Güttinger geben klares Bekenntnis ab für einen Hortbetrieb

Die Gemeindeversammlung hat am Montagabend die Weichen für den Ausbau der ausserfamiliären Kinderbetreuung gestellt – und das, obwohl der Raum noch fehlt.

Urs Brüschweiler
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Gemeinderätin Sandra Stadler stellt der Versammlung das Projekt KiSee vor. (Bild: Martina Eggenberger Lenz)

Gemeinderätin Sandra Stadler stellt der Versammlung das Projekt KiSee vor. (Bild: Martina Eggenberger Lenz)

Am Ende war es eine klare Sache: Mit 54 Ja zu 25 Nein stimmten die Güttinger im Grundsatz dem Projekt KiSee für die Betreuung von Kindern und Senioren zu. Vergangene Woche wurde der Gemeinde zwar die «Optimallösung» mit den Räumlichkeiten im evangelischen Kirchgemeindehaus verwehrt. Die Kirchbürger waren dagegen.

Die zuständige Gemeinderätin Sandra Stadler betonte:

Sandra StadlerGemeinderätin Güttingen(Bild: Urs Brüschweiler)

Sandra Stadler
Gemeinderätin Güttingen
(Bild: Urs Brüschweiler)

«Die Dringlichkeit für ein solches Projekt ist zu gross, um es nicht voran zu treiben»

Sie berief sich auf den steigenden Bedarf bei Einwohnern, aber auch potenziellen Neuzuzügern. «Ich bedaure es aus politischer Sicht sehr, dass wir die Nachfrage nicht befriedigen können.» Der Gemeinderat wollte daher beim Stimmvolk das Okay für den schnellst möglichen Ausbau des Mittagstisches zu einem Hortbetrieb für Schüler innerhalb der Finanzkompetenz einholen.

Ein Projekt in der Raiffeisenüberbauung Altnau

Eine Arbeitsgruppe soll sich nun auf die Suche nach einem neuen Standort machen. Das entsprechende Kreditbegehren hofft die Exekutive an der nächsten Gemeindeversammlung einholen zu können. Bei der Kita, die Güttingen ebenfalls für notwendig erachtet, könne man sich die Zusammenarbeit mit einer Nachbargemeinde vorstellen. Konkret erwähnt wurde ein mögliches Projekt in der Altnauer Raiffeisenüberbauung.

Eltern sind bereit zu zahlen

Die Stimmbürger beteiligten sich rege an der Diskussionen. Es gingen Hinweise auf mögliche Standorte ein. Ein Votant sprach sich dafür aus, einen günstigen Container für den Start des Projekts zu erwerben. Der Volltarif für einen Hort-Tag wird voraussichtlich etwa 85 Franken betragen. Bedenken, dass Eltern nicht gewillt wären, diesen Betrag zu zahlen, wurden aus dem Weg geräumt, weil gleich mehrere Anwesende ihre Bereitschaft hierfür signalisierten.

Bedarf: 12 Kinder täglich

Der aktuelle Bedarf geht von zwölf Kindern täglich für eine Tagesbetreuung aus. Bei den Senioren sei dieser momentan nicht gegeben, sagte Stadler. Das Projekt sieht aber nach wie vor vor, dass ältere Menschen bei der Betreuung der Kinder mithelfen.

Entschuldigung vom Gemeinderat

Grossmehrheitlich genehmigt wurden die zwei Nachtragskredite für die bereits realisierten Projekte am Römerweg Süd und an der Altnauerstrasse. Der Gemeinderat entschuldigte sich dafür, dass er es verpasst hatte, die Kredite vorgängig einzuholen. «Das wird uns nicht mehr passieren», versprach Gemeindepräsident Urs Rutishauser. Ebenfalls klar Ja sagten die Stimmbürger zum Budget 2019, das einen Ertragsüberschuss von 178000 Franken vorsieht, sowie zur Einbürgerung einer deutschen Familie.

Diskussion um Hochwasserschutz

Für einige Voten sorgte die Ankündigung von neuen Massnahmen im Bereich Hochwasserschutz. Es ging zwar noch nicht um einen konkreten Kredit, dennoch äusserten sich viele bereits kritisch. Der zuständige Gemeinderat Max Wicker betonte, man habe heute die Chance, für wenig Geld viel zu bekommen, da sich Kanton und Bund beteiligen würden.

Vorgestellt wurden an der Gemeindeversammlung weiter das Projekt für das neue Hafengebäude und der Zeitplan für die Zentrumsüberbauung. Diese kann im Idealfall ab 2020 realisiert werden. Die neue Gemeindeordnung soll kommenden November zur Abstimmung gelangen.

Einheitsgemeinde hat nicht oberste Priorität

 Die Versammlung der Primarschulgemeinde war eine kurze Sache. Das Budget mit einem prognostizierten Minus von rund 370 000 Franken wurde einstimmig genehmigt. Schulpräsident Miran Kaddur informierte, dass die Behörde zwar eine verstärkte Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde anstrebe. Die Bildung einer Einheitsgemeinde habe aber in den nächsten Jahren nicht oberste Priorität. Der Bauverantwortliche Stefan Oswald erwähnte schliesslich noch, dass man sich bezüglich der Baustreitigkeiten am Schulhaus aussergerichtlich habe einigen können. Die genauen Zahlen gebe es dann im Juni.