Politik
In vielen Bereichen auf Kurs: Der Romanshorner Stadtrat zieht Bilanz zur Halbzeit

Die Behörde hat sich in der Herbstklausur 2021 mit dem Stand der Umsetzung der Legislaturziele 2019 bis 2023 auseinandergesetzt. Die Herausforderungen bleiben gross.

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Der Stadtrat Romanshorn. Stadtschreiberin Bettina Beck (dritte von links) ist mittlerweile nach Frauenfeld gewechselt.

Der Stadtrat Romanshorn. Stadtschreiberin Bettina Beck (dritte von links) ist mittlerweile nach Frauenfeld gewechselt.

Bild: PD

(red) Diverse Projekte wie die Neugestaltung des Hafenareals (Hotel und Boulevard) sowie die Entwicklung im Stadtzentrum sind aufgegleist oder bereits in Arbeit. Für das Hafenareal hat diesen Sommer eine öffentliche Ausstellung mit Präsentation des Siegerprojekts stattgefunden. Die Fortschritte seien greifbar, das Projekt werde zur vermehrten Schaffung touristischer Angebote führen, schreibt die Stadt in einer Mitteilung.

Die Entwicklung des Stadtzentrums rund um den Sternenplatz hänge von diversen Parzelleneigentümern ab. «Verhandlungen mit involvierten Grundeigentümern sind im Gange. Hier wird in der zweiten Hälfte der Legislatur sicherlich nochmals ein Effort nötig sein», heisst es in der Mitteilung weiter.

Luft nach oben im Bereich der Gastronomie

Das Restaurant Panem am Hafen bietet nicht nur kulinarisch einiges, sondern auch kulturell.

Das Restaurant Panem am Hafen bietet nicht nur kulinarisch einiges, sondern auch kulturell.

Bild: Reto Martin

Im Bereich der Gastronomieangebote sieht der Stadtrat noch Steigerungspotenzial. Eine Einflussnahme auf den freien Markt sowie auf Angebot und Nachfrage sei jedoch nur bedingt möglich. Insgesamt sollen Attraktivität und Qualität des Angebots erhöht werden. Beliebte Naherholungsgebiete wie Waldwege und Seeufer würden demnächst saniert oder sind für kommendes Jahr vorgesehen, so die Stadt. Der Stadtrat arbeite zudem an verschiedenen weiteren Projekten, um die Attraktivität des Lebensraums Romanshorn weiter zu fördern.

Beim Strukturwandel im Detailhandel bestehe weiter grosser Handlungsbedarf, schreibt der Stadtrat. Ziel sei, dass sich der Detailhandel baldmöglichst organisiert und zusammen mit der Stadt konkrete Handlungsfelder ausarbeitet.

Kultur des Miteinanders vorantreiben

«Mit und für die Bevölkerung» lautet das Motto des Stadtrats für die aktuelle Legislatur 2019 bis 2023. Um den Dialog mit der Einwohnerschaft zu verbessern, seien bereits diverse Verbesserungen an die Hand genommen worden. So lebe seit Juni 2021 der digitale Dorfplatz Crossiety. Er fördere und ermögliche eine unkomplizierte Kommunikation zwischen Einwohnenden, Vereinen und dem lokalen Gewerbe.

Um die Partizipation im Bereich Projekte oder Projektideen zur Stadtentwicklung weiter zu fördern, erfolgt demnächst der Kick-off der Partizipationsplattform «Citizensourcing». Hierzu findet am 21. Januar 2022 ein analoger Workshop für die Bevölkerung statt. Die Kultur des Miteinanders möchte der Stadtrat weiter vorantreiben.

Kaum mehr Industrieland vorhanden

Blick aus dem Hubschrauber auf das Industriegebiet Hof.

Blick aus dem Hubschrauber auf das Industriegebiet Hof.

Bild: Reto Martin

Romanshorn ist mit gegen 650 Betrieben und rund 6000 Arbeitsplätzen nach wie vor ein regionaler Wirtschaftsmotor. Der Stadtrat möchte weiterhin möglichst optimale Rahmenbedingungen für lokale Unternehmen sowie Neuansiedlungen von Firmen mit Arbeitsplätzen schaffen. Mit dem Zuzug der Forster Profilsysteme AG ist es dem Stadtrat kürzlich gelungen, einen renommierten und grossen Arbeitgeber in die Hafenstadt zu lotsen.

«Um auch künftig Unternehmen für den Wirtschaftsstandort Romanshorn gewinnen zu können, braucht es jedoch auch entsprechendes Industrieland – was unterdessen kaum mehr vorhanden ist», schreibt die Stadt. Zonenänderungen seien ein langer politischer Hürdenlauf und entsprechend anspruchsvoll in der Umsetzung. Hierzu soll die von der Region initiierte regionale Wirtschafts- und Standortförderung helfen, entsprechende Arbeitszonen zu realisieren.

Zeichen in der Umwelt- und Klimapolitik setzen

Das Ressort «Ver- und Entsorgung» wird per 1. Januar 2022 neu als «Energie und Umwelt» geführt. Mit verstärktem Fokus sollen Energie- und Umweltthemen durch eine neue Energie- und Umweltkommission angepackt werden. Der Stadtrat will damit ein starkes Zeichen für eine nachhaltigere Umwelt- und Klimapolitik setzen, welche die natürlichen Ressourcen nachhaltig schont.

Die Stadtverwaltung unterstützt den Stadtrat in der Umsetzung oder Vorbereitung sämtlicher Projekte als operativer Sparringpartner. Seit Beginn der Legislatur 2019–2023 wurden verschiedene interne wie externe Prozesse geprüft und optimiert. Die Stadtverwaltung arbeitet mit IT-Partnern an weiteren modernen digitalen Dienstleistungen für die Bevölkerung, um Verwaltungs- oder Behördengänge weiter zu vereinfachen.

Stadtrat legt überarbeitetes Personalreglement vor

Für die desolate Situation der alten Pensionskasse fand die Stadt zusammen mit der Bevölkerung eine Lösung. «Dies ist für die Stadt wichtig für die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber», heisst es in der Mitteilung. Der Stadtrat werde sich weiter für eine kundenorientierte und effiziente Stadtverwaltung mit marktfähigen Anstellungsbedingungen einsetzen. Diesem Ziel diene auch das überarbeitete Personalreglement, das den Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung vom 8. November unterbreitet wird.