Wahljahr
Genossinnen stecken Ziele hoch: Die SP will zweitstärkste Partei im Thurgau werden

Die SP Thurgau will im Herbst nicht nur den Sitz der zurücktretenden Nationalrätin Edith Graf-Litscher verteidigen, sondern mit ihren Wählerstimmen zweitstärkste politische Kraft im Kanton werden.

Christof Lampart
Drucken
Sonja Wiesmann, Edith Graf-Litscher, Yves Müller, Marina Bruggmann, Judith Kern, Cornelia Komposch, Salome Ammann und Barbara Dätwyler.

Sonja Wiesmann, Edith Graf-Litscher, Yves Müller, Marina Bruggmann, Judith Kern, Cornelia Komposch, Salome Ammann und Barbara Dätwyler.

Bild: Ralph Ribi

Die Kandidatenliste für die Wahlen im kommenden Herbst ist noch geheim. Wie Kantonalpräsidentin Marina Bruggmann am Freitagvormittag an der Jahrespressekonferenz der SP Thurgau in Frauenfeld erklärte, wird die Partei am 23. März ihre Nationalratswahlen-Liste bekanntgeben und am 4. Mai die Ständeratskandidatur. Es werde eine gemischte Liste geben. Wie das Geschlechterverhältnis effektiv sein werde, stehe noch nicht fest; dafür müssten erst die Nominierungen der Bezirksparteien abgewartet werden.

Judith Kern, Präsidentin der SP Frauen, Regierungspräsidentin Cornelia Komposch und Salome Ammann von der Juso.

Judith Kern, Präsidentin der SP Frauen, Regierungspräsidentin Cornelia Komposch und Salome Ammann von der Juso.

Bild: Ralph Ribi

Ähnlich äusserte sich Salome Ammann, Co-Präsidentin der Juso: «Wir haben keine Geschlechtervorgaben. So wie ich es aber aktuell sehe, werden es wohl mehr Frauen als Männer sein.» Klar ist, dass jeder Bezirk auf der Liste vertreten sein sollte. Man wolle sich für die Bildung, die Gesundheit, den öffentlichen Verkehr und die Kultur im Thurgau einsetzen. «Mit starken Persönlichkeiten werden wir unseren Nationalratssitz verteidigen und die zweitgrösste Partei im Thurgau werden», so Marina Bruggmann.

Kaufkraft der Bevölkerung stärken

Geht es nach Nationalrätin Edith Graf-Litscher, so soll die SP im Wahljahr die Kaufkraft der privaten Haushalte stärken. Dies soll auch mit der Prämienentlastungsinitiative geschehen, die dafür sorgen soll, dass kein Haushalt mehr als zehn Prozent des verfügbaren Einkommens für Krankenkassenprämien ausgeben muss. Aktuell seien es zwischen 14 bis 20 Prozent.

Fraktionspräsidentin Sonja Wiesmann, Kantonalpräsidentin Marina Bruggmann, Nationalrätin Edith Graf-Litscher und Parteisekretär Yves Müller.

Fraktionspräsidentin Sonja Wiesmann, Kantonalpräsidentin Marina Bruggmann, Nationalrätin Edith Graf-Litscher und Parteisekretär Yves Müller.

Bild: Ralph Ribi

Die Fraktionschefin der SP im Grossen Rat, Sonja Wiesmann, schüttelte indes den Kopf über die Unvernunft der Bürgerlichen, mit voreilig budgetierten Sondereffekten Steuern zu senken. Denn wenn, wie jetzt geschehen, die Nationalbankmillionen ausbleiben, dann leide durch das fehlende Geld die Attraktivität des Kantons. Weitere Steuergeschenke dürfe es nicht mehr geben, denn «Reserven aus guten Zeiten sollte man in Krisen nutzen – und nicht umgekehrt», so Wiesmann.

Für Veränderungen kämpfen

Regierungspräsidentin Cornelia Komposch will sich für gute Arbeitsbedingungen bei der kantonalen Verwaltung einsetzen. Auch stünden verschiedene Gesetzesrevisionen, aber auch der Projektstart der Digitalisierung der Thurgauer Justiz (Justitia 4.0), diverse Bauprojekte oder die Umsetzung des Lernprogramms für gewaltausübende Personen – in Zusammenarbeit mit dem Kanton St.Gallen – an.

Judith Kern, Präsidentin SP Frauen, Cornelia Komposch, Regierungspräsidentin, und Salome Ammann (Juso).

Judith Kern, Präsidentin SP Frauen, Cornelia Komposch, Regierungspräsidentin, und Salome Ammann (Juso).

Bild: Ralph Ribi

Die Präsidentin des Grossen Rates, Barbara Dätwyler, erklärte, dass sie die vielen Begegnungen mit den Thurgauerinnen und Thurgauern geniesse, zumal sie so die Gelegenheit erhalte, zu zeigen, «dass es auch einen roten Thurgau gibt».

Und die Präsidentin der SP Frauen Thurgau, Judith Kern, fiebert jetzt schon dem feministischen Streik vom 14. Juni 2023 entgegen. Sie erklärte auch, warum: «Es kann nicht sein, dass die Renten und Löhne der Frauen tiefer sind als die der Männer. Wir müssen weiter kämpfen, damit es sich irgendwann einmal verändert.»