Schönenberger Familiendoppelvierer

Paul Stahlberg aus Schönenberg nahm mit seinen Kindern Nico, Eva und Kim an einer Ruderregatta in Deutschland teil. Sie sassen alle im selben Boot.

Georg Stelzner
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Gingen bei der Ruderregatta in Bad Waldsee im selben Boot an den Start: Nico, Kim, Eva und Paul Stahlberg.

Gingen bei der Ruderregatta in Bad Waldsee im selben Boot an den Start: Nico, Kim, Eva und Paul Stahlberg.

Bild: PD

Freude und Stolz sind Paul Stahlberg auch heute noch anzumerken, wenn das Gespräch auf den 29. September 2019 kommt. An diesem Tag ruderte er in Bad Waldsee erstmals mit seinen drei Kindern wettkampfmässig im selben Boot.

Unkonventionelles Geschenk

Mit an Bord im «familiären» Doppelvierer waren neben den Zwillingen Eva und Kim, zwei Anfängerinnen, auch Nico, ein Athlet mit dem Prädikat Weltklasse. «Die Teilnahme war ein Geschenk zu meinem 60. Geburtstag», erklärt Paul Stahlberg.

Ein gleichermassen Überraschendes wie Gelungenes, denn so kam ein Doppelvierer mit Seltenheitswert zu Stande. Für alle aus dem generationenübergreifenden Quartett war es eine unvergessliche Premiere.

Zwei Routiniers und zwei Anfängerinnen

Für Eva und Kim Stahlberg stellte die Teilnahme an der Regatta eine spezielle Herausforderung dar. Bis dahin hatten sich die Schwestern ganz dem Pferdesport verschrieben. Im Wissen um den Ehrgeiz des Vaters und des Bruders wollten sie sich daher besonders ins Zeug legen, um die beiden Cracks nicht zu blamieren.

«Nico ist sehr ehrgeizig. Er wollte auch diese Regatta gewinnen», sagt Vater Paul Stahlberg.

Anerkennend sagt Paul Stahlberg: «Die beiden trainierten wie verrückt, standen frühmorgens auf und begaben sich zum Bodensee.» Den Vater hat nicht nur der Trainingseifer seiner Töchter beeindruckt, sondern auch deren Bewegungstalent. «Die Eigenschaft haben sie von ihrer Mutter», betont Paul Stahlberg.

Die Freude überwiegt

Am Tag vor dem Einsatz im Doppelvierer gewannen die Schwestern ihr erstes Rennen im Doppelzweier, was ihnen auch das nötige Selbstvertrauen verlieh. Dass am Ende trotzdem nur der letzte Platz resultierte, vermochte die Freude kaum zu schmälern, auch wenn vor allem Nico Stahlberg gerne gewonnen hätte.

Sein Vater gibt zu bedenken, dass die Distanz hier nur 500 Meter betragen habe. Er ist überzeugt, dass es bei einer längeren Strecke möglich gewesen wäre, um den Sieg mitzukämpfen. «Als wir ausgestiegen sind, hat Nico gemeint, dass wir im Jahr 2020 hier wieder teilnehmen sollten. Das hat mich sehr gefreut», sagt Paul Stahlberg.

Medaillensammler

Der 60-jährige Paul Stahlberg blickt auf eine erfolgreiche Rudersaison 2019 zurück. Bei den Schweizer Meisterschaften gewann er in der Kategorie 60 bis 65 Jahre im Einer die Gold- medaille und im Doppelzweier Silber. Bei den Euro-Masters in Linz (Österreich) siegte er mit Herbert Rapp im Doppelzweier. Aufs Podest schaffte es Stahlberg auch in Turin, wo er im Einer die 10 km als Zweitbester zurücklegte. (st)

Bad Waldsee

An der 57. Ruderregatta in Bad Waldsee, einer süddeutschen Stadt im Landkreis Ravensburg, nahmen Ende September über 450 Sportler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. Prominentester Starter war der in Schönenberg aufgewachsene Nico Stahlberg vom Ruderclub Kreuzlingen. Er nahm bereits zweimal an Olympischen Spielen teil und war 2017 Gewinner des Gesamtweltcups im Einer. (st)