Raumplanung
«Untragbarer Zustand»: In Diessenhofen sorgen die Revision der Ortsplanung und der Verkehr für kritische Voten

Beim Infoabend über die Teilrevision der Ortsplanung in Diessenhofen kritisierten einige Besucher insbesondere die Verkehrszustände. Einzonungen sind in den nächsten 15 Jahren kaum mehr möglich.

Thomas Güntert
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Das historische Rheinstädtchen Diessenhofen mit seiner Holzbrücke.

Das historische Rheinstädtchen Diessenhofen mit seiner Holzbrücke.

Bild: PD

Die Zahl 30 passt im doppelten Sinn. Nachdem die Ortsplankommission in Diessenhofen rund 30 Sitzungen abgehalten hat, befindet sich die Teilrevision der Kommunalplanung bis zum 30. September noch in der Vernehmlassung. Deshalb hat die Stadtgemeinde am Montagabend zur Info in die Rhyhalle eingeladen, um den Puls der Bevölkerung zu spüren.

Der langjährige Raumplaner Konradin Winzeler vom Schaffhauser Raumplanungsbüro Winzeler + Bühl erklärte die Details, welche Stadtpräsident Markus Birk als Generationenprojekt bezeichnete.

Konradin Winzeler, Raumplaner.

Konradin Winzeler, Raumplaner.

Bild: Thomas Güntert

Die Orts- oder Kommunalplanung umfasst den kommunalen Richtplan, den Rahmennutzungsplan mit Baureglement, Zonenplan und Sondernutzungspläne. Mit Ausnahme vom Gewässerraumlinienplan bestehen bereits alle Pläne und müssen lediglich den öffentlichen Interessen angepasst werden. Die wichtigste Aussage vom Grundlagenbericht ist, dass in den nächsten 15 Jahren praktisch keine Einzonungen möglich sind.

Neuerdings Verbot von Steingärten im Baureglement

Beim Baureglement aus dem Jahr 2018 müssen nur geringfügige Anpassungen vorgenommen werden. Es sieht beispielsweise ein Verbot von Steingärten zur Umgebungsgestaltung vor. Winzeler erklärte auch die zwölf Änderungen, die im Zonenplan festgehalten sind.

Bei der anschliessenden Diskussion in der rund 50-köpfigen Runde erklärte Ruedi Hanhart, dass in Diessenhofen in den vergangenen Jahren viel gebaut wurde, allerdings ohne Verkehrsplanung. Das schmale Trottoir an der Basadingerstrasse bezeichnete er als «untragbaren Zustand» und forderte dort Verkehrsanpassungen, weil dort auch viel zu schnell gefahren wird. Birk bemerkte, dass der Handlungsspielraum der Stadtgemeinde sehr klein sei, weil es sich bei der Basadingerstrasse um eine Kantonsstrasse handelt. Birk sagte aber:

Markus Birk, Stadtpräsident Diessenhofen.

Markus Birk, Stadtpräsident Diessenhofen.

Bild: Thomas Güntert
«Wir haben es aber auf dem Radar.»

Zudem bemängelte Hanhart den starken Landwirtschaftsverkehr zur Mühle Bachmann in Willisdorf. Der Stadtpräsident bemerkte, dass es in dem Bereich auch andere Gewerbebetriebe wie die Mühle Bachmann gibt und die Stadt bestrebt sei, den Verkehr dort gerechter zu verteilen.

Verkehrsberuhigung einzig mit Begegnungszone möglich

Coiffeuse Rosmarie Schaub beklagte sich über rund 4000 Fahrzeuge, die täglich über die Hauptstrasse fahren und forderte, dass man die Holzbrücke von der Navigation streichen sollte. «Das geht natürlich nicht», betonte Birk. Er sieht die einzige Möglichkeit einer Verkehrsberuhigung, wenn die Durchgangsverkehrsstrecke mit einer Begegnungszone, in der Fussgänger Vorrecht haben, unattraktiv gemacht werde.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger in der Rhyhalle.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger in der Rhyhalle.

Bild: Thomas Güntert

Alle Unterlagen sind im Internet unter www.diessenhofen.ch aufgeschaltet und können auf der Stadtverwaltung eingesehen oder angefordert werden.