Interview
Gründer der Secondo-Partei aus Kreuzlingen: «Junge Doppelbürger sollen sich politisch engagieren»

Für einen Sitz im Gemeinderat von Kreuzlingen bewirbt sich eine neue Partei, die Partei der Secondi. Zoran Mitrovic ist der einzige Kandidat der Liste. Ihm geht es vor allem darum, Aufmerksamkeit für seine Idee, eine Partei für Doppelbürger aufzubauen, zu bekommen. Seine Ziele gehen weit über die Stadtgrenze hinaus.

Nicole D'Orazio
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Zoran Mitrovic, Gründer Partei der Secondi und Kandidat für den Kreuzlinger Gemeinderat. (Bild: Nicole D'Orazio)

Zoran Mitrovic, Gründer Partei der Secondi und Kandidat für den Kreuzlinger Gemeinderat. (Bild: Nicole D'Orazio)

Herr Mitrovic, warum möchten Sie Gemeinderat in Kreuzlingen werden?

Ich will meine Idee, die Partei der Secondi, bekannt machen. Das ist der erste Schritt. Ich suche viele motivierte Leute, die sich politisch engagieren und die Partei mit aufbauen wollen.

Dann geht es Ihnen gar nicht um Kreuzlingen?

Doch, auch. Ich lebe seit vielen Jahren in der Stadt. Sollte ich gewählt werden, würde ich das Amt ernst nehmen. Aber es geht mir nicht um meine Person.

Sondern?

Ich möchte vor allem junge Doppelbürger der Internetgeneration, so bis 30 Jahre, animieren, sich politisch zu engagieren.

Warum ist dafür eine neue Partei nötig?

Es gibt noch keine Partei für Doppelbürger. Das sind sehr viele Menschen, etwa 900000, mit einem Schweizer Pass, die oft noch in ihre ursprünglichen Nationalitäten eingeteilt werden. Die Partei soll sie einen. Aber bei uns dürfen natürlich alle mitmachen. Auch Schweizer ohne Migrationshintergrund. Wir sind keine Partei, die etwas gegen Schweizer hat. Wir lieben sie.

Wie sieht das Parteiprogramm der Secondi aus?

Das muss noch definiert werden. Ich hoffe, dass ich bald viele Mitglieder finde. Wenn es etwa 70 sind, möchte ich die erste Versammlung einberufen, an der die verschiedenen Funktionen, die Ideen und Pläne definiert werden. Ich will nicht Präsident werden. Das sollen Junge übernehmen. Ich möchte das Ganze einfach anstossen. Mein Wunsch ist, dass meine Enkel sich für Politik interessieren. Also möchte ich etwas aufgleisen und ihnen ein Vorbild sein. Ich hoffe, dass das auch andere Eltern und Grosseltern machen.

Wie suchen Sie nach neuen Mitgliedern?

Über Social Media und durch Gespräche. Bald werde ich dafür in meinem Haus Parteiräume einrichten.

Was für Ziele haben Sie mit der Partei?

Im Oktober sind Nationalratswahlen. Ich hoffe, dass wir bis dann viele Frauen und Männer haben, die sich trauen, zu kandidieren. Nicht nur im Thurgau, auch in anderen Kantonen. Die Doppelbürger brauchen Vertreter in Bern.

Glauben Sie, dass Sie damit Erfolg haben?

Ich bin ein Optimist. Ich bin pensioniert und habe nun die Zeit und Kraft, meine Idee umzusetzen. Ich hoffe, dass ich andere überzeugen kann.