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Auf dem Weinfelder Marktplatz blüht die Glückslinde

Seit Freitagabend ist in Weinfelden eine Installation für die Spendensammlung zu Gunsten der Fastenaktion in Betrieb.

Monika Wick
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Die Glückslinde ist farbig bemalt und bestückt mit einer fantasievollen Konstruktion zur Beförderung von Geld.

Die Glückslinde ist farbig bemalt und bestückt mit einer fantasievollen Konstruktion zur Beförderung von Geld.

Bild: Monika Wick

«Das isch jo witzig», «do mag mer jo chum no mit luege» und «das macht mega Spass» sind Sätze, die so oder ähnlich unter dem Lindenbaum auf dem Marktplatz fallen. Grund für die ausgelassene Stimmung ist die ausgefallene Installation mit dem Namen «Glückslinde», die die ökumenische Arbeitsgruppe der katholischen und evange­lischen Kirchgemeinden von Weinfelden und Märstetten am Freitagabend ihrer Bestimmung übergeben haben.

Ziel der Installation ist es, Geld für die ­diesjährige Fastenaktion zu sammeln. Gerade haben Chiara, Remo und Lux die Glückslinde in Betrieb genommen. Mit grossem Eifer drehen die drei Kinder eine Kurbel, die ein Förderband in Bewegung setzt, das die gespendete Münze in die Höhe transportiert. Oben angekommen, rollt sie über eine Schiene wieder nach unten. Neben den Geräuschen, die sie dabei erzeugt, bringt sie ein geschmücktes Rad zum Drehen, Glocken zum Klingen, Vögel zum Zwitschern und Lichter zum Leuchten. Letztlich verschwindet die Münze im Spendentopf, dessen Inhalt der Fastenaktion zugutekommt.

Stadtpräsident stellt sich in den Dienst der guten Sache

Stadtpräsident Max Vögeli verteilt Suppe.

Stadtpräsident Max Vögeli verteilt Suppe.

Bild: Monika Wick

Bemalt wurde die rund acht Quadratmeter grosse Installation von Veronika Portmann, einem Mitglied der sechsköpfigen Arbeitsgruppe. Die fantasievollen Konstruktionen stammen von Verwandten von Beat Curau, ebenfalls Mitglied der Arbeitsgruppe und seit acht Jahren Stiftungsrat der Fastenaktion. Nebenan köchelt Suppe, die Stadtpräsident Max Vögeli an Passanten verteilt. «Das ist genau das richtige bei diesen Temperaturen», bedankt sich eine Frau. Die Kartoffeln und der Lauch, die für die Suppe benötigt wurden, haben Vögeli und Armin Ruf, Gemeindeleiter der katholischen Kirchgemeinde, zuvor eigenhändig gerüstet.

Portmann sagt:

«Wir feiern heute einen Geburtstag. Vor 60 und einem Jahr wurde die Fastenaktion, die früher Fastenopfer hiess, von 16 schweizerischen Jugendverbänden gegründet.»

Damals wie heute sei es eine wichtige Aufgabe der Organisation, Menschen für die Probleme anderer Menschen und der Umwelt zu sensibilisieren und zu informieren. Dass die ökumenische Arbeitsgruppe mit ihrer Aktion nicht die Welt verändern kann, ist für Curau klar. «Wir können aber kleine, feine Dinge bewirken und uns in der Stadt sichtbar machen», erklärt er. Die Glückslinde und die dazugehörende Ausstellung bleiben während der nächsten zwei bis vier Wochen auf dem Marktplatz stehen.