Gemeindeversammlung
Bürglen senkt den Steuerfuss: Ein dickes Finanzpolster macht's möglich

Einstimmig haben die Stimmberechtigten der Politischen Gemeinde Bürglen am Montagabend die Steuerfusssenkung um zehn Punkte bewilligt. Für Gesprächsstoff sorgten Fussgängerstreifen und die Feuerwehrkommission.

Sabrina Bächi
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Der neue und der abtretende Gemeinderat Iwan Eberhardt und Hans-Jürg Amrhein mit Gemeindepräsident Kilian Germann.

Der neue und der abtretende Gemeinderat Iwan Eberhardt und Hans-Jürg Amrhein mit Gemeindepräsident Kilian Germann.

Bild: Sabrina Bächi

Der eigentliche Höhepunkt der Versammlung geht schnell und diskussionslos über die Bühne. «Die Gemeinde hat sich ein schönes Sicherheitspolster angespart, weshalb wir nun den Steuerfuss senken möchten», erklärt Gemeindepräsident Kilian Germann. Mit der Senkung um zehn Punkte auf 59 Prozent schliesse die Gemeinde an die Steuerfüsse der umliegenden Gemeinden an. Einstimmig beschliessen die 69 Anwesenden in der Mehrzweckhalle Bürglen diesen Antrag.

Insgesamt elf Traktanden standen auf der Liste für die Versammlung der Politischen Gemeinde Bürglen. Doch trotz des vermeintlich grossen Umfangs bringt Gemeindepräsident Kilian Germann die Versammlung speditiv über die Bühne. Bei den meisten Geschäften herrscht denn auch Einigkeit unter den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern.

Eine neutrale Person für die Feuerschutzkommission

Einzig bei der Revision des Feuerwehrschutzreglements meldet sich in der Diskussionsrunde ein Bürger. «In der Feuerschutzkommission sitzen derzeit sechs Personen. Neu will man sie auf vier reduzieren. Das heisst es sind zwei Personen vom Gemeinderat, ein Angestellter der Gemeinde und der Feuerwehrkommandant in der Kommission», führt der Votant aus.

«Das ist einfach nicht demokratisch, denn wenn sich die beiden Gemeinderäte einig sind, haben sie mit dem Stichentscheid des Vorsitzenden immer recht und bringen alle Anliegen durch.»

Deshalb, so der Stimmbürger weiter, stelle er den Antrag, die Kommission auf fünf Personen zu erhöhen. In der anschliessenden Abstimmung ist der Fall klar: 36 Personen stimmen für den Antrag, 16 dagegen. Das revidierte Reglement wird mit dieser Anpassung anschliessend einstimmig genehmigt.

Fast 1,3 Millionen Franken für zwei Strassensanierungen

Nebst Budget und Steuerfuss gilt es auch über zwei Kredite zu befinden. Zum einen soll die Ringstrasse saniert und die teils über 100 Jahre alte Leitung saniert werden. Vor allem aber die Abwasserleitungen muss die Gemeinde ersetzen, da deren Durchmesser zu klein ist und es deshalb immer wieder zu Rückstaus komme, wie Gemeinderat Peter Egger erklärt. Der Kredit über 680'000 Franken wird einstimmig genehmigt. Ebenso der Kredit über 580'000 Franken für die Sanierung der Wydenstrasse.

69 Stimmberechtigte nehmen an der Gemeindeversammlung in der Mehrzweckhalle Bürglen teil.

69 Stimmberechtigte nehmen an der Gemeindeversammlung in der Mehrzweckhalle Bürglen teil.

Bild: Sabrina Bächi

Mehrere Votanten merken jedoch an, dass diese Einbahnstrasse mit einem Trottoir versehen werden soll und auch die Fahrtrichtung umgekehrt werden soll. «Diese Gedanken haben wir uns auch schon gemacht und werden sie in die Planung einbeziehen», sagt Kilian Germann. Der Souverän befindet auch über fünf Einbürgerungen. Das Gemeindebürgerrecht wird allen gewährt, bei zweien allerdings eher knapp. Beide Personen bleiben der Versammlung unentschuldigt fern, was von einigen Anwesenden offenbar nicht goutiert wird.

Mehr Geld für das familienergänzende Betreuungsangebot

Gemeinderätin Barbara Keller Foletti gibt den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern einen Einblick in den Stand der familienergänzenden Betreuung und holt sich für den Weiterzug des Projekts das einstimmige Einverständnis der Stimmberechtigten. Die Gemeinde kann mit der Volksschule nun weitere Ausgaben tätigen.

Unter dem Traktandum Verschiedenes wird vor allem über einen entfernten Fussgängerstreifen an der Kreuzung in Leimbach diskutiert. «Leider erfüllte der Streifen die Sicherheitsanforderungen nicht, da die Übersicht für die Verkehrsteilnehmer fehlt», erklärt Germann. Für einen neuen Streifen seien die Voraussetzungen nicht gegeben, auch wenn es sich dort um einen Schulweg handle. Des Weiteren werden zwei Bäume an der Kreuzung aus sicherheitstechnischen Gründen gefällt, der Bereich neu bepflanzt.

Das Dorf Leimbach mit der Primarschule am rechten Bildrand.

Das Dorf Leimbach mit der Primarschule am rechten Bildrand.

Bild: Mario Testa

Dann meldet sich eine weitere Votantin aus Leimbach. Sie sammelt Unterschriften für die Umsetzung von Tempo-30-Zonen auf drei Strassen im Ort. Am Ende der eineinhalbstündigen Versammlung verabschiedet Kilian Germann Gemeinderat Hans-Jürg Amrhein aus dem Amt.

Kleines Defizit trotz Steuersenkung

Das Budget 2022 der Politischen Gemeinde Bürglen weist mit dem neuen Steuerfuss von 59 Prozent bei einem Aufwand von 8,98 Millionen und einem Ertrag von 8,94 Millionen ein Defizit von knapp 40'000 Franken aus. Es wird vom Souverän einstimmig genehmigt.