Amriswil
Endlich wieder live: Die Stadtharmonie Amriswil spielte im Rahmen der Amriswiler Konzerte.

Nach pandemiebedingter Pause musizierten die 40 Musikerinnen und Musiker erstmals wieder vor Publikum. Eine junge Musikantin und ein junger Musikant begeisterten mit solistischen Darbietungen.

Barbara Hettich
Drucken
Die Stadtharmonie Amriswil konzertierte in der evangelischen Kirche.

Die Stadtharmonie Amriswil konzertierte in der evangelischen Kirche.

Bild: Barbara Hettich

Die erfolgreichen Konzerte im 2019 hatten der Stadtharmonie Amriswil Aufschwung verliehen. Für das Jahr 2020 hatte sie sich deshalb viel vorgenommen. Unter anderem war eine Spanienreise geplant, eine Reise in die Heimat ihres Dirigenten Jordi Bertran-Sastre. Corona kam dazwischen und hat vieles lahmgelegt. Auch das letztjährige Kirchenkonzert vor Weihnachten konnte nur online stattfinden.

Umso grösser war die Freude, dass es dieses Jahr wieder wie gewohnt mit Publikum in der evangelischen Kirche stattfinden konnte. Es war ein Grund zum Jubilieren. Und dies taten die rund 40 Musikerinnen und Musiker denn auch und eröffneten fulminant mit der «Jubilee Overture» von Philip Sparke ein ansprechendes und musikalisch hochstehendes Programm.

Der Organist setzte das I-Tüpfelchen

Temperamentvoll gab Jordi Bertran-Sastre den Takt an, entführte das Publikum mit «Where Eagles Fly» des belgischen Komponisten Sven Van Calster in die Jagdgründe des Adlers und liess mit dem katalanischen Weihnachtslied «A el Noi de la Mare» festliche Stimmung aufkommen.

Für die festliche Stimmung setzte Organist Thomas Haubrich noch das I-Tüpfelchen und moderierte zudem wie gewohnt souverän durch den Abend.

Ohne Notenblatt und Nervenflattern

Für den Höhepunkt des Konzerts sorgten zwei junge Musikanten, die in der Stadtharmonie gross geworden sind. Die 18-jährige Seraina Felber spielt Querflöte und dies technisch brillant und ausdrucksstark. Ohne Nervenflattern und in sich ruhend stand sie vor dem Orchester und spielte die irische Balade «May the Road Rise» des deutschen Komponisten Markus Götz. Jeder Ton war perfekt akzentuiert, Noten brauchte sie dafür keine. Sie sagte:

Seraina Felber, 18 Jahre, Querflöte

Seraina Felber, 18 Jahre, Querflöte

Bild: Barbara Hettich
«Ich war etwas nervös, als mein Stück angesagt wurde, aber das hat sich schnell gelegt.»

Während es für Seraina Felber der erste Soloauftritt mit der Stadtharmonie war, ist der 28-jährige Trompeter Peter Sutter betreffend Soloauftritten bereits ein alter Hase. Auch am diesjährigen Kirchenkonzert hatte er es verstanden, mit «My Dream» des Komponisten Peter Leitner die Konzertbesucher erst ins Träumen und dann in Begeisterung zu versetzen. Auch er spielte ohne Noten und konnte sich dadurch ganz auf den Klang seines Instruments konzentrieren. Er sagte:

Peter Sutter, 28 Jahre, Trompete

Peter Sutter, 28 Jahre, Trompete

Bild: Barbara Hettich
«Nervosität gehört dazu, dann muss man einfach abschalten und geniessen.»

Anhaltender Applaus, Zugaben und strahlende Gesichter – das festliche Konzert war ein Erfolg und dürfte der Stadtharmonie wieder neuen Schub verleihen.