Öppis Gfreuts
Die lächelnde Ziege: Zwei Ermatinger Schülerinnen berichten von einer Begegnung der besonderen Art

In der ersten Januarwoche waren in Ermatingen die beiden Viertklässlerinnen Nuria Hartmann und Lucia Cancar als Sternsinger unterwegs. Dabei hatten die beiden Mädchen eine besondere Begegnung mit einer Ziege, von der sie an dieser Stelle erzählen.

Text: Nuria HartmannZeichnung: Lucia Cancar
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Die Zeichnung zeigt die Ziege mit der Spendendose und die drei Sternsingerinnen Nuria Hartmann sowie Lucia und Emilia Cancar.

Die Zeichnung zeigt die Ziege mit der Spendendose und die drei Sternsingerinnen Nuria Hartmann sowie Lucia und Emilia Cancar.

Bild: Lucia Cancar

«Neulich waren wir als Sternsinger verkleidet und haben den Menschen Lieder gesungen. Und davon wollen wir jetzt erzählen. Wir gehen zusammen in die 4. Klasse in Ermatingen und heissen Nuria und Lucia. Lucia zeichnet gerne und ich schreibe gerne. Wir sind beste Freunde und beide zehn Jahre alt.

Jedes Jahr gehen wir zum Sternsingen. Als wir dieses Jahr die Strasse langgegangen sind, haben wir eine Ziege hinter einem Zaun gesehen. Wir haben ihr etwas vorgesungen. Die Spendendose, in der wir immer Spenden für Arme sammeln, haben wir der Ziege an den Zaun gestellt. Die Ziege hat gelächelt und als wir fertig mit Singen waren, hat sie Gras gerupft und es in die Spendenbox gelegt.

Mit Kreide haben wir an ihren Zaun 20*C+M+B*22 geschrieben. Das heisst 2022 Caspar, Melchior und Balthasar. Das sind drei Könige, die die Botschaft verteilt haben, dass Jesus geboren ist. Wir haben der Ziege Tschüss gesagt und sind weitergegangen.

Lucias Schwester Emilia, die auch dabei war, fand eine Katze, die uns die ganze Zeit hinterhergelaufen ist. Die Katze ist sogar in die Häuser gegangen, an denen wir geklingelt haben. Wir haben so gelacht! Und dann haben wir die Katze ‹Sternsinger-Katze› genannt.

Zur Feier des Tages haben wir dann im ‹Hecht› mit den Leitern Spaghetti gegessen. Wir haben Beutel bekommen, in denen wir Schocklade gesammelt haben. Die Schokolade war ausgebreitet auf dem Tisch. Emilia, Lucia und ich hatten am Ende ganz volle Beutel. Und da haben wir gemerkt, dass, wenn man anderen eine Freude macht, auch man sich selber eine Freude macht, weil man sieht, wie andere deinetwegen glücklich sind.»