Bodensee-Arena
Der Puck wollte nicht für Kreuzlingen-Konstanz springen: Der Eishockeyklub verliert auch das zweite Playoff-Finalspiel

Im Playoff-Final zwischen dem Eishockeyklub Kreuzlingen-Konstanz (EHCKK) und dem St.Galler HC Eisbären in der Bodensee-Arena kamen grosse Sportgefühle auf. Am Ende musste sich das Heimteam mit 2:3 geschlagen geben.

Emil Keller
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Der EHCKK spielt in der Bodensee-Arena vor vollen Zuschauerrängen.

Der EHCKK spielt in der Bodensee-Arena vor vollen Zuschauerrängen.

Bild: Emil Keller

Das zweite Finalspiel der Best-of-five-Serie war ein Eishockeyspektakel, denn beide Teams wollten unbedingt einen Sieg. Es waren dann die Eisbären mit ihrer eiskalten Effizienz, die am Dienstagabend den ersten Treffer für sich verzeichnen durften. Kreuzlingen-Konstanz hingegen schien in der Bodensee-Arena nichts zu glücken.

Der Eisbären-Goalie Michael Ströbel, welcher früher selbst beim EHCKK gespielt hat, schien jeden Winkel und jede Finte seiner ehemaligen Mannschaftskameraden zu kennen. So stand es nach dem zweiten Drittel 0:3 für die Eisbären und auf den Zuschauerrängen wurde heftig über die Entscheide der Schiedsrichter und die Nervenstärke der Goalies diskutiert.

Juniorinnen verkaufen Fanartikel

In den Pausen verkaufte der Hockeynachwuchs fleissig Fanartikel des EHCKK und Yana und Nike waren trotz des eher mageren Spielstandes bester Laune über die vielen Zuschauer. Beide stehen bei den Junioren selbst für den Klub auf dem Eis und brennen für den Sport. Die Ehrgeizige Nike sagt:

«Wenn ich gross bin, spiele ich entweder selbst in der ersten Mannschaft oder in Kanada.»
Nike und Yana verkaufen Fanartikel des EHCKK.

Nike und Yana verkaufen Fanartikel des EHCKK.

Bild: Emil Keller

Den Finaleinzug des EHCKK genau mitverfolgt hat Raphael Rufer. Einerseits, weil er zwei Kollegen in der Mannschaft hat, andererseits, weil der Sport reichlich Action bietet: «Eishockey ist einfach huere geil!»

Extra nach Kreuzlingen angereist war Vater Jürgen, welcher seinen Sohn bei den Eisbären anfeuerte. Früher stand er in Österreich selbst auf dem Eis, heute fiebert er auf der Tribüne mit. Sein Urteil: «In der Schweiz ist das Eishockeyniveau auf jeden Fall besser.» Er zeigte sich erfreut über den komfortablen Vorsprung der Eisbären, war sich des Sieges jedoch noch nicht gewiss: «Wenn der EHCKK jetzt einfach grob wird und weiter foult, wird es nichts mehr für sie. Wenn sie aber geschickt spielen, können sie den Match noch kehren.»

St.Galler brauchen nur noch einen Sieg zum Titel

Worte, die sich die Mannschaft in der Kabine anscheinend zu Herzen genommen hatte. Im letzten Drittel konnte der EHCKK endlich punkten. Die Heimfans, aber auch die Spieler drehten noch einmal voll auf und zeigten, weshalb genau diese Mannschaft es zum ersten Mal in der EHCKK-Klubgeschichte in den Final geschafft hatte. Für den Ausgleich reichte es dann aber doch nicht ganz, es blieb beim 2:3 für die Eisbären. Damit benötigen die St.Galler nur noch einen Sieg, um die Meisterschaft für sich zu entscheiden.

Die Spieler des EHCKK (rot) geben alles auf dem Eis in der Bodensee-Arena.

Die Spieler des EHCKK (rot) geben alles auf dem Eis in der Bodensee-Arena.

Bild: PD/Christian Ulmer

Geschlagen gibt sich der EHCKK dabei noch lange nicht. Die Stimmung in der Kabine war nach dem Spiel eher trotzig statt frustriert. «Wie wir im letzten Drittel gezeigt haben, wissen wir ja eigentlich, wie es geht», sagte der stoisch ruhige EHCKK-Kapitän Gian Forster. Bereits morgen Donnerstag, 20 Uhr, müssen sie dies in der Eishalle St.Gallen unter Beweis stellen. Die Parole des Kapitäns ist auf jeden Fall klar:

«Einfach immer das letzte Spiel gewinnen, dann wird man Meister.»