Arbon
«Das Engagement der Kinder ist gross» – Primarschule Stacherholz will die Freude am Gärtnern wecken

Kinder beider 4. Klassen pflanzen in Zusammenarbeit mit den Bodenseegärten und Acker Schweiz Gemüse auf dem Schulareal. Mit dem Projekt wollen die Verantwortlichen einerseits die Nachhaltigkeit und andererseits die Wertschätzung für Lebensmittel erhöhen.

Remo Fischbacher
Drucken
Klassenlehrer Patrick Scheier erklärt den Schülerinnen und Schülern alles Wichtige zum Gemüseanbau.

Klassenlehrer Patrick Scheier erklärt den Schülerinnen und Schülern alles Wichtige zum Gemüseanbau.

Bild: Remo Fischbacher

«Wir wollen die Kinder für eine mögliche gärtnerische Zukunft motivieren», sagt Geschäftsführerin der Bodenseegärten, Monika Grünenfelder. Vielleicht würden einige bereits früh die Freude am Grün entdecken und später selbst Gemüse anbauen. Dieses Ziel verfolgt der Verein Bodenseegärten und Acker Schweiz mit dem «Schulhausgartenwettbewerb».

Sofort gemeldet, um einen Schulgarten anzulegen, haben sich die Klassenlehrpersonen der 4. Klasse an der Primarschule Stacherholz Judith Huber, Maja Kujovic und Patrick Scheier, der sagt: «Ich fand das eine spannende Sache für die Schule. Es ist wichtig, dass wir den Kindern das Grundwissen von Nahrungsmitteln beibringen.» Zudem sei die Arbeit im Freien eine gelungene Abwechslung zur ganzen Digitalisierung.

7 Beete, zahlreiche Gemüsearten

Die beiden Klassen kümmern sich nun um die Bepflanzung von über zehn Gemüsearten, wie beispielsweise blaue Kartoffeln, Radieschen oder Mangold. Bereits im Februar hatten die Schülerinnen und Schüler umgegraben und insgesamt sieben Beete à jeweils vier Meter angelegt. Gemäss Grünenfelder ein wichtiger Prozess: «Es geht darum, dass die Kinder merken: Hey, ich kann irgendwo auf einem Flecken Wiese beginnen, Gemüse anzubauen.»

Fleissige Kinder bei der Gartenarbeit.

Fleissige Kinder bei der Gartenarbeit.

Bild: Remo Fischbacher

Schliesslich hätte die Schule auch ein Hochbeet erstellen können. Laut Schulleiter Marco Roduner soll sich der Aufwand jedoch in Grenzen halten. «Lernen, was Begriffe wie ‹Nachhaltigkeit› und ‹Biodiversität› in der Praxis bedeuten, ist viel wichtiger.»

Letzten Herbst erstellte die Schule ein Budget über 3000 Franken, wovon zwei Drittel für die Unterstützung von Acker Schweiz vorgesehen sind. Der Restbetrag dient der Anschaffung aller notwendigen Geräte. Im Unterrichtskonzept soll der Schulgarten einen hohen Stellenwert geniessen, schliesslich planen die Klassenlehrpersonen jede Woche fix 1–2 Lektionen ein.

Acker Schweiz greift unter die Arme

An drei Pflanzterminen werden die Schülerinnen und Schüler von Acker Schweiz, dem Kooperationspartner der Bodenseegärten, betreut. Auf dieselbe Hilfe können Klassenlehrpersonen zählen, indem sie von pädagogischem Material und Weiterbildungen profitieren.

Monika Grünenfelder (i. d. Mitte) steht den Kindern mit Rat und Tat zur Seite.

Monika Grünenfelder (i. d. Mitte) steht den Kindern mit Rat und Tat zur Seite.

Bild: Remo Fischbacher

Klassenlehrer Scheier schätzt die fachkompetente Unterstützung. Trotzdem braucht es gewillte Schülerinnen und Schüler, die sich am Gartenprojekt aktiv beteiligen. «Ich erachte das Engagement der Kinder als sehr gross», sagt denn auch ein zufriedener Scheier. Unter diesen Voraussetzungen darf sich die Primarschule Stacherholz auf die Ernte im Sommer freuen.