Wahlen
«Etwas Neues nach 20 Jahren»: Quereinsteiger Markus Bürgi strebt das Amt als Gemeindepräsident von Basadingen-Schlattingen an

Der 49-jährige Markus Bürgi stellt sich als einziger offizieller Kandidat am 27. November zur Wahl für das Amt des Gemeindepräsidenten von Basadingen-Schlattingen. Er würde damit die Nachfolge von Peter Mathys antreten. Noch arbeitet der Familienvater als Leiter der Abteilung Zivilschutz beim Kanton Thurgau.

Janine Bollhalder
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Will Gemeindepräsident werden: der 49-jährige Markus Bürgi aus Basadingen.

Will Gemeindepräsident werden: der 49-jährige Markus Bürgi aus Basadingen.

Bild: Andrea Tina Stalder

Er ist der einzige Kandidat auf der offiziellen Wahlliste vom 27. November: Markus Bürgi. Der 49-Jährige will in die Fussstapfen von Peter Mathys treten und das Gemeindepräsidium Basadingen-Schlattingens übernehmen. Das Amt ist für ihn eine Ehrensache, denn sein Vater Kurt war vor zwölf Jahren bereits Gemeindepräsident:

«Ich habe so einen gewissen Einblick in die Arbeit erhalten, und es hat mich begeistert.»
Peter Mathys, zurücktretender Gemeindepräsident Basadingen-Schlattingens.

Peter Mathys, zurücktretender Gemeindepräsident Basadingen-Schlattingens.

Bild: PD

Zurzeit arbeitet Bürgi Vollzeit in der kantonalen Verwaltung als Leiter der Abteilung Zivilschutz. Nach der Lehre als Maschinenmechaniker absolvierte er ein Studium zum Maschineningenieur FH. «Ich mache meinen Job sehr gerne», sagt er. Doch: «Wenn ich zum Gemeindepräsidenten gewählt werde, einem Vollzeitjob, gebe ich meine aktuelle Arbeit auf.» Ein Schritt, der ihn schon schmerzen würde, aber:

«Den perfekten Zeitpunkt, um zu gehen, gibt es nicht. Und nach rund 20 Jahren kann man schon mal etwas anderes machen.»

Engagement in und um die Gemeinde

Markus Bürgi lebt mit seiner Frau und seinem siebenjährigen Sohn in Basadingen. Im Dorf kenne man ihn, er engagiert sich als Feuerwehroffizier und in der Behörde der Volksschulgemeinde Region Diessenhofen (VSGDH). Ob die Arbeit in der Behörde und das politische Amt als Gemeindepräsident vereinbar sind? «Bislang und auch nach Gesprächen mit meinen Kolleginnen und Kollegen in der Schulbehörde, sehe ich kein Problem, diese beiden Ämter zu vereinbaren», sagt Bürgi.

Markus Bürgi im Murg-Auen-Park in Frauenfeld.

Markus Bürgi im Murg-Auen-Park in Frauenfeld.

Bild: Andrea Tina Stalder

Erfahrung mit einem Präsidialamt hat der 49-Jährige schon. Er ist seit zwei Jahren Präsident des Kunstturnvereins Schaffhausen, wo sein Sohn trainiert. «Die Arbeit hat sich als aufwendiger entpuppt, als ich dachte», erzählt Bürgi mit einem Lachen, aber er werde das Amt mindestens so lange ausführen, wie sein Sohn im Verein turne. Aber natürlich hänge am Gemeindepräsidenten mehr Verantwortung, als am Präsidenten eines Vereins, stellt Bürgi klar.

«Und es gibt mehr Verbindlichkeiten und Richtlinien auf Gemeindeebene.»

Viel Arbeit werde es auch sein, sich in das neue Amt einzuarbeiten – wenn die Wahl dann erfolgreich verläuft. «Ich bin Quereinsteiger», sagt Bürgi, «ich muss sicher noch einiges lernen.» Welche Themen er als Erstes in Angriff nehmen möchte oder was er gerne ändern würde, dazu will sich der Familienvater nicht äussern. «Das wäre vermessen», sagt er. «Ich will erst einen detaillierten Überblick gewinnen, bevor ich anfange, etwas anzupassen.»

Im Notfall: Tipps von den Vorgängern

Noch ist Bürgi nicht nervös. Er zählt auf die Unterstützung von seiner Familie und seinen Freunden. «Und wenn es nicht klappt, dann geht es weiter wie bisher.» Seine Arbeit im Amt für Bevölkerungsschutz und Armee gefällt ihm, wiederholt er, und das ist es auch, das ihm einen gewissen Druck von den Schultern nimmt – die Sicherheit, etwas weitermachen zu können, bei dem er sich wohlfühlt.

Basadingen aus der Vogelperspektive.

Basadingen aus der Vogelperspektive.

Bild: Reto Martin (13.08.2019)

Bürgi hat sich bislang keiner Partei angeschlossen und möchte das auch so beibehalten. Als wichtige Eigenschaften für das Amt als Gemeindepräsidenten führt er Ehrlichkeit auf, alle Beteiligten gleich zu behandeln und «eine klare Linie zu haben». Und natürlich könne er auf seine Vorgänger zählen, die ihm bei Bedarf mit Rat zur Seite stehen werden. Aber Bürgi sagt lachend:

«Das heisst nicht, dass ich die Dinge so mache, wie sie es einst machten.»

Dass nur sein Name am 27. November auf den offiziellen Wahlunterlagen steht, findet er schade: «Ist es dann eine Wahl?» Und dann sagt er etwas, dass wohl sonst kaum jemand so kurz vor dem Ziel – dem Gemeindepräsidium – sagen würde:

«Ich würde mich über eine echte Wahl sehr freuen.»

Erneuerungswahlen am 27. November 2022

Nicht nur beim Gemeindepräsidium Basadingen-Schlattingens gibt es einen Wechsel, sondern auch im Gemeinderat: Marcel Koradi hat nach 16 und Roman Herter nach acht Jahren den Rücktritt verkündet. An ihre Stelle möchten die Neu-Kandidierenden Andreas Quinz und André Eggspühler, beide aus Schlattingen, treten. Die beiden Bisherigen, Patrik Eicher aus Schlattingen und Hans Rudolf Stör aus Basadingen, treten zur Wiederwahl an. (jab)