stelle vorbei, die man auf dem Hinweg zum Gräppelensee passiert hat (Gräppelensee via Chees). Geradeaus geht es weiter.

Rechts gelangt man nach Alt-St.Johann, wir wählen den Weg links zurück nach Unterwasser.

Rechts gelangt man nach Alt-St.Johann, wir wählen den Weg links zurück nach Unterwasser.

Bild: Alain Rutishauser

Wenig später passiert man einen weiteren Wegweiser. Geradeaus würde man wieder an den Thurfällen vorbeikommen und in 40 Minuten in Unterwasser ankommen. Wir wählen den etwas schnelleren Weg (30 Minuten) zurück nach Unterwasser.

Viele Wege führen nach Unterwasser, der schnellste allerdings rechts entlang.

Viele Wege führen nach Unterwasser, der schnellste allerdings rechts entlang.

Bilder: Alain Rutishauser
Auf dem Wanderweg begegnen wir auch einigen neugierigen Tieren. Diese Kuh warf sich freiwillig in Pose. Zusammen mit dem Säntis dahinter hätte sie das Zeug zum Postkartenmotiv.

Auf dem Wanderweg begegnen wir auch einigen neugierigen Tieren. Diese Kuh warf sich freiwillig in Pose. Zusammen mit dem Säntis dahinter hätte sie das Zeug zum Postkartenmotiv.

9. Unterwasser, Post Nach dreieinhalb Stunden Wanderung und rund 600 überwundenen Höhenmetern, kehrt man nach Unterwasser zurück.