Sogar der Teufel kam in die Bischofszeller Pelagiuskirche

Beim Fasnachts-Gottesdienst liessen sich die Besucher von der Lebensfreude der Kostümierten anstecken.

Barbara Hettich
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Die Näbelhusaren spielten in der Kirche zum Gottesdienst. (Bild: Barbara Hettich)

Die Näbelhusaren spielten in der Kirche zum Gottesdienst. (Bild: Barbara Hettich)

Es war ein ungewöhnlicher Gottesdienst am Sonntagmorgen in der ehrwürdigen Pelagiuskirche in der Altstadt von Bischofszell. Teufel, Einhorn, Cowboys, Hexen und Clowns sassen in den von bunten Luftballons geschmückten Bankreihen und erfreuten sich an den schrillen Tönen der Näbelhusaren.

Für einmal stand nicht die Orgel im Einsatz, nein, diesen Sonntag liessen die Bischofszeller Guggen das ehrwürdige Kirchenschiff erzittern und sorgten mit ihren lautstarken Tönen für beste Stimmung im Gotteshaus.

«Der Gottesdienst ist cool, ist für einmal eine andere Atmosphäre und Fasnacht auch zur Kirche», sagt Gugger Marcel Schönenberger.

«Der Gottesdienst ist cool, ist für einmal eine andere Atmosphäre und Fasnacht auch zur Kirche», sagt Gugger Marcel Schönenberger.

Für Anita Hinder, Franziska Heeb und Helen Erni, die gemeinsam den Gottesdienst gestalteten, war das allerdings noch nicht Freude genug: «Die Leute hocken so weit auseinander, niemand lacht, so hat das Gott sicher nicht gewollt», lautet das Fazit der drei.

Seifenblasen von der Empore

Als Laborantin, Gärtnerin oder Frau vom Bau mischten sie Getränke, pflanzten Liebesblumen und freuten sich über Seifenblasen, die zwei Clowns von der Empore schweben liessen. Niemand konnte sich diesem besonderen Zauber entziehen und auf den Gesichtern der Anwesenden spiegelte sich bald die Freude über das Geschehen. Die Freude sprudelte auch im grossen Reagenzglas auf dem Altar.

«Der Gottesdienst zur Fasnacht ist Tradition. Ohne uns Gugger hätte er nicht diesen Charme,», sagt Guggerin Sandra Jud.

«Der Gottesdienst zur Fasnacht ist Tradition. Ohne uns Gugger hätte er nicht diesen Charme,», sagt Guggerin Sandra Jud.

«Wir freuen uns, dass Fasnacht ist und die Menschen somit leichter miteinander ins Gespräch kommen. Wir alle sind nicht perfekt, schon gar nicht der Clown mit seinen zu kurzen Hosen und seinen zu langen Schuhen, aber lachend muss man auch nicht perfekt sein.» Diese Gedanken gaben die drei Frauen den Gottesdienstbesuchern mit auf den Weg und luden abschliessend zur Polonaise durch die Kirche ein – angeführt von einem ganz charmanten, fröhlichen Clown, dem kaum jemand widerstehen konnte.

«Mir hat der Gottesdienst sehr gut gefallen und dafür bin ich auch gerne früh aufgestanden», sagt Gutter Michel Meyer.

«Mir hat der Gottesdienst sehr gut gefallen und dafür bin ich auch gerne früh aufgestanden», sagt Gutter Michel Meyer.

Liebe und Freude sprühten schliesslich und Zückerlis flogen durch die Luft. Auch nach dem Gottesdienst, als die Näbelhusaren auf dem Kirchenvorplatz mit einigen Zugaben noch für fasnächtliche Stimmung sorgten. Die Menschen gingen beschwingt nach Hause.