Weinfelden
Topsharing verhindert Karriereknick

Am Freitagabend luden die «Frauen für Weinfelden» zu einem Impulsreferat zum Thema «Topsharing – Arbeitsmodell der Zukunft?» ein. Die Podiumsteilnehmerinnen diskutierten die Möglichkeit, Führungspositionen zu teilen.

Monika Wick
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Benjamin Büsser, Karin Ricklin-Etter und Stephanie Briner stellen sich den Fragen der Besucher des Impulsreferats im Rathaus Weinfelden.

Benjamin Büsser, Karin Ricklin-Etter und Stephanie Briner stellen sich den Fragen der Besucher des Impulsreferats im Rathaus Weinfelden.

Bild: Monika Wick

Die überparteiliche Gruppierung «Frauen für Weinfelden» hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, die Frauenquote in politischen Ämtern zu erhöhen. Mit ihrem Plan, eine Kandidatin für die bevorstehenden Stadtpräsidentschaftswahlen zu finden, ist die Gruppierung jedoch gescheitert. «Es war keine Frau zu finden, die das Amt zu hundert Prozent hätte übernehmen können oder wollen», begründet Claudia Bieg, Stadtparlamentarierin und Mitglied von «Frauen für Weinfelden».

Claudia Bieg, Mitglied «Frauen für Weinfelden».

Claudia Bieg, Mitglied «Frauen für Weinfelden».

Bild: Monika Wick

Anders hätte es vielleicht ausgesehen, wenn das Amt im Topsharing, einer Aufgabenteilung in Führungspositionen, geführt werden könnte.

«Ich arbeite selber im Jobsharing, von Topsharing habe ich bis anhin noch nicht viel gehört.»

Nach diesen Worten leitet Bieg zum Impulsreferat über, zu dem die «Frauen für Weinfelden» am Freitagabend in Rathaus eingeladen hatten.

Erfolgreich im Zweiergespann

Als Referenten fungieren Stephanie Briner und Karin Ricklin-Etter, die das Unternehmen «WEshare1» als Zweiergespann leiten, sowie der Wiler Stadtparlamentarier Benjamin Büsser, der im Parlament einen Vorstoss lancierte, mit dem Ziel, das Jobsharing auch für höhere politische Ämter zu prüfen. «In der Schweiz treten in den nächsten 15 Jahren eine Million Arbeitskräfte aus den Erwerbsleben aus und es rückt nur eine halbe Million Inländer nach», zitiert Stephanie Briner den Schweizerischen Arbeitgeberverband. Ein grosses Potenzial, um diese Lücke zu schliessen, liege bei den Frauen, so Briner.

Weiter erläuterten die Frauen, was Topsharing ist, wozu es es braucht, was es bringt, was es dazu braucht oder worin die Herausforderungen liegen. Was in vielen wirtschaftlichen Unternehmungen bereits funktioniert, ist für führende politische Ämter sogar untersagt. «Ich bin überzeugt, dass es auch da sehr gut machbar wäre», sagt Benjamin Büsser. Eine eingespielte Videobotschaft vom Co-Präsidium der Stadt Yverdon bekräftigt Büssers Aussage. Claudia Bieg sagt dazu:

«Es ist wichtig, dass Arbeitnehmer Job- oder Topsharing ansprechen und nicht warten, bis es von Arbeitgebern angeboten wird.»

Zum Schluss des Podiums stellen sich die Referentinnen und Referenten den Fragen der anwesenden Frauen und Männer.