Erlen hat einen neuen Zonenplan

Eine ausserordentliche Gemeindeversammlung diskutierte Verkehrsfragen und genehmigte die Revision der Ortsplanung.

Hannelore Bruderer
Drucken
Thomas Bosshard, Gemeindepräsident von Erlen, leitet die ausserordentliche Gemeindeversammlung.

Thomas Bosshard, Gemeindepräsident von Erlen, leitet die ausserordentliche Gemeindeversammlung.

Bild: Hannelore Bruderer

Es war eine lebhafte Versammlung, die Gemeindepräsident Thomas Bosshard am Dienstagabend im Erler Mehrzwecksaal leitete. Der neue Zonenplan und das revidierte Baureglement wurden grundsätzlich nicht angezweifelt, Fragen dazu gab es dennoch einige.

Die Verkehrssituation beim Bahnhof ist in Erlen ein Dauerthema. Hauptgrund dafür ist die Bahnschranke, die tagsüber im Durchschnitt rund 25 Minuten pro Stunde geschlossen ist. Die dadurch entstehenden Staus sind für alle ein Ärgernis.

Verkehrsproblem ist Geduldsprobe

Zum Schutz der Verkehrsteilnehmer und der Bahnkunden hatte der Gemeinderat die Fabrikstrasse wegen der engen Verhältnisse vor rund einem Jahr im Rahmen einer Versuchsphase einseitig gesperrt. Wie Messungen nun gezeigt haben, sind die Verbesserungen aber nicht überall wie erhofft eingetroffen.

Wer eine rasche Lösung der Verkehrsprobleme erwartet hat, muss sich weiter gedulden. Der Gemeinderat Erlen sei mit der SBB im Gespräch und habe entschieden, im März ein Einwendungsverfahren durchzuführen, erklärte Bosshard.

Landwirtschaftszone mit besonderen Nutzungen

Bevor über den Zonenplan und das Baureglement abgestimmt wurde, wollte ein Votant wissen, wie weit Umbauten und eine bauliche Entwicklung in den als Kulturlandschaft eingeteilten Ortsteilen Buchackern, Engishofen und Kümmertshausen künftig noch möglich sind.

«In allen drei Dörfern sind noch Baulandreserven vorhanden und auch Umnutzungen können vorgenommen werden, sofern sie dem Bauregelement entsprechen», versicherte Bosshard. Zwei weitere Bürger wollten wissen, was in der Landwirtschaftszone mit besonderen Nutzungen vorgesehen ist, da eine solche Zone im Hinblick auf die Agrarpolitik 2022 des Bundes in Frage gestellt sei.

Beinahe einstimmiges Votum

In der Landwirtschaftszone mit besonderen Nutzungen ist eine bodenunabhängige Tierhaltung möglich. In der Vergangenheit habe es Projekte für diese Zone gegeben, die jedoch nicht zur Ausführung gekommen seien, sagte Bosshard. «Aktuell gibt es kein Projekt. Wir haben die Zone aber beibehalten.»

Mit einer Gegenstimme und wenigen Enthaltungen genehmigte die Versammlung den Zonenplan und das Baureglement. Das Abstimmungsresultat wiederholte sich bei der Genehmigung der Änderungen im Beitragsreglement Kultur- und Naturobjekte. Die Stimmbeteiligung lag bei 5,3 Prozent.

Einwendungsverfahren

Aufgrund einer Motion hat der Thurgauer Regierungsrat im Jahr 2014 die Verordnung zum Strassenverkehrsgesetz dahingehend geändert, dass schon Entwürfe von vorgesehenen Verkehrsanordnungen in ortsüblicher Form publiziert werden können. Während 20 Tagen können danach beim Departement für Bau und Umwelt (DBU) schriftlich sogenannte Einwendungen eingereicht werden.

Einwendungen sind keine förmlichen Einsprachen. Sie bilden aber die Grundlage für künftige Gespräche und zur Lösungsfindung. Sehen betroffene Personen beim definitiven Erlass der Verkehrsanordnungen ihre Argumente nicht ausreichend berücksichtigt, können sie Beschwerde beim Verwaltungsgericht einreichen. (hab)