Hilfe für die Ukraine
«Die Unterstützung hier im Thurgau ist sehr gross»: Das sind die Hilfsaktionen im Kanton – die Übersicht

Zahlreiche Gemeinden bieten Hilfsangebote für die ukrainische Bevölkerung an. In Weinfelden sammelt die Feuerwehr Spenden, in Kemmental gibt es ein «Spendenkässeli» und in Basadingen-Schlattingen sammelt ein Gemüsebauer Hilfsgüter.

Judith Schönenberger, Mario Testa
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Piotr Podolak packt mit seiner Tochter Sophie die Hilfsgüter ins Auto, um sie zum Lastwagen nach Horn zu bringen.

Piotr Podolak packt mit seiner Tochter Sophie die Hilfsgüter ins Auto, um sie zum Lastwagen nach Horn zu bringen.

Bild: Mario Testa

Arbon: Sachspenden gesucht

In Arbon organisiert Angelika Antczak eine Spendenaktion für die Ukraine. Besonders benötigt werden ungeöffnete und nicht rezeptpflichtige Medikamente, Hygieneartikel und Ferngläser, Isomatten oder kugelsichere Westen. Diese Spenden sollen in beschrifteten Kartons abgegeben werden. Wer sich an der Aktion beteiligen möchte, kann sich bei Angelika Antczak unter der Telefonnummer 079 389 99 68 melden.

Basadingen-Schlattingen: Ott-Gemüsebau sammelt Spenden

Gemeinsam mit ihrer ukrainischen Mitarbeiterin sammelt Ursula Ott Sachspenden und Geld für die ukrainische Bevölkerung. Spenden können bis am Freitag, 4. März, bei Ott Gemüsebau, Hansroren 6 in Basadingen, abgegeben werden. Eine Privatperson transportiert die Spenden am Freitagabend an die ukrainische Grenze. Ursula Ott ist unter der Telefonnummer 052 657 39 39 erreichbar.

Kemmental: Bevölkerung regt Aktion an

Seit Mittwoch, 2. März, werden auch in Kemmental Sachspenden gesammelt. Von Montag bis Samstag jeweils von 8 bis 11.30 Uhr können Hilfsgüter im Sammelzentrum bei der Mehrzweckhalle, Kirchstrasse 13, in Alterswilen abgegeben werden. Benötigte Waren sind Kleider, Decken, Hygieneartikel oder haltbare Lebensmittel, diese sollen in beschrifteten Kartons vorbeigebracht werden. Um die Kosten für Lagerung und Transport zu decken, bitten die Organisatoren um einen Beitrag von 5 Franken pro Schachtel.

«Die Sammelaktion dauert so lange, bis der Lastwagen voll ist oder so lange, wie in der Ukraine Hilfe benötigt wird», sagt Christina Pagnoncini, Gemeindepräsidentin von Kemmental. Sie hat das Sammelzentrum auf Bestreben mehrerer Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit der Evangelischen Kirchgemeinde und der Volksschulgemeinde Kemmental eingerichtet. Sie ist die Ansprechperson für die Aktion und unter der Telefonnummer 058 346 08 00 zu erreichen. Bisher seien die Reaktionen auf das Sammelzentrum «durchwegs positiv» gewesen. Ein Kemmentaler habe sogar schon mehrere Firmen für Hilfsmaterial angefragt, ein Unternehmen habe bereits zehn Paletten Hilfsgüter zugesichert.

Im Gemeindezentrum der Gemeindeverwaltung Kemmental in Siegershausen steht ausserdem ein «Spendenkässeli».

Lommis: Restaurant kocht Borschtsch

Das Restaurant Krone Lommis kocht am Dienstag, 8. März, und Mittwoch, 9. März, abends das ukrainische Nationalgericht Borschtsch. Pro Teller werden 5 Franken zu Gunsten der Ukraine gespendet.

Steckborn: Sammelaktion bis Samstag

Sachspenden können vom 2. bis 4. März von 8 bis 18 Uhr an der Ackerstrasse 31 in Steckborn abgegeben werden. Lian Giger koordiniert die Sammelaktion und ist erreichbar unter der Telefonnummer 079 329 66 50.

Als Sachspenden in Frage kommen Sanitätsmaterial, Hygieneartikel, Ausrüstung gegen Kälte und Dunkelheit sowie haltbare Lebensmittel. Kleidung ist als Spende nicht erwünscht. Die Güter sollen in unverschlossenen Kartons abgegeben werden.

Weinfelden: Fahnencenter spendet an Glückskette

Das Fahnencenter Weinfelden verkauft eine Ukraine-Friedensfahne in zwei Grössen zu einem Preis von 45 beziehungsweise 65 Franken. Jeweils 5 Franken des Verkaufspreises werden an die Glückskette gespendet. Weitere Informationen gibt es per Telefon unter 071 626 20 00 oder per E-Mail unter mailing@fahnen-center.ch.

Weinfelden: Feuerwehr sendet Hilfstransport

Piotr Podolak will seinen Verwandten in der Ukraine helfen. Der Weinfelder hat einen Aufruf gestartet und sammelt nun Hilfsmaterialien für die Erstretter in der Ukraine. Mit seinem Aufruf stiess er auf offene Ohren. «Wir mussten die Aktion nun stoppen, weil unser Transporter voll ist. Die Unterstützung hier im Thurgau ist sehr gross», sagt der Pole, der mit seiner Familie seit 14 Jahren in Weinfelden lebt. Für die Sammelaktion hat er sich an seine Kollegen bei der Feuerwehr Weinfelden gewendet. Sie haben daraufhin auch andere Feuerwehren angeschrieben und diverse Telefonate geführt. So kam innert kurzer Zeit viel Material für die Hilfslieferung zusammen: Stiefel, Decken, Verbandszeug oder Helme – alles, was die Feuerwehr und Rettungsdienste in der Ukraine nun dringend benötigen. «Mir geht der Krieg sehr nahe. Mein Vater musste im Zweiten Weltkrieg vor den Russen aus der Ukraine nach Polen flüchten. Seither lebt meine Familie in Polen», sagt Podolak.

Das Hilfsmaterial sammelt er nun im Thurgau zusammen und bringt es nach Horn, von wo aus ein Transport nach Polen gehen wird. «Wir bringen so das Material zu den Berufsfeuerwehren in Polen. Sie versuchen es dann in die Ukraine zu transportieren.» Vizekommandant Benjamin Fretz und Materialwart Paul Pruss von der Feuerwehr Weinfelden haben Piotr Podolak bei der Sammlung unterstützt. «Er hat die Aktion aus privater Motivation ins Leben gerufen und wir haben unserem Kollegen gerne geholfen», sagt Fretz. Diverse Feuerwehren hätten noch altes oder nicht mehr genutztes Material, das im Ernstfall aber noch bestens gebraucht werden könne. Dazu komme, dass die Feuerwehrkollegen in Horn Erfahrung hätten mit Hilfstransporten in die Ukraine, da sie dies seit einigen Jahren schon regelmässig machen. Piotr Podolak ist dankbar für die grosse Unterstützung seiner Weinfelder Feuerwehrkollegen. «Ohne sie hätte ich das kaum so schnell organisieren können. Und auch die Bevölkerung hier war sehr hilfsbereit.»

Konstanz: Krisenstab koordiniert Hilfsangebote

Die Stadt Konstanz hat einen Krisenstab eingerichtet, der die verschiedenen Hilfsangebote in Konstanz koordiniert. Alle Aktionen sind auf der Website www.konstanz.de/ukraine aufgelistet.

Infobox das sind die Thurgauer Aktionen

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