Winterwasser Oberthurgau: Eine Erfolgsgeschichte im fünften Jahr

Zwar hat die Pandemie das fünfte Betriebsjahr des Winterwassers stark beeinflusst: Trotzdem halten die Öffentlichkeit, Schulen, Vereine und das freiwillige Engagement das Projekt weiterhin am Leben.

Markus Bösch
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«Winterwasser» - der überdachte Pool in Romanshorn:

«Winterwasser» - der überdachte Pool in Romanshorn:

Bild: Reto Martin

Der Präsident Hanspeter Gross hatte am Samstag einmal mehr Grund, danke zu sagen: «Es sind nunmehr zwölf Städte und Gemeinden, die unser Projekt mit namhaften Beiträgen und als Genossenschafter unterstützen.» Neu dazugekommen seien Roggwil und Hefenhofen. Ebenso bildeten die Vereine und die Schulen ein zweites Standbein. «Wohl auch wegen der Lehrplanvorgaben benutzen immer mehr Schulklassen unser Angebot.»

Durchschnittlich seien es 13 Stunden pro Woche, plus 40-50 Stunden mit Projektlektionen. Immerhin während neun Stunden sei der Schwimmclub mit Aquafit präsent, zehn Stunden gehören der Schwimmschule und 28 Stunden (immer pro Woche) sind reserviert für Vereine.

«Die Hälfte der insgesamt 85 Belegungsstunden pro Woche sind für die Bevölkerung offen.»

Das brauche eine ausgetüftelte Organisation, damit es dann für alle passt. Und alle Nutzer inclusive den Einzeleintritten und Abonnementen generierten mit rund 85'000 Franken mehr als einen Drittel der Erträge. Der Wermutstropfen im vergangenen Jahr: «Wegen der Covid-19-Auflagen musste der öffentliche Betrieb für die Bevölkerung eingestellt werden. Damit wurden die Einnahmen durch Eintritte halbiert.»

Die wahren Helden

Mitverantwortlich für das Gelingen des «Hallenbades auf Zeit» sind auch die beteiligten Gemeinden und Städte des Oberthurgaus: Ihre Unterstützung machte fast 130'000 Franken aus. Wesentlich für den Erfolg seien auch die «Helden des Winterwassers». «Das sind die etwa 16 freiwilligen Auf- und Abbauhelfer. Allein für den Aufbau im Herbst leisteten sie über 1000 Stunden Arbeit.» Während einer Saison seien das mehrere zehntausend Franken, die die öffentliche Hand einspart. Dazu kommen zahlreiche Fachfirmen, die einen Teil der Aufwendungen als Sponsorenleistung zur Verfügung stellen. «Und schliesslich tragen auch die 203 GenossenschafterInnen mit einem Kapital von fast 340'000 Franken ihren Teil für dieses regionale Projekt bei.»

Der überdachte Aussenpool in der Badi Romanshorn von Aussen.

Der überdachte Aussenpool in der Badi Romanshorn von Aussen.

Bild: Dario Haessig

Ausgeglichene Rechnung

Hans Sidler stellte eine ausgeglichene Rechnung vor: Personal- und Betriebskosten und Abschreibungen führen zu einem Aufwand von fast 220'000 Franken, die Erträge belaufen sich auf insgesamt 228'000 Franken. Nach der Dividendenausschüttung auf das Genossenschaftskapital bleibt ein kleiner Gewinn von 596 Franken. «Und mit dem Budget für 2021/2022 rechnen wir wieder mit einem einigermassen normalen Jahr: Der Vorschlag beträgt 4‘800 Franken», sagt Sidler.

Mit seinem Jahresbericht wagte Hanspeter Gross auch einen Ausblick in die Zukunft. Winterwasser sei auf die Unterstützung der OBerthurgauer Gemeinden angewiesen. «Und fest steht auch, dass die Übergangslösung bald durch ein mögliches, regionales Hallenbad an einem Standort im Oberthurgau zielgerichtet abgelöst werden sollte.» Aus seiner Sicht sollte rasch ein entsprechendes Projekt angegangen werden. Und nicht zuletzt sei eine neue Leistungsvereinbarung mit der Stadt Romanshorn in Bearbeitung.