Hader und Eckhart kommen aus Österreich: Kabarett in Kreuzlingen reduziert die Anzahl Plätze, aber nicht den Spass

Die Kreuzlinger Kabarett-Veranstalter hoffen, dass ihre beiden Zuschauermagneten am 29. Oktober und am 10. Dezember auch wirklich im Dreispitz auftreten können. Für den Wiener braucht es eine Bewilligung des Kantons, damit er nicht in Quarantäne muss.

Martina Eggenberger
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Programmleiter Micky Altdorf und die Medienverantwortliche Julia Christiane Hanauer stellen das Programm von Kabarett in Kreuzlingen für diesen Herbst und Winter vor. Es steht ganz im Zeichen des österreichischen Kabaretts.

Programmleiter Micky Altdorf und die Medienverantwortliche Julia Christiane Hanauer stellen das Programm von Kabarett in Kreuzlingen für diesen Herbst und Winter vor. Es steht ganz im Zeichen des österreichischen Kabaretts.

(Bild: Donato Caspari)

Es sind schwierige Zeiten für Kulturveranstalter. Eine ständige Ungewissheit begleitet die Planungen, das gilt natürlich auch für das KIK-Festival. Zwei Programmpunkte konnten im Frühling wegen des Lockdowns nicht stattfinden. Nun liegt der Fokus auf den zwei für dieses Jahr noch angesagten Abenden mit den beiden Gästen aus Österreich, Josef Hader und Lisa Eckhart.

An die Grenzen des guten Geschmacks

Josef Hader

Josef Hader

(Bild: PD/Udo Leitner)

Altmeister Hader steht, wenn alles klappt, am 29. Oktober auf der Dreispitz-Bühne. Seine jüngere Kollegin, die bekannt dafür ist, an die Grenzen des guten Geschmacks zu gehen, wäre dann am 10. Dezember dran. Eckhart lebt in Deutschland, ihr Auftritt scheint weniger gefährdet als jener von Hader, der in Wien, also einem sogenannten Risikogebiet, Zuhause ist. Programmleiter Micky Altdorf sagt:

«In Deutschland darf Hader problemlos auftreten. Er muss nur einen Coronatest, der nicht älter als 48 Stunden ist, vorweisen. Bei uns müsste er eigentlich in Quarantäne.»

Das kantonale Gesundheitsamt habe nun aber einem Antrag auf Befreiung von der Quarantäne zugestimmt. «Das Mühsame ist halt, dass jede Verordnung fast stündlich wieder revidiert werden kann.»

Zahl der Zuschauer musste praktisch halbiert werden

Kabarettistin Lisa Eckhart

Kabarettistin Lisa Eckhart

(Bild: Franziska Schrödinger)

Corona beschert dem KIK einen massiven Mehraufwand. Ständig ist Altdorf mit Agenturen und Behörden am Draht. Die Zahl der Zuschauer musste praktisch halbiert werden. Die Sitzordnung geändert. Das Schutzkonzept angepasst. Glücklicherweise waren die zwei Herbst-Veranstaltungen bis zum Lockdown nicht ausverkauft. Die Zahl der verfügbaren Tickets wurde sofort reduziert. Da erst jeweils 200 Karten verkauft waren, können alle, die eine haben, die Shows wie geplant besuchen. Aktuell seien noch einige wenige Plätze bei beiden Künstlern frei.

20-Jahr-Jubiläum im nächsten Jahr

Dass Micky Altdorf für die Herbst-Veranstaltungen zwei Hammer-Namen gewählt hat, kommt nicht von ungefähr. Sie sollen auf das KIK besonders aufmerksam machen, weil es 2021 sein 20-Jahr-Jubiläum feiern kann. Zu diesem speziellen Anlass plant das Team ein Programm mit stolzen zwanzig Terminen. Selbstverständlich sind Grössen wie Urban Priol, Sebastian Pufpaff oder Ursus & Nadeschkin mit dabei.

Darauf, dass es ihm gelungen ist, sich über so viele Jahre zu behaupten, ist Gründer Micky Altdorf stolz. Er sagt: «Und das in Kreuzlingen.» Die Stadt ist kein Kulturhauptort, die wenigsten Besucher des Festivals sind Einheimische. Viele Veranstaltungen sind mehr als zur Hälfte mit Gästen aus Deutschland besetzt. Das Einzugsgebiet reicht auf der anderen Seite von Vorarlberg über St. Gallen bis Winterthur.

«Wir haben mittlerweile einen
sehr guten Ruf in der Szene.
Die Künstler kommen gerne zu uns.»

Trotz aller Vorfreude ist Altdorf realistisch. «Die Jubiläumsedition steht wegen Corona natürlich auf der Kippe.» Aus diesem Grund wartet man auch mit dem Druck des Programmflyers noch zu. Der Vorverkauf soll statt im Dezember erst Mitte Januar beginnen.

«Aber wenn es irgendwie geht, ziehen wir das KIK durch. Kultur ist schliesslich gerade in diesen Zeiten am nötigsten.»

Das sagt der Programmleiter, in der Hoffnung, dass ihn das Publikum nicht im Stich lässt.