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Mehr Finanzkompetenzen für den Gemeinderat in Felben-Wellhausen und Ehre für Veloprofi Stefan Bissegger

Trotz Defizit in der Rechnung von politisch Felben-Wellhausen überreichte der Gemeinderat der Partnerin von Veloprofi Stefan Bissegger ein Präsent. Sämtliche Traktanden gingen erfolgreich über die Bühne. Die Primarschulgemeinde will kräftig investieren.

Inka Grabowsky
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Partnerin Celine Dieterle nimmt die Anerkennung des Gemeinderats für die Leistungen von Stefan Bissegger entgegen.

Partnerin Celine Dieterle nimmt die Anerkennung des Gemeinderats für die Leistungen von Stefan Bissegger entgegen.

Bild: Inka Grabowsky

Grundstücke für 400'000 Franken kaufen, einen Vergleich mit einem Streitwert von 200'000 Franken schliessen oder einmalige Ausgaben von bis zu 200'000 Franken freigeben: Die Summen, über die der Gemeinderat von Felben-Wellhausen künftig in Eigenregie entscheiden darf, verdoppeln sich. Die Gemeindeversammlung genehmigte am Donnerstagabend die neue Gemeindeordnung. «Wir werden künftig besser Synergien nutzen können», erklärt Gemeinderat Daniel Jung.

«Wenn wir etwa bei einer Baustelle sehen, dass noch etwas erledigt werden muss, was nicht vorherzusehen war, können wir sofort entscheiden und müssen nicht auf eine Versammlung warten.»

Im Gegenzug holen sich die Politiker bei Grossprojekten mehr Legitimation durch die Bürger. Sobald etwas teurer als 750'000 Franken wird, gibt es eine Urnenabstimmung. «Wir erhoffen uns eine Stimmbeteiligung von 30 bis 40 Prozent. Bei der Gemeindeversammlung beteiligen sich üblicherweise nur drei bis vier Prozent der Stimmberechtigten.»

Budget mit Minus ‒ Steuerfuss bleibt

Genau 3,36 Prozent der 1994 Stimmbürger waren vor Ort, um das Budget für 2023 zu genehmigen. Ganz ausgeglichen ist es nicht. 167'100 Franken Aufwandüberschuss musste Gemeinderat Raphael Meister präsentieren, was bei einem Aufwand von 10,4 Millionen allen vertretbar erschien.

Gemeinderat Raphael Meister präsentiert rote Zahlen.

Gemeinderat Raphael Meister präsentiert rote Zahlen.

Bild: Inka Grabowsky

Der Steuerfuss bleibt bei 50 Prozent. Im Gemeindevergleich läge man damit im Mittelfeld, so der Leiter des Finanzressorts. Er macht Hoffnung: Schon 2025 sollen wieder schwarze Zahlen geschrieben werden, 2026 könnten fast 110'000 Franken Überschuss zusammenkommen. Gemeindepräsident Ralph Ott versprach:

«Wir werden weiter kostenbewusst arbeiten.»
Ralph Ott, Gemeindepräsident Felben-Wellhausen.

Ralph Ott, Gemeindepräsident Felben-Wellhausen.

Bild: Inka Grabowsky

Für ein Präsent für Stefan Bissegger reichte es trotzdem. Der Europameister im Zeitfahren wohnt seit zwei Jahren in Felben-Wellhausen. Der Veloprofi konnte den Gutschein von Thurgau Tourismus allerdings nicht entgegennehmen, weil er sich im Trainingslager befindet. Seine Partnerin Celine Dieterle bedankte sich in seinem Namen.

Primarschulgemeinde denkt gross

Ein Budget mit Ausgaben von 4,87 Millionen bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 64 Prozent legte die Schulbehörde für 2023 vor. Die Zustimmung der 58 anwesenden Stimmbürger dazu war einstimmig. Doch von noch mehr Vertrauen in die Schulbehörde zeugte die Akzeptanz für die diversen Erneuerungspläne, die in einem ersten Schritt über eine Million kosten werden. Schulpräsidentin Andrea Küng sagte:

Andrea Küng, Schulpräsidentin Felben-Wellhausen.

Andrea Küng, Schulpräsidentin Felben-Wellhausen.

Bild: Inka Grabowsky
«Wir sind noch selten mit so grossen Investitionsvorhaben an Sie gelangt.»

Mobiliar, Beleuchtung, ein Gruppenraum im Dachgeschoss, ein teilsanierter Werkraum und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Heuberghalle wurden genehmigt. Der grösster Investitionsposten von 390'000 Franken soll der Vorbereitung eines Kindergartenneubaus dienen. Niemand in der Versammlung bestritt angesichts steigender Schülerzahlen die Notwendigkeit neuer Räume. «Erste Schätzungen gehen von Kosten von acht Millionen aus», sagte Vizepräsident Roman Schäfli, «aber das werden wir bei der nächsten Gemeindeversammlung genauer wissen.»