Ermatingen
«Ich interessiere mich dafür, was vom Geburtensaal in die Gemeinde kommt»: Primarschule hat ein Platzproblem

An der Versammlung der Primar- und Sekundarschulgemeinde in Ermatingen haben vor allem die Raumnot und das Familienkonzept der Gemeinde zu reden gegeben.

Viviane Vogel
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Antonio Basile, Präsident der Primarschulgemeinde, spricht über die aktuelle Entwicklung der Schülerzahl in Ermatingen.

Antonio Basile, Präsident der Primarschulgemeinde, spricht über die aktuelle Entwicklung der Schülerzahl in Ermatingen.

Bild: Viviane Vogel

In Ermatingen werden die Schulen aufgerüstet – sowohl physisch als auch virtuell. Mit dem Stichwort «Industrie 4.0» lenkt Franziska Keller vom Ressort Finanzen der Sekundarschule den Fokus auf die Digitalisierung. «Man kommt schon heute nicht mehr um Daten und Prozessanalysen herum», sagt Keller.

«Unsere Lernenden werden mit einer sich rapide wandelnden Berufslandschaft konfrontiert sein.»

Wer die Sekundarschule Ermatingen verlässt, soll dieser Realität gewachsen sein. Auch für Lehrpersonen sind Weiterbildungen vorgesehen, vor allem, um die neue Schulsoftware «pupils» kennen zu lernen. Und an der entsprechenden Hardware fehlt es auch nicht: «Dank Ihrer Grosszügigkeit konnten wir die Schülerschaft mit Laptops ausstatten», sagt Beat Kneubühler, Sekundarschulpräsident zu den Anwesenden.

Schülerwelle überrollt die Primarschule

In der Primarschule geht es mehr um den physischen Raum. «Ich interessiere mich dafür, was vom Geburtensaal in die Gemeinde kommt», sagt Primarschulpräsident Antonio Basile. Damit spricht er die aktuelle Entwicklung der Schülerzahl an. Diese hat zwei Aspekte. Zum einen gab es 2020 einen ausserordentlich hohen Zuwachs in der Schülerschaft. Damit es in den Schulzimmern nicht zu eng wird, wurde in Triboltingen eine neue Klasse eröffnet. Basile sagt:

«In den nächsten fünf Jahren wird uns die Klassengrösse und der Raum noch beschäftigen.»

Zum anderen macht sich Basile trotzdem Gedanken über die Überalterung von Ermatingen. Ein Anwesender spricht das Familienkonzept der Gemeinde an und fragt, wieso diese mehr Schüler anstrebt. Basile antwortet: «Wir behalten die Altersverteilung im Auge. Auch wenn es in absoluten Zahlen gerade viele Schuleintritte gibt, so ziehen doch im Verhältnis eher zu wenige Kinder in die Gemeinde.»

Damit spricht er die Tatsache an, dass das Angebot im Dorf nicht unbedingt der Nachfrage junger Familien entspricht. «Als Primarschule wollen wir herausfinden, welche Angebote es noch braucht, um familiengerecht zu werden.»