Politikum
Umstrittene Schulraumerweiterung: Mammern macht mit Ja für Architekturwettbewerb weiteren Schritt

Nebst dem Budget stand am Mittwochabend in Mammern die geplante Schulraumerweiterung auf der Traktandenliste. Der Souverän bewilligte einen Kredit für einen Architekturwettbewerb. Gegen die beantragte Steuerfusserhöhung blieb ein Antrag folgenlos.

Dieter Ritter
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Der Fussballplatz neben der Schule (links) und der evangelischen Kirche (rechts).

Der Fussballplatz neben der Schule (links) und der evangelischen Kirche (rechts).

Bild: Janine Bollhalder

Die Schule Mammern braucht zusätzlich Räume. Die Bautätigkeit in der Unterseegemeinde lässt auf höhere Schülerzahlen schliessen. Und die Ansprüche an die Schule steigen. Die zunehmende Digitalisierung und der neue Lehrplan erfordern veränderte Unterrichtsformen. Der Ausbau der Schule, der für einen zeitgemässen Unterricht nötig wäre, würde nach einer ersten Grobschätzung sechs Millionen Franken kosten.

So der Tenor an der Mammerner Budgetgemeindeversammlung vom Mittwochabend in der Mehrzweckhalle, an der das Budget 2023 genehmigt und dem Kredit in Höhe von 195'000 Franken für die Durchführung eines Architekturwettbewerbs für die Schulraumerweiterung zugestimmt wurde. Diese ist in Mammern umstritten, zumal die dafür benötigte Parzelle der evangelischen Kirche gehört, die keine zusätzlichen Hochbauten will (diese Zeitung berichtete).

Besitzverhältnisse im Dorfzentrum von Mammern

Vor den 69 anwesenden Stimmberechtigten in der Mehrzweckhalle sagte Schulpräsidentin Monika Ribi Bichsel:

Monika Ribi Bichsel, Schulpräsidentin Mammern.

Monika Ribi Bichsel, Schulpräsidentin Mammern.

Bild: Dieter Ritter
«Der Gemeinderat setzte eine Planungskommission ein, welche die Grundlagen für einen Projektwettbewerb erarbeitet.»

Ueli Wepfer von der Firma Plankultur GmbH Frauenfeld erklärte, wie sich diese Summe von 195'000 Franken zusammensetzt. Die Vorbereitung kostet 20'000 Franken und für die Wettbewerbsbegleitung und die Jury muss mit total 60'000 Franken gerechnet werden. Für Unvorhergesehenes und Nebenkosten wurden 5'000 Franken eingesetzt. Grösster Posten ist das Preisgeld von 110'000 Franken für die am besten rangierten Büros. «Für die teilnehmenden Architekturbüros rechnet sich ein Wettbewerb kaum», sagte Wepfer und ergänzte: «Sie müssen für ihr Projekt mit etwa vier- bis fünfhundert Stunden rechnen.»

Ueli Wepfer, Plankultur GmbH.

Ueli Wepfer, Plankultur GmbH.

Bild: Dieter Ritter

In der anschliessenden Diskussion wollte eine Votantin wissen, wie sich das Vorhaben auf die Steuern auswirkt. «Eine Steuerfusserhöhung können wir nicht ganz ausschliessen», antwortete Gemeindepräsidentin Anita Dähler. Die Versammlung genehmigte den Kredit für die Durchführung des Wettbewerbes ohne Gegenstimme.

Anita Dähler, Gemeindepräsidentin Mammern.

Anita Dähler, Gemeindepräsidentin Mammern.

Bild: Dieter Ritter

Antrag aus dem Plenum bleibt ohne Folgen

Dähler stellte das Budget 2023 für die politische Gemeinde und die Primarschule vor. Es schliesst bei einem Gesamtaufwand von rund 4,26 Millionen Franken mit einem Aufwandüberschuss von rund 273'000 Franken ab. Eingerechnet ist eine Erhöhung des Steuerfusses der politischen Gemeinde und der Primarschule von je zwei Prozentpunkten auf total 100 Prozent. Trotz dieser Erhöhung rechnet die Gemeinde gegenüber 2019 mit 134'000 Franken weniger Steuereinnahmen.

Besucherinnen und Besucher der Gemeindeversammlung.

Besucherinnen und Besucher der Gemeindeversammlung.

Bild: Dieter Ritter

Ein Votant stellte den Antrag, den Steuerfuss für die Gemeinde nicht zu erhöhen, da die Gemeinde in den vergangenen Jahren gute Rechnungsabschlüsse verzeichnete. Dähler sagte:

«Die guten Jahre waren auf ausserordentliche Erträge aus Grundstückgewinnsteuern zurückzuführen. Diese fallen in den nächsten Jahren voraussichtlich weg.»

Der Antrag wurde mit 15 Ja- zu 26 Nein-Stimmen abgelehnt. Das Budget nahmen die Anwesenden danach ohne Gegenstimme an.