Bischofszell
Diethelm zum Dritten

Thomas Diethelm kandidiert am 13. Februar 2022 für eine dritte Amtszeit als Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Bischofszell.

Christof Lampart
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Thomas Diethelm stellt sich für eine dritte Amtszeit als Präsident zur Verfügung.

Thomas Diethelm stellt sich für eine dritte Amtszeit als Präsident zur Verfügung.

Bild: Christof Lampart

Seine erneute Kandidatur gab der 65-jährige Thomas Diethelm am Sonntagvormittag im Rahmen der Budgetgemeinde 2022, welche in der katholischen Kirche Sitterdorf vor 47 Stimmberechtigten abgehalten wurde, bekannt. Er habe zwar wirklich beabsichtigt, nach zwei Legislaturperioden zurückzutreten, doch sei er von verschiedenen Seiten angesprochen und dazu ermuntert worden, noch eine dritte Amtszeit anzuhängen, so Diethelm. Er komme dem Ansinnen gerne nach, da er noch die Sanierung der Stiftsamtei fertigführen wolle. Auch betrage die jetzige Amtszeit durch die vorgezogenen Wahlen am 13. Februar 2022 ein halbes Jahr weniger als ursprünglich geplant, tritt doch die neue Kirchenbehörde, die sich dann neu Kirchgemeinderat nennen wird, ihr Amt am 1. Juni 2022 an.

Mit Aktuar Christian Hinder und der Finanzverantwortlichen Cornelia Pasche werden hingegen zwei bisherige Mitglieder der Kirchgemeindebehörde nicht mehr kandidieren. Allerdings konnte Diethelm mitteilen, dass nicht nur für die beiden Demissionierenden, sondern auch für einen bis anhin bereits vakanten Posten Kandidatinnen gefunden wurden: nämlich Cornelia Keller, (Finanzen), Mirjam Steinmann (Aktuarin) und Caroline Pedrazzini (Katechese) stehen.

Aufwandüberschuss durch Eigenkapital gedeckt

Keine Diskussion ergab sich bei der Auflösung der Vorfinanzierung «Allgemein 2016–2021» in der Höhe von 470’000 Franken. Diese wurde in den Jahren zwischen 2007 und 2015 für einen nichtspezifischen Zweck angehäuft und musste nun, da das neue Rechnungslegungsmodell HRM2 keine solchen Rückstellungen mehr erlaubt, aufgelöst werden. Die Kirchbürger sprachen sich einstimmig dafür aus, die 470’000 Franken zur Finanzierung der Sanierung der Kirchamtei zu verwenden.

Unbestritten war auch das Budget 2022, das bei einem unveränderten Steuerfuss von 24 Prozent bei einem Aufwand von 3’194’526 Franken und einem mit Ertrag von 2’964’582 Franken mit einem Aufwandüberschuss von 229’944 Franken rechnet. Wie die Finanzverantwortliche, Cornelia Pasche, darlegte, budgetierte man zwar «leicht optimistischer» als die politischen Gemeinden, doch seien die Mehraufwendungen für Personal, Betrieb und Unterhalt nicht zu vermeiden. Allerdings sei die Finanzlage nach wie vor gut, verfüge man doch über ein Eigenkapital von über
1,8 Millionen Franken. Der Souverän segnet das Budget 2022 und den Steuerfuss von 24 Prozent ohne Gegenstimme ab.

Stiftsamtei ist älter als bis anhin gedacht

Was die Sanierung der Stiftsamtei anbelange, sei man «auf einem guten Kurs», sagte Diethelm. Bis anhin habe es keine grossen baulichen Überraschungen gegeben. «Aus heutiger Sicht steht einer Wiedereröffnung der Stiftsamtei im Sommer nichts im Wege», sagte der Kirchenpräsident.

Untersuchungen haben übrigens ergeben, dass viele der Holz- und Dachbalken der Stiftsamtei ums Jahr 1660 herum im Wald vom Bischofsberg geschlagen wurden. Somit sei die Grundsubstanz deutlich älter als bis anhin gedacht, wurde doch das Gesamtensemble der Stiftsamtei vom Denkmalschutz Thurgau bis anhin aufs 18. und 19. Jahrhundert eingeordnet.