Arbon setzt sich für eine ausserschulische Betreuung ein: Das Zürcher Modell gilt als Vorbild

Das Vorhaben gehe laut Primarschulpräsidentin Regina Hiller in die richtige Richtung. Der Weg sei aber noch weit.

Christof Lampart
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Wie aus dem Infoabend hervorgeht, besteht in Arbon ein grosses Bedürfnis nach ausserschulischen Betreuungsangeboten.

Wie aus dem Infoabend hervorgeht, besteht in Arbon ein grosses Bedürfnis nach ausserschulischen Betreuungsangeboten.

Bild: Christof Lampart

Gleich zu Beginn orientierte die Präsidentin der Primarschule Arbon, Regina Hiller, im Schulhaus Seegarten umfassend über die Betreuungsangebote für «Kinder von null bis 16 Jahren». Anschliessend führte sie das neue Betreuungsangebot aus, das ab August 2020 auf dem Schulcampus Stacherholz angeboten wird. An Ort und Stelle soll zeitnah noch eine weitere freiwillige Ganztagesbetreuung für Kinder im Primarschulalter entstehen.

Regina Hiller zeigte sich erfreut über das grosse Interesse der Bevölkerung an der schul- und familienergänzenden Betreuung in Arbon und betonte, dass es der Schulbehörde «ein zentrales Anliegen ist, dass wir den Bedürfnissen der Kinder und deren Eltern gerecht werden können». Dabei komme der schul- und familienergänzenden Betreuung eine ganz wichtige Rolle zu.

Regina Hiller, Präsidentin der Primarschule Seegarten

Regina Hiller, Präsidentin der Primarschule Seegarten

(Bild: PD)
«Familien können ihre Stärken nur ausspielen, wenn sie durch gewisse Strukturen, familienfreundliche Arbeitsformen und professionelle Beratungsangebote unterstützt werden.»

Obwohl in Arbon ein grosses Angebot herrsche, werde es noch viel zu wenig genutzt. Hiller brachte die Erkenntnisse aus einer Online-Umfrage zur Sprache. Diese ergab, dass in Arbon gerade einmal rund zehn Prozent der Befragten eine ausserfamiliäre, bzw. familienergänzende Betreuung beanspruchten. «Im Vergleich zum gesamtschweizerischen Durchschnitt ist das gerade einmal die Hälfte», konstatierte Hiller.

Der Blick geht nach Zürich

Zwar sei man in Sachen Rundumbetreuung der Kinder noch ganz klar vom Standard in Schweden entfernt, wo in gewissen Regionen sogar Übernachtungsmöglichkeiten für die Kinder angeboten werden, wenn die Eltern Schichtarbeit leisten. Mit dem Angebot im Stacherholz decke man aber ab kommendem August immerhin «an fünf Tagen die Betreuung der Kinder zwischen 7 und 18 Uhr ab», freute sich Hiller. Einen Ausblick darüber, wie die weitere Entwicklung in Arbon in einigen Jahren aussehen könnte, gab Hiller mit einem Verweis auf das Zürcher Modell «Tagesschule plus», bei dem alle Kinder in der Hälfte der Woche das Mittagsschulangebot besuchen. Die Eltern zahlen derweil nur für das Verpflegungsangebot, nicht aber für den Betreuungsaufwand.

Kosten sind angemessen

Die Gesamtleiterin der Schul- und familienergänzenden Betreuung (SEB) an der Schule Seegarten, Michaela Hausammann, betonte, dass die Evaluierung der bisherigen, dreijährigen SEB-Projektphase «erfreulicherweise keine unschönen Überraschungen» ergeben habe.

Von den 84 an die Eltern versandten Fragebögen wurden 45 retourniert. Und in diesen kam klar zum Ausdruck:

Michaela Hausammann, Gesamtleiterin der Schul- und familienergänzenden Betreuung (SEB) an der Primarschule Seegarten

Michaela Hausammann, Gesamtleiterin der Schul- und familienergänzenden Betreuung (SEB) an der Primarschule Seegarten

(Bild: PD)
«Die Eltern vertrauen der SEB und den Betreuungspersonen und das Angebot wird von allen Kindern geschätzt .»

Auch bezüglich der Kosten gibt es wenige Klagen: «Wir haben von vielen Eltern die Rückmeldung erhalten, dass sie die Kosten als angemessen erachten», sagt Hausammann.