Kreuzlinger Velofahrer fordern gute Bedingungen

Zum Tag der autofreien Stadt fand im Kult-X eine Podiumsdiskussion statt.

Judith Schuck
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Vera Zahner, Gregor Gaffga, Thomas Niederberger, Sandro Nöthiger und Ralf Seuffert diskutieren. (Bild: Judith Schuck)

Vera Zahner, Gregor Gaffga, Thomas Niederberger, Sandro Nöthiger und Ralf Seuffert diskutieren. (Bild: Judith Schuck)

Von beiden Seiten der Grenze kamen die Velofahrer zur Podiumsdiskussion mit Thomas Niederberger, Stadtpräsident Kreuzlingen, Gregor Gaffga, Radverkehrsbeauftragter der Stadt Konstanz, Sandro Nöthiger, Leiter Tiefbau Kreuzlingen und Ralf Seuffert, Sprecher des ADFC Konstanz.

Bevor aber heiss diskutiert wurde, zeigte das Filmforum Kreuzlingen und Konstanz Kurzfilme über das Fahrradfahren aus sechs Städten. Die Auswahl der Filme hatte Vera Zahner, Präsidentin von Pro Velo Thurgau, getroffen, welche auch die Moderation der Gesprächsrunde übernahm.

Am Sonntag für Autos geschlossen

Besonders beeindruckte die Zuschauer, mit welcher gegenseitigen Rücksichtnahme der Verkehr in Tokio funktioniert: Obwohl es keine Velo-Wege gibt, nutzen 14 Prozent der Bevölkerung das Fahrrad, um von A nach B zu kommen. Sie fahren auf Fusswegen oder Autostrassen.

In Bogotá werden an Sonn- und Feiertagen die Strassen in der Stadt für den motorisierten Verkehr gesperrt und für die Freizeitgestaltung der Bevölkerung zur Verfügung gestellt. Dort wimmelt es dann nur so von Menschen, die Radeln, Skaten, Aerobic machen oder Rumba tanzen, der sogenannte «Ciclovia Bogotá».

«Könnten Sie sich so einen ‹Ciclovia› auch für Kreuzlingen vorstellen?», richtete sich Zahner nach dem Film an den Kreuzlinger Stadtpräsidenten. Er sei generell sehr offen, so etwas in der Art für Kreuzlingen zu machen, allerdings gerne zusammen mit Konstanz.

«Nächste Woche treffe ich den Oberbürgermeister, da nehme ich das gleich mit auf die Traktandenliste.»

Diskutiert wurde vor allem die Infrastruktur für Velo-Fahrer. Walo Abegglen, Mitglied der SP, sass im Publikum und wollte von den Vertretern der Stadt wissen, was die nächsten Schritte beim Thema Sicherheit seien: «In Kreiseln passieren viele Unfälle.» Sie müssten hier die Prioritäten überdenken, antwortete Niederberger. «Wo sind die Hauptachsen für Velo-Fahrer, wie können wir diese gut gestalten?».

Mischverkehr im Seezelg wegen Reka-Dorf

Ein Gast kritisierte, dass mit dem Bau des Reka-Dorfes im Seezelg der Autoverkehr an dieser Stelle über den internationalen Bodenseeradweg führen wird. Sandro Nöthiger pflichtete ihm bei, hier entstünde Mischverkehr. «Wir sind aber überzeugt, dass das funktioniert. » Für 2020 versprach Niederberger, sich für ein E-Bike-Verleihsystem stark zu machen.