Volleyball
3:1-Sieg: Volley Amriswil begeistert zum Playoff-Auftakt gegen Lausanne

In der ersten Partie der Best-of-five-Halbfinalserie war Qualifikationssieger Amriswil gegen Lausanne UC die weitaus ausgeglichenere Mannschaft. Vor allem auf der Passeurposition und im Mitteangriff besassen die Thurgauer beim 3:1-Erfolg am Samstagabend deutliche Vorteile. Doch schon am Mittwoch ist die Bestätigung gefordert.

Bernhard Windler
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Lausannes Adrien Prével wird von den Amriswilern Facundo Imhoff (links) und Luis Sosa geblockt.

Lausannes Adrien Prével wird von den Amriswilern Facundo Imhoff (links) und Luis Sosa geblockt.

Bild: Mario Gaccioli

Die Amriswiler starteten vor 645 Zuschauerinnen und Zuschauern im heimischen Tellenfeld fulminant ins Spiel. Nach kürzester Zeit stand es 5:1 und dann 10:5. Dank zweier Aufschlaghämmer des Kubaners Daniel Ramirez, denen die Amriswiler Annahme nur staunend hinterherschauen konnte, vermochten die Lausanner aber bis auf zwei Punkte zu verkürzen. Dieses Näherkommen stachelte die Amriswiler erst richtig an. Nach dem 11:9 stellten sie via 14:9 und 18:10 auf 23:13, ehe der Satzgewinn mit 25:15 feststand. Wer im zweiten Satz mehr Widerstand von Lausanne erwartet hatte, sah sich getäuscht. Mischa von Burg, Milija Mrdak und Luis Sosa konnten fast ungehindert ihre Angriffe durchziehen, und mit 25:14 ging auch dieser Durchgang deutlich an den Qualifikationssieger.

Im dritten Satz hält kurz der Schlendrian Einzug

Was sich im dritten Satz ereignete, könnte einem Lehrbuch über Sportpsychologie entnommen sein. Euphorisiert starteten die Amriswiler erneut dominierend in den Satz. Nach dem 2:2 war es ganz allein Luis Sosa, der das Publikum mit vier aufeinanderfolgenden Smashs verzückte und der gegnerischen Defensive dabei nicht den Hauch einer Chance liess. Als es bald darauf 12:7 und 13:9 stand, hielt jedoch der Schlendrian Einzug im Amriswiler Spiel. Ein Aufschlagfehler von Mischa von Burg, ein geblockter Angriff von Milija Mrdak und ein Sosa-Angriff ins Aus veranlassten Coach Juan Serramalera, sein erstes Time-out zu nehmen.

Wieder auf dem Feld die nächste Unkonzentriertheit: Aufstellungsfehler. Und schon hatten die Lausanner das Skore ausgeglichen. Jetzt wogte das Spiel hin und her. Von der vorher ausgespielten Sicherheit im Spiel der Thurgauer war nichts mehr zu spüren. Nach dem 17:17 legten die Gäste um zwei Längen vor. Amriswil glich aus, doch bei 22:24 kamen die Romands zu zwei Satzbällen. Diese vermochten Facundo Imhoff und Björn Höhne abzuwehren. Die nächsten zwei Satzbälle vergaben die Gäste mit Aufschlagfehlern, ehe Luis Sosa den fünften Satzball ins Aus setzte.

Wenn es ernt gilt, weiss Amriswil zu überzeugen

Die Klasse einer Mannschaft zeigt sich dann, wenn sie sich bei Schwierigkeiten selber aus dem Sumpf ziehen kann. In den vierten Satz starteten die Leute um den grandiosen Amriswiler Passeur Dima Filippov wieder voll konzentriert. Nach der anfänglichen 7:1-Führung kamen die Lausanner zwar wieder heran, doch der Amriswiler Vorsprung pendelte stets zwischen zwei und drei Punkten, ehe in der Schlussphase Luis Sosa mit mehreren spektakulären Drei-Meter-Angriffen das Spiel für Amriswil entschied.

Die Best-of-five-Serie wird am Mittwoch in Lausanne fortgesetzt. Spielbeginn in Dorigny ist um 19.00 Uhr.

Amriswil – Lausanne 3:1 (25:15, 25:14, 26:28, 25:19)

Tellenfeld – 645 Zuschauer – SR Wolf/Hefti.
Amriswil: Björn Höhne, Mischa von Burg, Milija Mrdak, Luis Sosa, Facundo Imhoff, Dima Filippov, Ramon Diem (Libero).
Lausanne: Antti Ronkainen, Georg Escher, Lars Ulrich, Adrien Prével, Damian Hudzik, Daniel Ramirez, Tim Ineichen (Libero).