Fusion
Vier Kirchgemeinden überlegen sich den Zusammenschluss: Schwindende Kirchbürger, fehlende Behördenmitglieder und das Geld sind die Gründe

Am Mittwochabend haben die vier Katholischen Kirchgemeinden Bussnang, Leutmerken, Schönholzerswilen und Wertbühl über eine mögliche Fusion orientiert. Ziel war es, über das Vorhaben zu informieren und Fragen der Kirchbürger zu beantworten.

Sabrina Bächi
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Die vier Präsidenten in der katholischen Kirche Bussnang: Ursula Fust, Peter Meyenberger, Heidi Merz und Beni Stadler.

Die vier Präsidenten in der katholischen Kirche Bussnang: Ursula Fust, Peter Meyenberger, Heidi Merz und Beni Stadler.

Bild: Sabrina Bächi

Am Mittwochabend haben gleich vier katholische Kirchgemeinden zu einem Informationsanlass eingeladen. Rund 30 Personen sind der Einladung zum Austausch in der katholischen Kirche Bussnang gefolgt. Das Thema: Die mögliche Fusion zwischen den Kirchgemeinden Bussnang, Leutmerken, Schönholzerswilen und Wertbühl.

Ursula Fust, Präsidentin der Katholischen Kirchgemeinde Bussnang, führt als Projektleiterin durch den Abend und gibt Einblick in den Stand der Dinge. Klar ist: die vier Kirchgemeinden arbeiten schon seit längerem zusammen. Vor allem Bussnang und Leutmerken sowie Wertbühl und Schönholzerswilen bilden je ein Zweiergespann.

Die Präsidenten der jeweiligen Gemeinden nennen alle etwa dieselbe Motivation für den Zusammenschluss. «Wir sind unterbesetzt im Kirchgemeinderat und es ist sehr schwierig, Nachfolger für die Behörde zu finden», sagt etwa Heidi Merz, Präsidentin der Katholischen Kirchgemeinde Leutmerken. Als kleine Kirchgemeinde mit nur 150 Stimmberechtigten sei es auch finanziell nicht immer einfach. Ebenso die Kirchgemeinde Wertbühl. Präsident Peter Meyenberger vergleicht die geplante Fusion mit einer Ehe:

«Wir kennen uns schon seit 50 Jahren, die Verlobung im Sinne einer engeren Zusammenarbeit geschah vor 30 Jahren – nun ist es an der Zeit zu heiraten.»

Beni Stadler kann sich als Kirchenpräsident von Schönholzerswilen in einer feudalen Situation wähnen, habe er doch keine Probleme, die Behörde zu besetzen. Dennoch: «Wir arbeiten schon lange mit Wertbühl zusammen, wenn wir jetzt nicht bei der Fusion mitmachen, dann stehen wir irgendwann alleine da», sagt er. Wahrscheinlich hätte die Fusion dafür finanziell positive Auswirkungen.

Steigende Steuern in Bussnang

Dies stimmt für die Kirchgemeinde Bussnang dafür nicht. Die Kirchbürger müssten bei einer Fusion mit einem leicht höheren Steuerfuss rechnen. Dafür ist auch hier das Personal ein grosses Problem. «Seit Jahren suchen wir verzweifelt Leute für die Behörde und die zunehmende Professionalisierung etwa im Bereich der Finanzen macht es noch schwieriger, geeignete Personen mit dem nötigen Know-how zu finden und dies bei schwindenden Kirchbürgerzahlen», sagt Ursula Fust.

Alle vier Gemeinden haben also einen Grund, weshalb die Fusionsgespräche nun auch weitergeführt werden. Eine Projektgruppe wurde gegründet und im Weiteren sollen im nächsten halben Jahr die Grundlagen für eine Fusion ausgearbeitet werden. Ende August gebe es eine weitere Informationsveranstaltung, sagt Fust.

Ursula Fust, Präsidentin Katholische Kirchgemeinde Bussnang.

Ursula Fust, Präsidentin Katholische Kirchgemeinde Bussnang.

Bild: Mario Testa
«Dort werden wir ihnen dann mehr Fleisch am Knochen präsentieren können.»

Es sei im Grunde dann die Vorlage, über die abgestimmt werde. Die Fusionsentscheidung fällen die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger am Abstimmungssonntag vom 25. September. Eine neue Behörde wird am 27. November gewählt. «Wir haben uns entschlossen, dass eine Fusion zu Stande kommt, sobald zwei Kirchgemeinden Ja sagen», erklärt Fust. Wenn also eine Gemeinde der Fusion nicht zustimmen will, so fusionieren die anderen drei.

Schönholzerswiler wünschen sich andere Partner

Bei der Umfrage am Ende der Erläuterungen wird klar, dass sich die Schönholzerswiler teils wohl eher die Hochzeit mit Wuppenau wünschen würden. Präsident Beni Stadler stellt aber klar: «Wir haben die Katholische Kirchgemeinde Wuppenau-Welfensberg-Heiligkreuz angefragt und sie können sich eine Fusion mit uns nicht vorstellen.» Betont wird auch mehrfach, dass es sich um einen kirchenpolitischen Zusammenschluss handle, der keinen Einfluss auf das pastorale Leben habe.

Mehrheitlich stehen die Anwesenden dem Vorhaben positiv gegenüber. Einzig eine bessere Information über die Informationsveranstaltung hätte man sich gewünscht, wie einige Kirchbürger sagen. Von den Präsidien aus ging noch der Wunsch nach Mitwirkung bei der Namensfindung. «Da sind noch keine Vorschläge eingegangen», sagt Ursula Fust.

Alle Informationen zur Fusion der vier Kirchgemeinden sollen künftig auch auf der Website des Pastoralraums Nollen-Lauchetal-Thur aufgeschaltet werden.

Die vier Präsidenten in der katholischen Kirche Bussnang: Ursula Fust, Peter Meyenberger, Heidi Merz und Beni Stadler.

Die vier Präsidenten in der katholischen Kirche Bussnang: Ursula Fust, Peter Meyenberger, Heidi Merz und Beni Stadler.

Bild: Sabrina Bächi