Swiss League
4:1-Auftaktsieg gegen Langenthal: Der Thurgau kann Playoff – und wie!

Im ersten Viertelfinalspiel gegen den SC Langenthal tragen fast 2000 Zuschauerinnen und Zuschauer den HC Thurgau zum 4:1-Erfolg. Die Ostschweizer legen in der Best-of-seven-Serie damit 1:0 vor. Die überraschende Rückkehr von Dominic Hobi ist dabei ebenso entscheidend, wie Goalie Luis Janett und die beeindruckende mentale Stärke der Thurgauer.

Matthias Hafen
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Jan Petrig (links vorne) bejubelt sein Tor zum 2:0. Rückkehrer Dominic Hobi (ganz rechts) stand am Ursprung des wegweisenden Treffers.

Jan Petrig (links vorne) bejubelt sein Tor zum 2:0. Rückkehrer Dominic Hobi (ganz rechts) stand am Ursprung des wegweisenden Treffers.

Bild: Mario Gaccioli

Schwierig zu sagen, was eindrücklicher war: Die Kulisse in der Güttingersreuti mit 1859 Zuschauerinnen und Zuschauern oder der Auftritt des HC Thurgau beim 4:1-Sieg zum Playoff-Auftakt gegen Langenthal. Beides zusammen aber ergab ein Eishockeyfest erster Güte am Sonntagabend in Weinfelden.

Es war ein Spiel, das sich niemand entgehen lassen wollte. Sitzplätze und Stehrampe waren ausverkauft und auch die Spieler wollten für diese Begegnung unbedingt aufs Matchblatt. Bei Thurgau kam es so zum überraschend frühen Comeback von Stürmer Dominic Hobi nach dessen Verletzung und bei Langenthal kehrten zum Viertelfinalauftakt die zuletzt kranken Stefan Tschannen und Dario Kummer zurück. Alles Schlüsselspieler notabene.

Mit voller Pulle aufs Eis: Die arg dezimierten Thurgauer strotzten zum Playoff-Auftakt vor Energie.

Mit voller Pulle aufs Eis: Die arg dezimierten Thurgauer strotzten zum Playoff-Auftakt vor Energie.

Bild: Michel Canonica

Hobis Genialität liegt im Detail

Wie wichtig Hobi für den HCT ist, zeigte sich besonders beim 2:0 kurz vor Ende des ersten Drittels. Mit seiner Gabe, das Spiel zu lesen, fing der Routinier einen auslösenden Pass von Langenthals Serge Weber ab, hielt den Puck damit in der Zone der Gäste und ermöglichte so Jan Petrigs Stocher-Tor, das Thurgau für die nächsten zwei Drittel Sicherheit gab und den Gegner bereits ein wenig demoralisierte. Zuvor hatte Kevin Kühni einen Weitschuss durch Freud und Feind zum 1:0 ins Netz gehauen (10.).

Der HCT hatte das Spiel auch zu Beginn des Mitteldrittels weitgehend im Griff. Wäre Daniel Wogers Ablenker nicht kurz vor der Torlinie liegengeblieben, hätte es in der 25. Minute 3:0 geheissen. Doch stattdessen wurde es kritisch in der «Gütti». Zwei Strafen kurz hintereinander führten vor Spielmitte zu einer doppelten Unterzahl des Heimteams. In jener Phase regierte kurz der Wahnsinn. Zuerst spielte Langenthals Eero Elo einen haarsträubenden Querpass, den Jonathan Ang abfing. Thurgaus Topskorer stürmte sogleich auf Pascal Caminada los. Luca Christen schaffte es aber im letzten Moment, Ang am Torschuss zu hindern. Sekunden später hatte Tschannen für Langenthal das 1:2 auf dem Stock, doch Luis Janett rettete mit einer Glanzparade. Sowieso war der HCT-Goalie ein ganz starker Rückhalt, trug mit mehreren Big Saves dazu bei, dass Thurgau in der Best-of-seven-Serie 1:0 in Führung ging.

Die Fans in der Weinfelder Güttingersreuti trugen ihren Teil zum Erfolg bei. Die Mannschaft des HC Thurgau enttäuschte sie nicht.

Die Fans in der Weinfelder Güttingersreuti trugen ihren Teil zum Erfolg bei. Die Mannschaft des HC Thurgau enttäuschte sie nicht.

Bild: Michel Canonica

Thurgaus Powerplay gibt Langenthal den Rest

Auch wenn der 4:1-Sieg hochverdient war: Er war vor allem ein hartes Stück Arbeit für einen dezimierten HC Thurgau, der seine Energie in dieser Playoff-Serie bedacht einsetzen muss. Mental aber sind die Ostschweizer so stark wie lange nicht mehr. Und dann war da ja noch die ziemlich volle Halle, die das Team zu tragen schien. Selbst das 1:2, ein Zufallsablenker von Stefan Rüegsegger, brachte Thurgau nicht aus der Bahn. Natürlich half auch, dass Langenthal doppelt so viele Zweiminutenstrafen kassierte. Denn in den letzten acht Minuten schlug die Stunde von Thurgaus famosem Powerplay. Ang auf Pass von Ian Derungs und Will Pelletier (53.) sowie Derungs auf Pass von Ang und Adam Rundqvist (59.) machten in Überzahl alles klar. Am Ende gab es vom Publikum Standing Ovations. Und der HC Thurgau kann am Dienstag mit breiter Brust nach Langenthal reisen, wo um 19.46 Uhr Spiel zwei über die Bühne geht.

Hoffen und Bangen: Im zweiten und dritten Drittel stand der Sieg des HC Thurgau zeitweise auf der Kippe.

Hoffen und Bangen: Im zweiten und dritten Drittel stand der Sieg des HC Thurgau zeitweise auf der Kippe.

Bild: Michel Canonica

Thurgau – Langenthal 4:1 (2:0, 0:0, 2:1)

Güttingersreuti, Weinfelden – 1859 Zuschauer – SR Müller/Anna Maria Wiegand, Lars Nater/Bichsel.
Tore: 10. Kühni (Ang/Ausschlüsse Pelletier; Christen) 1:0. 19. Petrig 2:0. 48. Rüegsegger (Higgins, Coffman) 2:1. 53. Ang (Derungs, Pelletier/Ausschluss Tschannen) 3:1. 59. Derungs (Ang, Rundqvist/Ausschluss Christen) 4:1.
Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Thurgau, 8-mal 2 Minuten gegen Langenthal.
Thurgau: Janett; Rundqvist, Forrer; Moor, Parati; Schmutz, Kühni; Törmänen; Derungs, Pelletier, Ang; Petrig, Hobi, Binias; Baumann, Hollenstein, Woger; Jolliet, Spannring, Ramsauer, Salamin.
Langenthal: Caminada; Helfer, Christen; Weber, Pienitz; Chanton, Maret; Higgins; Kämpf, Coffman, Rüegsegger; Tschannen, Kummer, Elo; Dähler, Kläy, Rehak; Nyffeler, Wyss; Wigger.
Bemerkungen: Thurgau ohne Lehmann, Palmberg/SWE, Soracreppa, Fechtig, Fritsche, Loosli (alle verletzt), Meier, Senn und Azevedo (alle überzählig). Langenthal ohne Müller, Fuss (beide krank) und Guerra (überzählig). – 42. Pfostenschuss Derungs.

Nächstes Spiel. Dienstag, 15. März, 19.46 Uhr: Langenthal - Thurgau.