Swiss League
«Wir geben uns mit dem Halbfinal nicht zufrieden»: Adam Rundqvist und der HC Thurgau haben im Playoff noch etwas vor

Adam Rundqvist entschied am Montag den Halbfinal-Auftakt gegen den EHC Kloten mit seinem kuriosen Treffer in der 70. Minute zu Gunsten des HC Thurgau. Und obwohl der Auswärtserfolg unerwartet war: Rundqvist ist überzeugt, dass der HCT noch weitere grosse Auftritte vor sich hat.

Matthias Hafen
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Schwede mit Schweizer Lizenz: Adam Rundqvist ist ein wichtiger, weil vielseitig einsetzbarer Faktor im Kollektiv des HC Thurgau.

Schwede mit Schweizer Lizenz: Adam Rundqvist ist ein wichtiger, weil vielseitig einsetzbarer Faktor im Kollektiv des HC Thurgau.

Mario Gaccioli (Weinfelden, 11. September 2021)

Adam Rundqvist, was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie in der Verlängerung den abgefälschten Puck von Jonathan Ang vor sich sahen?

Ich überlegte kurz, ob ich ihn Ang zurückpassen soll, entschied mich dann aber für einen Schuss, weil wir in Unterzahl spielten und ich uns ein Bully und eine Wechselchance ermöglichen wollte.

Dann kullerte der Puck überraschend ins Tor. Wie erlebten Sie diesen Moment?

Ich verspürte pure Freude. Ich habe in dieser Saison noch nicht so oft getroffen (dreimal, Red.). Und dann entscheidet ein Tor von mir ein so wichtiges Spiel. Es fühlte sich so gut an, dass ich dem Team damit helfen konnte. Tore erzielst du eben nur, wenn du auch schiesst.

Wie ist es dem HC Thurgau möglich, dieses eindrückliche Kader des EHC Kloten zu bändigen?

Die Schwierigkeiten, die sich uns schon die ganze Saison in den Weg stellten, machten uns als Team enorm stark. Dass wir trotz aller Widrigkeiten so viel erreichten, gibt uns enorm Selbstvertrauen. Wir müssen in der Kabine nicht mehr darüber sprechen, wie wir Dinge tun. Die laufen mittlerweile fast automatisch. Und das macht den Kopf für anderes frei.

Sie waren schon 2019 dabei, als der HCT die Halbfinals erreichte, dann aber mit 1:4 an La Chaux-de-Fonds scheiterte. Was ist in diesem Jahr anders?

Damals waren wir so überwältigt davon, dass wir als Aussenseiter Ajoie besiegt hatten, dass wir im Kopf gar nicht mehr parat waren für den Halbfinal. Dieses Jahr aber wollen alle mehr. Wir geben uns mit dem Halbfinaleinzug alleine nicht mehr zufrieden. Wir sind hungrig.

Aufgrund der zahlreichen Absenzen werden Sie mal als Stürmer, mal als Verteidiger eingesetzt. Wie schwer fällt Ihnen dieser Rollentausch?

Als gelernter Stürmer gibt es immer mal wieder schwierige Situationen für mich in der Abwehr. Aber ich muss zugeben, dass ich es mittlerweile sogar geniesse, Verteidiger zu sein. So sehr, dass wir bereits darüber gesprochen haben, nächste Saison den Rollenwechsel definitiv zu vollziehen. Als gelernter Stürmer kann ich die gegnerischen Angreifer sehr gut lesen.

Was ist vom HC Thurgau im zweiten Halbfinalspiel am Mittwoch um 19.45 Uhr in Weinfelden zu erwarten?

Ich denke ein ähnliches Spiel wie am Montag. Wir werden nicht viel ändern, haben aber noch stärker unsere grandiosen Fans im Rücken. Sie geben uns zusätzliche Energie und Motivation. Und wir wollen mit ihnen den Weg zu Ende gehen.

Playoff-Halbfinal (best of 7). 2. Runde: Mittwoch, 30. März, 19.45 Uhr: Thurgau - Kloten; Stand: 1:0.