Heimische Vögel
Die Vogelschützer sind mit dem Fernglas unterwegs, um Schwalben und Mauersegler zu zählen

Bedrohte Gebäudebrüterarten sind von Mai bis September auch in Kreuzlingen anzutreffen. Rund ein Dutzend Helfer des Vogelschutzvereins ist derzeit in der Region unterwegs, um sie zu inventarisieren. Man bittet um Verständnis, wenn sie mit dem Feldstecher Gebäude absuchen.

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Eine Mehlschwalbe.

Eine Mehlschwalbe.

Bild: PD/Michael Gerber

(red) Die Mehlschwalbe, die Rauchschwalbe und der Mauersegler: Dieses bedrohte Trio finde immer weniger Nistmöglichkeiten, schreibt der Vogelschutzverein Kreuzlingen und Umgebung. In einer Mitteilung heisst es:

«Die Bestandeszahlen dieser Frühlingsboten sinken auf alarmierende Weise.»

Deshalb habe der Kanton Thurgau Mehlschwalben und Mauersegler mit ihren Nestern unter absoluten Schutz gestellt. Für diese Massnahme sei jedoch eine genaue Bestandesaufnahme – eine Inventarisierung - der Nistplätze nötig.

Beobachter mit Ferngläsern

Eine fliegende Rauchschwalbe.

Eine fliegende Rauchschwalbe.

Bild: PD/Michael Gerber

Freiwillige Helferinnen und Helfer des Vogelschutzvereins Kreuzlingen und Umgebung (VSK) beobachten im Mai und Juni mit Ferngläsern die Nester und Einflüge der Vögel hoch oben an Gebäuden. Nach Abschluss der Zählungen würden Fachleute die Ergebnisse professionell auswerten. Diese ermöglichten es der Stadt und dem Kanton, die Lebensräume von Mehlschwalben und Mauerseglern zu schützen und zu fördern.

Der Vogelschutzverein führe die Bestandesaufnahme der Gebäudebrüter nicht nur in Tägerwilen und Kreuzlingen, sondern auch in den umliegenden Gemeinden durch. Man aktualisiere das Inventar der Gebäudebrüter alle zwei Jahre und registriere die unter kantonalem Schutz stehenden Vögel und ihre Nistplätze. Der Kanton, die Ortsbehörde und der Vogelschutzverein unterstützten die betroffenen Hauseigentümer, wenn nötig und gewünscht, mit baulichen Massnahmen. Bei Renovationen erhielten die Vögel einen Ersatzbrutplatz am gleichen Bauobjekt und anschliessend, wenn nötig, neue künstliche Nistkästen.

«Es ist daher wichtig, dass sich betroffene Hauseigentümer vor einer Renovation rechtzeitig mit den lokalen und kantonalen Fachstellen absprechen.»
Ein Mauersegler in der Luft.

Ein Mauersegler in der Luft.

Bild: PD/Michael Gerber

Sie leben eng mit den Menschen zusammen

Die Schwalben und die Mauersegler lebten eng mit den Menschen zusammen. Mehlschwalben seien auf geschützte Unterschlüpfe an der Aussenseite von Gebäuden angewiesen. Die Rauchschwalben fühlten sich für ihr Brutgeschäft vor allem in Ställen wohl. Dort profitierten sie vom Angebot an Insekten, welche in der Nähe des Viehs leben. Die sichelförmigen Mauersegler verbringen ihr ganzes Leben bis auf die Jungenaufzucht in der Luft. Sie kommen Anfang Mai und ziehen bereits um den 1. August wieder ins südliche Afrika. Sie ziehen ihren Nachwuchs in Dachunterzügen oder in künstlichen Bruthöhlen hoch oben an den Gebäuden auf. (red)