Weinfelden
Militärgeschichtliche Trouvaillen: Am Wochenende haben die Verantwortlichen das Archiv im Kommandobunker gepflegt

Im Kommandobunker Weinfelden findet man viel Interessantes – abgesehen von Büchern und Dokumenten auch Waffen. Angehörige des Festungsgürtels Kreuzlingen pflegen das Archiv.

Werner Lenzin
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Erich Bühlmann und Archiv-Chef Urs Bodmer präsentieren Raritäten aus ihrem Archiv.

Erich Bühlmann und Archiv-Chef Urs Bodmer präsentieren Raritäten aus ihrem Archiv.

Bild: Werner Lenzin

In den wie in einem Labyrinth angeordneten Räumen des ehemaligen KPs der Gz Br 7 – sprich: des ehemaligen Kommandopostens der Grenzbrigade 7 – an der Schnellerstrasse in Weinfelden herrscht emsiges Treiben am vergangenen Samstagmorgen. Der Grund: Angehörige des Festungsgürtels Kreuzlingen überarbeiten die Bibliothek, das Archiv und die Waffen.

«Mein Vater absolvierte mit 22 Jahren seinen ersten Alleinflug als Militärpilot mit einer ‹Bücker Jungmann› und beendete seine Karriere mit einem Typ Vampire.»

Das Erzählt Susanne Kündig. Sie betreut mit dem Weinfelder Hans von Wyl die 1150 Bücher, welche fein säuberlich in den Regalen stehen. Der beinahe Absturz ihres Vaters über Sion ist im Buch «Gebrochene Flügel» festgehalten.

Mit der Hausräumung ihrer Eltern sind zahlreiche militärische Requisiten hervorgekommen. «Dadurch bin ich zu dieser Aufgabe hier in der Bibliothek im Kommandobunker gekommen.» Momentan ist Kündig dabei, die Bücher thematisch zu ordnen. Die Bibliothek umfasst Literatur von den Griechen und Römern bis zur Neuzeit und ist zum aktuell insbesondere Mitgliedern des Festungsgürtels und Studenten zugänglich.

Ein Reisepass von 1815 und Evakuationspläne

«Unser Ziel ist es, vor allem Schriftstücke und Fotos aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs und des Kalten Kriegs aufzubewahren», erklärt Urs Bodmer. Er hat vor zwei Jahren das Zepter über das Archiv übernommen und dafür gesorgt, dass dank Sponsorenbeiträge die baulichen Voraussetzungen für eine übersichtliche Lagerung der Dokumente geschaffen werden konnten. Als besondere Raritäten weist er gemeinsam mit Erich Bühlmann auf einen Reisepass aus dem Jahre 1815 und die Evakuationspläne aus dem Zweiten Weltkrieg hin.

Der einstige Pistolen-Schweizer-Meister Max Kunz hat mit Peter Ehrbar die 450 Hand- und Faustfeuerwaffen umfassende Sammlung aufgebaut, welche in sieben Räumen gezeigt werden. Mit Ausnahme des Maschinengewehrs 51 stammen sämtliche Waffen aus Privatsammlungen.


«Wir zeigen die Entwicklung der Waffen zwischen dem 16. Jahrhundert und heute.»
Max Kunz, Verantwortlicher Waffensammlung.

Max Kunz, Verantwortlicher Waffensammlung.

Bild: Werner Lenzin