Versammlung
Schlatts Bechtelis-Dernière mit roter Null im Budget und einer baldigen Sanierung des Gemeindehauses von 1978

Politisch Schlatt rechnet mit 43'000 Franken Minus im Budget 2023. Nein sagte die Bechtelisversammlung zu einem Antrag, der verlangt, dass der Gemeinderat innert Jahresfrist konkrete Projekte definiert zur Erreichung der Klimaschutzziele 2050.

Thomas Güntert
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Die Gemeindeverwaltung in Schlatt bedarf einer Gesamtsanierung.

Die Gemeindeverwaltung in Schlatt bedarf einer Gesamtsanierung.

Bild: Thomas Güntert

Zur traditionellen Budgetversammlung der Politischen Gemeinde Schlatt am Bechtelistag kamen 122 Stimmberechtigte in das Gemeindehaus. Vor der Beratung genehmigte die Versammlung ohne Gegenstimmen einen Kreditantrag über 100'000 Franken für den Ersatz einer 13 Jahre alten Mittelspannungsschaltanlage in der Trafostation «Im Brühl». Gemeinderat Heinz Mathys erklärte, dass bei den Anlagen vom Typ «WEVA Compact», die vor 2009 gebaut wurden, Mängel aufgrund von Ölverlusten auftreten, wofür die Lieferfirma keine Ersatzteile und Serviceleistungen mehr erbringen kann.

Ja zum Ersatz dieser Trafostation.

Ja zum Ersatz dieser Trafostation.

Bild: Thomas Güntert
«Der sichere Betrieb ist nicht mehr gewährleistet und beim Betreten besteht Lebensgefahr.»

Gemeinderätin Dominique Bossert präsentierte das Budget 2023, das bei einem Gesamtaufwand von rund 8,14 Millionen Franken ein Defizit von 43'000 Franken ausweist. Die Finanzreferentin bemerkte, dass der gesteigerte Aufwand grösstenteils auf die Energiekosten zurückzuführen ist, die doppelt so hoch angesetzt wurden. Aus der Versammlung kam die Frage, ob die Stromtarife aufgrund der sich entspannenden Lage auf dem europäischen Strommarkt trotzdem für das ganze Jahr gelten. Gemeindepräsidentin Marianne Frei erklärte, dass der Strom für 2023 bereits eingekauft ist und die Preise frühestens 2024 wieder gesenkt werden können.

Gemeindepräsidentin Marianna Frei an der Versammlung.

Gemeindepräsidentin Marianna Frei an der Versammlung.

Bild: Thomas Güntert

In der Investitionsrechnung sind Nettoausgaben von 235000 Franken budgetiert. Neben der Sanierung seitens Elektrizitätswerk sind 135000 Franken als Kostenanteil für die behindertengerechte Sanierungen der Bushaltestellen eingesetzt, die bis Ende 2023 erfolgen sollen. Das Budget 2023 und der unveränderte Steuerfuss von 48 Prozent wurden ohne Gegenstimmen angenommen. Mit 77 Nein- und 24 Ja-Stimmen wurde danach ein Antrag von Ueli Ammann bachab geschickt, mit dem er den Gemeinderat beauftragen wollte, innerhalb eines Jahres darzulegen, welche Projekte in Schlatt geplant sind, um die Klimaschutzziele bis 2050 zu erreichen.

Stimmberechtigte an der Versammlung.

Stimmberechtigte an der Versammlung.

Bild: Thomas Güntert

Gemeindehaus: Gesamtsanierung nötig

Der für die Gemeindeliegenschaften zuständige Gemeinderat Roman Rothacher erklärte, dass beim Gemeindehaus nicht nur Heizung und Fenster saniert werden müssen. Weil es auch Bedarf bezüglich Feuerschutz, Sicherheitsbestimmungen und Wärmedämmung gibt, strebt der Gemeinderat eine Gesamtsanierung an. Hierzu gibt es am 13. März eine Infoveranstaltung und bei einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung am 17. April soll über einen Planungskredit abgestimmt werden.

Gemeinderat Hans Möckli wurde verabschiedet.

Gemeinderat Hans Möckli wurde verabschiedet.

Bild: Thomas Güntert

Zum Schluss verabschiedete die Gemeindepräsidentin den Baureferenten Hans Möckli, die Versammlung verdankte seine fast 20-jährige Gemeinderatstätigkeit mit Applaus. Nach einer knappen Stunde konnte Gemeindepräsidentin Marianna Frei die letzte Bechtelisversammlung schliessen. Denn künftig wird in Schlatt das Budget auch bereits im Dezember präsentiert.