Wenn einem die Hand ausrutscht: Die Arboner Ausstellung dient zur Prävention gegen häusliche Gewalt

Die Kantonspolizei holt die Ausstellung gegen häusliche Gewalt zum vierten Mal in den Kanton. Denn das heikle Thema ist auch im Thurgau brutale Realität. Fast zwei Mal täglich muss die Polizei deswegen ausrücken.

Jana Grütter
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Der Vater schreit die kräftemässig unterlegene Mutter an und holt aus. Er trifft sie am Kopf. Kurz zuvor befahl er seinen weinenden Kindern, ins Zimmer zu gehen. Doch diese hören das Geschrei, die Schläge und die Erniedrigungen auch hinter verschlossener Tür. Tragische Bilder sammeln sich in ihren jungen Köpfen. Alles, was ihnen in dieser schwierigen Situation übrig bleibt, ist zu warten,bis der Terror endlich vorbei ist.

Die Leiterin der Fachstelle Häusliche Gewalt der Kantonspolizei Uta Reutlinger weiss:

«Solche und ähnliche Vorfälle kommen auch im Thurgau häufig vor»
Uta Reutlinger (Bild: Andrea Stalder)

Uta Reutlinger (Bild: Andrea Stalder)

Mit der Ausstellung gegen häusliche Gewalt «Willkommen zu Hause» sollen nun Fachpersonen und die Bevölkerung für das Thema sensibilisiert werden. Die Ausstellung ist vom 15. bis 29. März in der Aula des Berufsbildungszentrums Arbon aufgebaut. Die Berufsschule ist zum wiederholten Mal Gastgeberin der Ausstellung.

«Es wird aufgezeigt, wo Gewalt überall stattfindet»

«Insgesamt gibt es 13 Posten», sagt Reutlinger. An Standsäulen seien Wohnungselemente angebracht. «So wird genau aufgezeigt, wie und wo überall Gewalt stattfindet.» Beispielsweise sind typische Tatwaffen im alltäglichen Leben gekennzeichnet oder betroffene Jugendliche teilen ihre Erlebnisberichte. «Somit wird ganz offen über die Problematik gesprochen und diskutiert.» Auch Zwangsheirat als eine Form häuslicher Gewalt wird in einem Posten thematisiert.

Ausstellung dient zur Prävention und Aufklärung

An der Ausstellung werden Klassenführungen mit Berufsschülern durchgeführt und somit der Präventionsgedanke unterstützt. «In einzelnen Lektionen sollen die Jugendlichen dabei ihre eigenen Grenzen im Zusammenhang mit Gewalt spüren und diksutieren.»

Morgen Mittwoch, 27. März ist die Ausstellung von 17.30 Uhr bis 20 Uhr für alle Interessierte geöffnet. Von 18 bis 19 Uhr bietet die Fachstelle Häusliche Gewalt zudem eine Führung an.