Wahrzeichen
«Ich freue mich riesig und bin überglücklich»: Am Montag hat eine lokale Trägerschaft das Schloss Luxburg übernommen

Die Schloss Luxburg AG will das Anwesen zu einem Ort der Begegnung und Kultur machen. Die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte als Verkäuferin hatte anfänglich Zweifel, dass sie mit der Gruppe von Egnachern ins Geschäft kommen könnte.

Markus Schoch
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Schlüsselübergabe: Stefan Angele von der Terresta, Bettina Stefanini, Barbara Engler, die jahrzehntelang im Schloss zum Rechten gesehen hat, Isabel Baumgartner und Stephan Tobler.

Schlüsselübergabe: Stefan Angele von der Terresta, Bettina Stefanini, Barbara Engler, die jahrzehntelang im Schloss zum Rechten gesehen hat, Isabel Baumgartner und Stephan Tobler.

Bild: Donato Caspari

Was vor zwei Jahren mit einem Traum einiger Privatpersonen begann, ist am Montagnachmittag Wirklichkeit geworden. Die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte mit Sitz in Winterthur hat ihnen beziehungsweise der Schloss Luxburg AG das seit Jahrzehnten weitgehend leerstehende Gemäuer inklusive Park und Liegeplätze überschrieben. «Es ist für mich wie ein Abschiedsgeschenk», sagte Gemeindepräsident Stephan Tobler im Rahmen einer kleinen Feier.

Tobler geht Mitte Jahr in Pension und übernimmt das Verwaltungsratspräsidium der Aktiengesellschaft. Er sei enorm dankbar, dass die Stiftung Hand zum Verkauf geboten habe und ihnen finanziell entgegengekommen sei. Der Preis für die Übernahme beträgt 1,5 Millionen Franken – er lag anfänglich bei 3,3 Millionen Franken.

Schloss Luxburg AG

Die Käuferin

Anfang Jahr ist die Schloss Luxburg AG ins Handelsregister eingetragen worden. Die Gesellschaft bezweckt den Erwerb und den Erhalt des Schlosses sowie den Betrieb von Hotel und Bistro. Das Aktienkapital beträgt 1 Million Franken, die Mehrheit hält die Stiftung Schloss Luxburg. Im Verwaltungsrat sitzen der Egnacher Gemeindepräsident Stephan Tobler (Präsident), Emil Aggeler, Isabel Baumgartner, Dieter Bötschi, Simon Isenring und Engelbert Weis.

Viele schöne Erinnerungen

Sie habe zu danken, sagte Bettina Stefanini, die Präsidentin der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte.

Bettina Stefanini.

Bettina Stefanini.

Bild: Donato Caspari
«Es freut mich riesig und ich bin überglücklich, dass künftig viele Menschen Zutritt in die Luxburg haben werden.»

Genau darauf arbeite die Stiftung hin: Kulturgüter allen zugänglich zu machen. Das Schloss sei früher nur einem kleinen Kreis offen gestanden, was sie immer bedauert habe, obwohl sie viele schöne Erinnerungen an die Ferien als Kind in Egnach habe. Die neuen Eigentümer wollen im Schloss ein Boutique-Hotel mit Bistro und zwei Sälen eröffnen. Stefanini sprach von einem Glücksfall.

Anfänglich sei sie jedoch skeptisch gewesen, bekannte sie am Montagnachmittag.

«Es hat bei mir lange gedauert, bis ich das Gefühl hatte, dass die vorgeschlagene Lösung tragfähig ist.»

Die breite Zustimmung der Stimmbürger im letzten Sommer zu einem Darlehen der Gemeinde im Umfang von 800'000 Franken für den Kauf habe ihr Vertrauen in die Pläne massiv gestärkt. «Das Ja war ein grosser Schritt.»

Es steht viel Planungsarbeit an

Nach einem Gespräch mit Regierungsrätin Monika Knill und der Lektüre des Businessplanes sei sie schliesslich vollends überzeugt gewesen, dass es funktionieren könnte. «Ihr habt uns am Ende angesteckt mit eurer Vision für das Schloss, und darum sind wir auch beim Preis flexibler geworden», sagte Stefanini.

Isabel Baumgartner.

Isabel Baumgartner.

Bild: Donato Caspari

Die Öffentlichkeit wird vorderhand noch nicht viel davon merken, dass die Luxburg den Besitzer gewechselt hat. Der Umbau muss warten. Dieses Jahr würden sie vor allem mit Planungs- und Strategiearbeiten beschäftigt sein, sagte Isabel Baumgartner, die Präsidentin der IG Schloss Luxburg, die aktuell über 270 Mitglieder zählt und im Frühling in einen Verein überführt wird. Baumgartner selber hat bereits das Präsidium der Stiftung Schloss Luxburg übernommen. «Unser ganz grosses Ziel ist, dass sich hier an diesem schönen Ort möglichst bald viele Menschen treffen können.»

Für die Sanierung und die Öffnung der Luxburg sind insgesamt 7,7 Millionen Franken veranschlagt. Der Ausbau wird je nach finanziellen Möglichkeiten vorangetrieben.

Stiftung Schloss Luxburg

Die Unterstützerin

Die Stiftung bezweckt die finanzielle Unterstützung für den Erwerb durch die Schloss Luxburg AG mit Sitz in Egnach, die Restaurierung, den dauernden Erhalt in ihrem historischen Bestand und den Betrieb des Schlosses Luxburg, des Parks um das Schloss sowie die zugehörigen Bootsliegeplätze in der Luxburgeraach in Egnach. Die Stiftung Schloss Luxburg kann auch selber Eigentümerin des Schlosses Luxburg sein. Das Schloss Luxburg soll in angemessener Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Stiftung unterstützt sodann die Durchführung von kulturellen und gemeinnützigen Anlässen in und um das Schloss Luxburg. Im Stiftungsrat sitzen Isabel Baumgartner (Präsidentin), Rolf Bachmann, Norbert Jud, Nelli Krenger, Elisabeth Pfister und Stefan Ziegler.