Romanshorn
In der Gemeindebibliothek geht eine Ära zu Ende – Daniel Müller tritt nach drei Jahrzehnten ab

Während 30 Jahren hat der Kassier die Finanzen des Vereins im Lot gehalten. An der 35. Jahresversammlung verabschiedete ihn das Präsidium herzlich.

Markus Bösch
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Daniel Müller (l.) kümmerte sich drei Dekaden lang um die Finanzen der Romanshorner Gemeindebibliothek. Nun verabschiedete Präsidentin Sandra Randegger (r.) den ehemaligen Kassier an der Jahresversammlung.

Daniel Müller (l.) kümmerte sich drei Dekaden lang um die Finanzen der Romanshorner Gemeindebibliothek. Nun verabschiedete Präsidentin Sandra Randegger (r.) den ehemaligen Kassier an der Jahresversammlung.

Bild: Markus Bösch

In Daniel Müllers erstem Jahr bei der Gemeindebibliothek hatten 600 Mitglieder Zugriff auf 6000 Medien. Heute sind es 950 zahlende Mitglieder und 550 Kinderkonten, die aus knapp 15’000 Medien wählen können. Dazwischen liegen 30 Jahre – nun findet Müllers Zeit in der Bibliothek ein Ende. «Du hast dich für die Bibliothek eingesetzt, hast dich professionell um die Finanzen gekümmert und letztlich dafür gesorgt, dass wir unseren Bibliotheksmitgliedern ein günstiges Abo anbieten können. Für deinen grossen Einsatz danken wir dir herzlich», sagte Präsidentin Sandra Randegger an der 35. Jahresversammlung zu Müller.

Im Vorfeld stellte der inzwischen abtretende Kassier zum letzten Mal die Rechnung vor, die – auch wegen weniger Anlässen – mit einem kleineren Defizit als budgetiert abschloss. Dank der zusätzlichen Unterstützung der Stadt schliesst das Budget 2022 beinahe ausgeglichen ab: Die Anschaffung und die Beiträge an die Medien machen mit 25’000 Franken knapp einen Sechstel der Ausgaben aus. Die Körperschaften bestreiten etwa zwei Drittel der Einnahmen, 38’000 Franken werden durch Mitgliederbeiträge generiert. Im Anschluss an die finanziellen Belange wurde Claudia Risi als neue Kassierin in den Vorstand gewählt.

Trotz leichtem Minus: Viele digitale Medien ausgeliehen

Auch wenn vieles ungewiss gewesen sei und einige Anlässe abgesagt oder verschoben werden mussten, probierte der Verein – sofern möglich – immer präsent zu sein: Am <Lenz light> im Juni, an der Spielstrasse, in der Erzählnacht oder auch mit dem nach wie vor beliebten Bücherschrank in der Badi. «Das dies gelungen ist, verdanken wir auch der Flexibilität unserer Mitarbeiterinnen», sagt Präsidentin Randegger, die mit Bibliotheksleiterin Tanja Bühler im gemeinsamen Jahresbericht schreibt: «Unsere Medien wurden 41’000-mal ausgeliehen, bei den digitalen Medien gab es ein Plus von 17 Prozent, insgesamt verzeichneten wir ein Minus von 2 Prozent.»

Autorin und Personalchefin zugleich

Christine Jaeggi las an der Jahresversammlung aus ihrem sechsten Roman.

Christine Jaeggi las an der Jahresversammlung aus ihrem sechsten Roman.

Bild: Markus Bösch

Christine Jaeggi ist Führungskraft im Personalwesen. Das Schreiben von Geschichten und Romanen ihre Passion. Im Nachgang zu den Jahresgeschäften las Jaeggi aus ihrem neusten Buch «Die Magnolienfrauen»: Wie in ihren bisherigen fünf Romanen verwebt sie historische Begebenheiten zu und in Familien- und Kriminalgeschichten. Mit verschiedenen Erzähl- und Zeitsträngen spürt sie ihren Figuren nach.

Die Autorin stelle zuerst ein Konzept zusammen und verschaffe sich dann eine Übersicht der Figuren, die vorkommen sollen. Dies brauche häufig mehr Zeit als das Schreiben des Romans selbst. Jaeggi: «Manchmal inspirieren mich Themen, manchmal sind es die Menschen. Was es letztlich ausmacht, ist die Leidenschaft, dies auf Papier zu bringen.»