Weinfelden
Neue Amtsleitung Sport: So will sich die Stadt sportlicher verkaufen

Stadtrat Valentin Hasler will den Sportbereich reorganisieren. Deshalb soll es eine Amtsleitung geben, die sich um die strategischen und personalpolitischen Angelegenheiten kümmert und Weinfelden als Sportstadt besser vermarktet.

Sabrina Bächi
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Die Sportanlage Güttingersreuti mit Eishalle, Inlinedrom, Curling- und Tennishalle im Hintergrund.

Die Sportanlage Güttingersreuti mit Eishalle, Inlinedrom, Curling- und Tennishalle im Hintergrund.

Bild: Mario Testa

Weinfelden soll eine Sportstadt werden. Also eigentlich ist sie das schon, nur werbetechnisch wird das bisher zu wenig gut verkauft – dazu fehlen derzeit noch die Ressourcen. Es ist nur einer der Gründe, weshalb der zuständige Stadtrat Valentin Hasler den Bereich Sport reorganisieren will. «Wir haben gemeinsam mit den Mitarbeitenden im Bereich Sport die Ist-Situation angeschaut», sagt Hasler. Dabei zeigt sich, dass eine vermehrte Zusammenarbeit aller Bereiche sinnvoll wäre. «Wir wollen deshalb eine Amtsleitung Sport installieren», sagt Hasler.

Das Ziel: Diese Person soll die operative Gesamtführung übernehmen, die Zusammenarbeit aller städtischen Sportanlagen koordinieren und auch die strategische Entwicklung vorantreiben. Zudem gebe es dann auch eine Ansprechperson für den Stadtrat.

Die Strukturen wurden überprüft

Der Grund für diese Reorganisation sei aber nicht auf den Schwierigkeiten der letzten Jahre im Bereich der Bäderleitung entstanden, betont Hasler. «Ganz grundsätzlich ist es sinnvoll, wenn die Strukturen immer wieder überprüft werden», sagt Stadtschreiber Reto Marty. Eine Herausforderung bei den Sportanlagen, bei denen insgesamt rund 30 Mitarbeiter angestellt sind, ist auch der saisonal unterschiedliche Bedarf an Personal. «Im Sommer braucht es natürlich mehr Personal im Freibad, im Winter gar keines. Umgekehrt ist es mit der Eishalle», sagt Marty.

Das Beispiel zeigt, wie sich hier das Personal noch besser unterstützen könnte. Künftig könne man auch Mitarbeitende anstellen, die in mehreren Bereichen einsetzbar sind. «Bisher pflegt jeder Bereich ein bisschen sein eigenes Gärtchen. Das ist gut und der Betrieb funktioniert», sagt Marty. Hasler ergänzt: «Wir sind sehr zufrieden mit den jetzigen Bereichsleitern.»

Den individuellen Sport fördern

Doch die Stadt Weinfelden will mehr. Man will den individuellen Sport auch fördern. Oder mit Vereinen Anlässe durchführen oder bei der Organisation unterstützen. Nicht zuletzt soll auch die gute Infrastruktur besser beworben werden. Und man will bei Bedarf auch den privaten Sportanlagenbetreiber etwa mit Werbemassnahmen auf der Stadtwebsite Hand bieten. Marty sagt:

Reto Marty, Stadtschreiber.

Reto Marty, Stadtschreiber.

Bild: Mario Testa
«Das heisst nicht, dass die Stadt noch mehr Anlagen betreiben will, aber eine Zusammenarbeit hat sicher Potenzial.»

Für solche Aufgaben hätten die Bereichsleiter derzeit keine Zeit. Auch die Personalführung kann dann von der Sportleitung übernommen werden. «Wir wollen jemand, der oder die gesamtheitlich denkt, der vermarkten will und kreative Ideen etwa bei der Kundennutzung umsetzt», sagt Marty.

Die Änderungen wurden wohlwollend aufgenommen

Als Nächstes wird das Profil der Leitung Sport ausgearbeitet. Danach wird der Posten öffentlich ausgeschrieben und ab Herbst sollte es dann zur Anstellung der Leitung Sport kommen. «Wir stehen nicht unter Zeitdruck», sagt Hasler.

Valentin Hasler, Stadtrat Sport, Kultur, Tourismus.

Valentin Hasler, Stadtrat Sport, Kultur, Tourismus.

Bild: Michelle Heinrich
«Wichtig ist, dass wir die richtige Person für die Amtsleitung haben.»

Ihm ist es auch wichtig, dass alle Mitarbeitenden im Bereich der Sportanlagen mit im Boot sind. Die Änderungen mit einer neuen Leitung hätten alle, auch die Bereichsleiter, wohlwollend aufgenommen. Das Konzept einer Amtsleitung Sport ist im Thurgau auch in anderen grossen Städten wie Frauenfeld oder Kreuzlingen bekannt. Es sei ein zeitgemässes Konzept.

Angepasst könnte auch die Zusammensetzung der Sportkommission werden. Sie soll noch breiter in der Sportwelt abgestützt sein. Bis es soweit ist, geht es aber noch ein Weilchen. Doch die Weichen sind gestellt.